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Laatzen Bedarf an Dosen mit Katzenfutter ist im Igelzentrum enorm
Umland Laatzen Bedarf an Dosen mit Katzenfutter ist im Igelzentrum enorm
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09:48 30.11.2018
Ute Ratzmann von Rewe (von links) und Daniel Perpeet von Penny übergeben 2000 Dosen Katzennassfutter an John Pyka vom Igelzentrum.
Ute Ratzmann von Rewe (von links) und Daniel Perpeet von Penny übergeben 2000 Dosen Katzennassfutter an John Pyka vom Igelzentrum. Quelle: privat
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Grasdorf

Das Igelzentrum in Grasdorf stößt an seine Kapazitätsgrenzen. „Der außergewöhnlich trockene und heiße Sommer hat dazu geführt, dass immer wieder stark untergewichtige Igel gemeldet oder als Notfall zu uns gebracht wurden“, sagt John Pyka, Mitglied im Vorstand des Igelzentrums von Aktion Tier. Der Warmbereich der Igelstation sei mit 150 Tieren bereits komplett belegt. Die rund 100 Winterschlafplätze im Kaltbereich würden nun ebenfalls nach und nach belegt: mit Tieren, die das Gewicht von etwa 600 Gramm erreicht haben und gesund sind.

Der Bedarf an Futter sei enorm: Pro Tag vertilgt jeder Igel etwa 130 Gramm Katzennassfutter. Insgesamt 50 Dosen mit jeweils 400 Gramm würden derzeit täglich geleert, sagt Pyka: „Zusätzlich bekommen die Igel noch ein spezielles Trockenfutter.“

Wie in den Vorjahren haben Mitarbeiter von Penny und Rewe der Einrichtung auch am Dienstag wieder Futter gespendet: 2000 Dosen. Diese reichten für etwa 40 Tage, so Pyka. Da die Tiere nach und nach in den Winterschlaf fallen, sollte noch etwas übrig sein, wenn im Frühjahr mehr als 250 Igel fast gleichzeit wieder aufwachen. Kurz darauf würden die Tiere dann ausgewildert.

Das können Igelfreunde tun

Wer selbst tätig werden will: „Bis Anfang Dezember könnten Igelfreunde die Tiere mit Futterstellen unterstützen, sodass sie bald mit hoffentlich genügend Fettreserven in den Winterschlaf gehen können“, sagt Pyka. Katzennassfutter eigne sich sehr gut für die Fütterung im Freien. Zu beachten sei aber, dass keine andere Tiere wie Waschbären oder Katzen angelockt würden. Das Igelzentrum empfiehlt, das Futter in einem kleinen Haus anzubieten, dessen Eingangs einen Durchmesser von etwa zwölf Zentimetern hat. Zudem sollte ein Schälchen mit Wasser bereitstehen.

In den folgenden Tagen sollten Tierfreunde die Fütterung langsam einstellen. „Die Igel nehmen ohnehin nicht mehr nennenswert zu, weil sie einen Großteil der aufgenommenen Energie zur Aufrechterhaltung der Körperwärme verbrauchen“, erklärt Pyka. Ein Weiterfüttern könne auch dazu führen, dass Igel aus dem Rhythmus kommen und den Winterschlaf verpassen.

Wer Igeln und anderen Tieren im Winter ein Quartier bieten will, sollte seinen Garten möglichst naturnah belassen und heruntergefallenes Laub sowie kleine Äste nicht vollständig entfernen. „In einem ruhigen und geschützten Bereich des Gartens unter einer Hecke oder einem Strauch kann man zusätzlich noch ein Winterschlafhaus aufstellen“, so Pyka. Diese gibt es im Fachhandel, kann aber auch selbst erstellt werden. Bauanleitungen sind im Internet zu finden und auf der Seite des Igelzentrums unter aktiontier-igelzentrum.org.

Von Daniel Junker