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Laatzen Stadt Laatzen steigt um auf 100 Prozent Ökostrom
Umland Laatzen

Stadt Laatzen nutzt ab 2020 nur noch Ökostrom

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18:00 05.09.2019
Ab 2020 werden das Rathaus und 103 weitere öffentliche Gebäude in Laatzen nur noch mit Ökostrom betrieben. Quelle: Johannes Dorndorf
Laatzen

Die Stadt Laatzen will ab nächstem Jahr in allen städtischen Gebäuden nur noch Ökostrom verwenden. Dadurch erhofft sich die Verwaltung eine Verringerung des CO2-Ausstoßes in Laatzen um rund 1500 Tonnen im Jahr. „Würde die Stadt diese Schritte nicht tun, müsste sie, um den gleichen Effekt zu erreichen, etwa 123 Hektar oder 1,2 Quadratkilometer Wald pflanzen“, erläutert Klimaschutzmanager Bernd Rosenthal. „Das entspricht etwa der Fläche von Alt-Laatzen.“

Zum 1. Januar 2019 hat die Stadt bereits die gesamte Straßenbeleuchtung vom sogenannten Deutschlandmix, einer Strommischung aus Stein- und Braunkohle, Atomkraft und einem geringen Anteil erneuerbarer Energien, auf Ökostrom aus norwegischer Wasserkraft umgestellt. „Allein dadurch können wir pro Jahr mehr als 460 Tonnen CO2 vermeiden“, sagt Stadtrat Axel Grüning.

92 Prozent weniger CO2 durch Ökostrom

„Wie hoch die jeweilige CO2-Einsparung ist, haben wir nach den vom Umweltbundesamt angegebenen Emissionsfaktoren für die jeweiligen Stromarten berechnet“, erläutert Rahel Hußmann, die ein Verwaltungsstudium bei der Stadt Laatzen absolviert und die Berechnungen gemeinsam mit Klimaschutzmanager Rosenthal für die Laatzen vorgenommen hat. „Laut Bundesamt lag der Emissionsfaktor für den Deutschlandmix im Jahr 2018 bei 0,474 Kilogramm CO2 für eine Kilowattstunde Strom“, sagt Hußmann. Bei Ökostrom betrage der Faktor nur 0,034. Demzufolge hätte die Stadt 2018 bei der Straßenbeleuchtung dank der Umstellung auf Ökostrom nur 36 statt 503 Tonnen produziertes CO2 verursacht.

Klimaschutzmanager Bernd Rosenthal (links) und Rahel Hußmann zeigen Stadtrat Axel Grüning ihre Berechnungen über die Einsparung von CO2 in Laatzen durch den Umstieg auf Ökostrom. Quelle: Stephanie Zerm

Ab 1. Januar 2020 folgt der nächste Schritt, dann sollen insgesamt 104 öffentliche Gebäude mit Ökostrom versorgt werden, darunter Schulen, Kindergärten und das Rathaus. Der CO2-Ausstoß dieser Gebäude lag laut Hußmann 2018 bei einem Verbrauch von rund 2,5 Millionen Kilowattstunden bei 1115 Tonnen. Von der geplanten Umstellung auf Ökostrom erwartet sie eine CO2-Einsparung von 1029 Tonnen. Insgesamt ließe sich der CO2-Ausstoß um mehr als 92 Prozent reduzieren.

Umstellung bringt wohl sogar eine Kostenersparnis

Dabei rechnet die Stadt nicht einmal mit Mehrkosten. „Im Gegenteil“, sagt Stadtrat Grüning. „Wahrscheinlich können wir sogar noch Geld sparen.“ Denn bei ihrem Umstieg auf Ökostrom beteiligt sich die Stadt an einer Bündelausschreibung der Kommunalen Wirtschafts- und Leistungsgesellschaft mbH (KWL). „Dabei haben sich mehrere Kommunen zusammengetan, um für höhere Abnahmemengen auch günstigere Konditionen zu bekommen..“ Bei den Konditionen für Strom beteilige sich Laatzen das erste Mal an einer solchen Bündelausschreibung. Welcher Anbieter den Zuschlag für die Ökostromlieferung bekommt, ist noch offen.

Stadt hofft, dass auch Bürger zu Ökostrom wechseln

„Mit dem Umstieg auf Ökostrom will die Stadt ein Zeichen setzen und möglichst viele Menschen dazu bewegen, dies ebenfalls zu tun“, sagt Klimaschutzmanager Bernd Rosenthal – und Grüning ergänzt: „Die ökologische Nachhaltigkeit ist ein erklärtes Ziel der Stadt.“ Daher wäre es schön, wenn auch möglichst viele Bürger auf Ökostrom umstiegen. „Nicht nur für Kommunen, auch für Privathaushalte ist dieser heute meist nicht teurer als Strom aus fossilen Brennstoffen“, sagt Rosenthal.

Weitere CO2-Verringerung durch Energiesparen

Zusätzlich zum Umstieg auf Ökostrom versucht die Stadt die CO2-Emissionen in Laatzen durch die fortlaufende Einsparung von Energie in den städtischen Gebäuden zu verringern. „Dazu werden diese einem regelmäßigen Energiemanagement unterzogen“, sagt Rosenthal. Zusätzlich stelle die Kommune ihre Straßenbeleuchtung nach und nach auf stromsparende LEDs um. Neue Gebäude würden generell in einem hohen Energieeffizienzstandard errichtet, um von Anfang an möglichst energiesparend zu sein. Außerdem statte die Stadt ihre Gebäude nach und nach mit Fotovoltaikanlagen aus und ersetze alte Energieerzeugungsanlagen durch umwelt- und klimaverträglichere.

Drei Tipps zur Verringerung des eigenen CO2-Ausstoßes

Auch Privatleute können einiges tun, um ihren CO2-Ausstoß zu verringern. Diese drei Tipps gibt Laatzens Klimaschutzmanager Bernd Rosenthal:

LEDs und Co.:Umsichtiger Energie verbrauchen, etwa durch schaltbare Steckerleisten, energieeffiziente Elektrogeräte und LED-Lampen.

Ökostrom einkaufen:Empfehlenswert sind aber nur Anbieter, die eines der Siegel OK-Power, Grüner-Strom-Label oder ein TÜV-Zertifikat haben, da nur dann der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommt.

Sonnenenergie nutzen: Wer noch einen Schritt weitergehen will, kann Strom und Wärme mit Solaranlagen selbst erzeugen oder Mitglied in einer Energiegenossenschaft werden, um den Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu unterstützen.

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Von Stephanie Zerm

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