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Laatzen Stadtbahn Hannover–Sarstedt: Streit um Kosten gefährdet Zukunft
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Stadtbahn Hannover-Sarstadt: Streit um Kosten gefährdet Zukunft der Üstra-Linie 1

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17:09 09.07.2019
Bis 2027 ist der Betrieb der Linie 1 bis Sarstedt gesichert. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hanover/Sarstedt

Wie geht es langfristig weiter mit der Stadtbahn zwischen Hannover und Sarstedt? Darüber verhandeln die Region Hannover und der Landkreis Hildesheim. Wie so oft in den vergangenen Jahren geht es um die Finanzierung: Die Region möchte die Haltestellen der Linie 1 komplett mit Hochbahnsteigen ausrüsten und fordert darum von den Nachbarn im Süden mehr Geld. Der Kreis Hildesheim ist wenig begeistert. Können sich die Beteiligten nicht einigen, könnte die Linie 1 in acht Jahren bereits im Laatzener Ortsteil Gleidingen enden.

Bisher bezahlt Hannover den Löwenanteil der Kosten auf Sarstedter Gebiet

Bis 2027 ist der Betrieb der Linie 1 nach Sarstedt gesichert. 2007 hatten sich Region Hannover, Landkreis Hildesheim und Stadt Sarstedt auf eine Vereinbarung geeinigt, die 20 Jahre lang gültig ist. Kern des Abkommens: Sarstedt und der Landkreis Hildesheim steuerten je eine Million Euro zu den Kosten für die Sanierungen und Modernisierungen des Streckenabschnitts zwischen Gleidingen und der Sarstedter Wendeschleife bei, die Region Hannover investierte 5 Millionen Euro. Viele Regionspolitiker fanden das damals ungerecht, eine Mehrheit in der Regionsversammlung gab es am Ende trotzdem.

Doch diesmal geht es um weitaus mehr Geld – und um deutlich höhere Forderungen aus Hannover. Seit Jahren arbeitet die Region daran, nach und nach alle 198 Haltestellen des Stadtbahnnetzes mit barrierefreien Hochbahnsteigen auszustatten. Gut drei Viertel der Stationen sind bereits umgebaut; die fünf Haltestellen auf Sarstedter Gebiet (zwei in Heisede und drei in der Kernstadt) sind bislang nicht umgerüstet.

Rund 4 Millionen Euro pro Hochbahnsteig

Nach Einschätzung der Region kostet der Bau eines Hochbahnsteiges im Schnitt rund 4 Millionen Euro – demnach kämen für die fünf Sarstedter Stationen also rund 20 Millionen Euro zusammen. Das jedenfalls sieht laut Landkreis ein aktueller Vorschlag der Region Hannover vor: „Die Vereinbarung soll aus Sicht der Region Hannover die vollständige Übernahme der Betriebs- und Infrastrukturkosten für den in Rede stehenden Abschnitt enthalten“, berichtete der Landkreis Hildesheim auf Anfrage. Die Region Hannover wollte sich auf Nachfrage nicht zu Details äußern. „Wir haben dem Landkreis Hildesheim einen Vorschlag unterbreitet, welche Kosten auf ihn zukommen“, sagte Regionssprecher Klaus Abelmann nur.

Konkrete Gespräche nach den Sommerferien

Die komplette Kostenübernahme wäre für die Hildesheimer Partner eine massive – und teure – Veränderung der bisherigen Gepflogenheiten, wonach die Region Hannover einen Großteil der Kosten auch für den Abschnitt GleidingenSarstedt getragen hat. Der Landkreis äußert sich dazu derzeit noch vorsichtig: Man stehe dem Ansinnen aus Hannover „kritisch gegenüber“. Schließlich profitiere auch die Region Hannover davon, dass Pendler zügig und ohne Auto in Richtung Hannover gelangen könnten, und auch Arbeitnehmer aus der Region nutzten die Linie 1 zum Pendeln nach Sarstedt. Nach den Sommerferien wollen die Behörden dazu konkrete Gespräche aufnehmen. Die Politik ist bislang nicht beteiligt, hat aber in Region, Landkreis und Stadt das letzte Wort über eine eventuelle neue Vereinbarung.

Endet die Linie 1 ab 2028 in Gleidingen?

Können sich die drei Seiten nicht über die Finanzierung der Hochbahnsteige einigen, steht der Betrieb der Straßenbahn zwischen Gleidingen und Sarstedt ab 2028 auf der Kippe. Ein Umbau der Bahnsteige macht nur bei langfristigem Betrieb Sinn. Umgekehrt könnten die Bahnen ohne Hochbahnsteige irgendwann nicht mehr an den Sarstedter Haltestellen stoppen.

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