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Laatzen Bande stiehlt Mähroboter und Durchlauferhitzer: Freispruch für Angeklagten
Umland Laatzen

Täter stahlen systematisch Rasenmähroboter und Durchlauferhitzer aus Baumärkten - Landgericht Hannover verurteilt zwei Männer und spricht einen Angeklagten frei

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16:42 27.01.2020
Der Angeklagte (l.) und sein Verteidiger Burkhard Papendick gaben keinerlei Stellungnahme zu den Tatvorwürfen ab. Quelle: Michael Zgoll
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Hannover

Zwei Männer, die Dutzende Rasenmähroboter und Durchlauferhitzer im Wert von 70.000 Euro aus Baumärkten stahlen, sind vom Landgericht Hannover wegen gemeinschaftlichen Einbruchdiebstahls verurteilt worden. Die Haftstrafen von vier Jahren und acht Monaten für den einen Täter und von drei Jahren für den anderen verhängte die 18. Große Strafkammer allerdings schon im Februar 2019; das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten musste damals abgetrennt werden, weil der 27-Jährige während des Prozesses erkrankt war.

Am Montag nun saß der junge Mann erneut auf der Anklagebank, dieses Mal allein und nur einer einzigen Tat beschuldigt: des gemeinschaftlichen Diebstahls von fünf Mährobotern aus einem Detmolder Baumarkt. Doch wieder konnte der Angeklagte nach Hause gehen – dieses Mal mit einem Freispruch in der Tasche.

Beute bei Ebay angeboten

Die bereits verurteilten Diebe, die unter den Pseudonymen Colonel und El Mundo agierten, waren zwischen August 2017 und Juni 2018 bundesweit aktiv. Auch aus einem Toom-Markt im hannoverschen Stadtteil Brink-Hafen und aus einer Obi-Filiale in Laatzen stahlen sie Durchlauferhitzer. Die erbeuteten Geräte wurden entweder auf Internet-Verkaufsplattformen wie Ebay feilgeboten oder an Hehler weitergereicht. Nachdem die Täter gestellt worden waren, konnte die Polizei einiges Diebesgut an die rechtmäßigen Besitzer zurückgeben; damit reduzierte sich die Schadenssumme auf knapp 35.000 Euro. Das Landgericht schrieb den zwei Männern 19 beziehungsweise zwölf Taten zu.

Michael K. alias Colonel, der am Montag von der 18. Großen Strafkammer als Zeuge geladen war, behauptete steif und fest, der 27-Jährige sei bei dem Einbruchdiebstahl in Detmold nicht beteiligt gewesen, nur er allein habe die Rasenmäher entwendet. Dann schilderte der drogenkranke Zeuge, der derzeit im Maßregelvollzug eine Entziehungskur absolviert, noch einmal die Masche, mit der er und El Mundo monatelang erfolgreich waren.

Mit Tau und Abschlepphaken

Die Männer besuchten Baumärkte während der regulären Öffnungszeiten und schafften dort klammheimlich Mähroboter und Durchlauferhitzer in die Außenanlagen. Nachts, wenn die Märkte geschlossen waren, kletterten die Täter über die Zäune und hievten das Diebesgut nach draußen. In Detmold, so K., habe er die fünf Rasenmähroboter im Gesamtwert von 4700 Euro per langem Tau und Abschlepphaken ganz allein über die vier Meter hohe Umzäunung geschafft – eine stolze Leistung, wiegen solche vollautomatischen Gartenhelfer doch bis zu 15 Kilo.

K. gab zu, im Keller des Angeklagten in Leinhausen Diebesgut gelagert zu haben – doch habe der Freund keine Ahnung gehabt, was er dort aufbewahrte. Die 500 Euro, die er dem 27-Jährigen gegeben habe, so K., seien entgegen damaligen Textnachrichten keineswegs dessen Entlohnung als Helfer gewesen, sondern „einfach so“ Geld für Essen und Sonstiges.

Trotz eindringlicher Warnungen von Patrick Gerberding, Vorsitzender Richter der 18. Großen Strafkammer, dass sich K. mit einer Falschaussage strafbar mache, blieb dieser bei seiner Darstellung. Und weil es keine anderen Beweise für eine Tatbeteiligung des 27-Jährigen an dem Einbruchdiebstahl in Detmold gab, musste ihn das Gericht schließlich freisprechen.

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Von Michael Zgoll

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