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Laatzen Wie lässt sich Laatzens Müllproblem lösen? Das sagen Experten
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Wie lässt sich Laatzens Müllproblem lösen? Das sagen Experten

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16:13 18.09.2019
Moderiert von Jürgen Köhne (von links) diskutieren im EKS-Forum Maria Flachsbarth, Christian Kampmann, Nils Möllmann und Michael Albert über das Thema Müll und seine Vermeidung. Quelle: Torsten Lippelt
Laatzen-Mitte

Der wilde Müll im Stadtgebiet gehört zu den Dauerthemen in Laatzen. Zur Grundsatzdebatte über das Müllproblem – vor allem Plastikverpackungen – hatte die Stadt am Dienstag ins Erich-Kästner-Schulzentrum eingeladen. Unter der Fragestellung „Wie kommt der Müll in unsere Stadt?“ suchten die Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth, Christian Kampmann vom Entsorgungsunternehmen Prezero, Michael Albert, Inhaber der beiden Lose-Läden in Hannover, und Nabu-Referent Nils Möllmann nach Antworten.

Bürgermeister Jürgen Köhne, der zugleich Gastgeber und Moderator war, befragte seine Podiumsgäste vor rund 20 Besuchern im Schulzentrum zum Umgang mit Abfall, zu überflüssigen Plastikverpackungen, zur Müllverwertung und -vermeidung.

Wie lässt sich Müll vermeiden? Wohin geht der Müll – und was läuft falsch? Bei einer Podiumsdiskussion haben Experten über Problemstellungen und Lösungsansätze für Laatzen, aber auch für die Deutschland und die Welt diskutiert.

Maria Flachsbarth machte deutlich, um welche Mengen es geht. „2017 hatten wir 6,2 Millionen Tonnen Kunststoffmüll. Nur ein Prozent wurde als Rohstoff wiederverwendet, 46 Prozent zu etwas anderem verarbeitet und 52 Prozent zur Energieerzeugung.“ Eine Million Tonnen seien vor allem nach Asien exportiert worden, „nach China und beispielsweise nach Malaysia.“ Diese Exporte möchte Flachsbarth künftig unterbinden. Sie betonte außerdem, dass das deutsche Pfandsystem gestärkt werden müsse.

Grenzen des Kunststoffrecyclings

Verwertungsexperte Christian Kampmann, dessen Unternehmen Prezero zur Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) zählt, ergänzte hinsichtlich des Recyclings von Kunststoffen: „Es ist ein Irrglaube, davon auszugehen, dass recycelte Kunststoffe wieder zu dem werden können, was sie früher mal waren.“ Rund 25 Prozent des Inhaltes von gelben Säcken bestehe aus schwer trennbaren Mischkunststoffen. Je nach Wohngebiet enthielten die Säcke 30 bis 50 Prozent Restmüll. „Etwa 15 Prozent aus den gelben Säcken werden thermisch verwendet, etwa zur industriellen Herstellung von Zement.“ Die Wege, die der Müll dabei gehe, seien mitunter abenteuerlich. Bis vor Kurzem sei dafür Abfall aus Nordnorwegen per Schiff und Lastwagen zur Verwertung bis nach Halle/Sachsen-Anhalt transportiert worden.

Der Nabu-Meeresmüllspezialist Nils Möllmann beklagt eine wachsende Zahl von gefundenen Plastikmüllteilen und zahlreichen To-Go-Produkten in der Ostsee. Er riet zur Nutzung von Mehrwegprodukten und forderte, dass die Stadt Mehrwegsysteme bei der Vergabe von Lizenzen zur Auflage mache.

Michael Albert, Betreiber von zwei Lose-Läden in Hannover, fordert zum Besuch von Wochenmärkten und zur Abgabe von Verpackungsmüll an der Supermarktkasse auf. Quelle: Torsten Lippelt

„Geben Sie Verpackungen an der Kasse ab“

Radikal einfach ist die Sicht Michael Alberts: Seine beiden Lose-Läden in Hannover zeigen, wie überflüssig die oft aus Werbegründen besonders gestylten Verpackungen für Lebensmittel sind. „Ich rate zu zivilem Ungehorsam: Geben Sie Kunststoffverpackungen an der Kasse ab und setzen Sie somit ein Zeichen. Und besuchen Sie die Wochenmärkte.“

Köhnes Fazit lautete, dass es „nicht die Lösung gibt, sondern nur viele Lösungen“. Dies unterstrich Maria Flachsbarth mit einem einfachen Beispiel: „In Hannover kann ich das Wasser aus der Leitung gut trinken. In Berlin ist das zu sehr gechlort. Wenn ich dann eine Wasserkiste in den vierten Stock tragen muss, sind Plastikflaschen halt leichter als eine Kiste mit umweltfreundlichen Glasflaschen.“

Von Torsten Lippelt

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