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Langenhagen 40 Jahre MTU – Unternehmen feiert seine Erfolgsgeschichte
Umland Langenhagen

40 Jahre MTU in Langenhagen – Unternehmen feiert seine Erfolgsgeschichte

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17:01 05.12.2019
Ministerpräsident Stephan Weil (Zweiter von rechts) und Regionspräsident Hauke Jagau (von links) sind Gast bei MTU-Geschäftsführer Holger Sindemann und MTU-Vorstand Reiner Winkler. Quelle: Sven Warnecke
Godshorn

Die MTU Maintenance bezeichnet sich selbst als einen der fünf weltweit führenden Anbieter für die Instandsetzung von Flugzeug-Triebwerken. Gut 5000 Menschen arbeiten heute in dem Unternehmen, 2500 davon allein am Standort in Godshorn. Die Sparte besteht seit nunmehr 40 Jahren in dem Langenhagener Ortsteil.

Wie der hiesige Geschäftsführer Holger Sindemann vor geladenen Gästen am Mittwoch berichtete, hatte diese Erfolgsgeschichte der Triebwerkwartung in der Tat ihren Ursprung in Langenhagen. Genauer gesagt, in einer Kneipe. Dort hatten sich am 11. November 1979 Vertreter der MTU aus der Münchner Konzernzentrale getroffen. Auf einem Bierdeckel wurde letztlich das Konzept der Maintenance-Sparte skizziert. Da bei dem Treffen in der Gaststätte auch ein Vertreter der Stadtverwaltung anwesend war, wurde auch gleich das Grundstücksgeschäft an der heutigen Münchner Straße abgewickelt, berichtet Sindemann.

Strategiewechsel bei MTU sorgt für Ansiedlung in Godshorn

Später habe der Deal dann aber einen offiziellen Charakter erhalten, gestand Sindemann. Er spricht von einem Strategiewechsel. MTU wollte vor 40 Jahren weg vom reinen Triebwerkhersteller. Vielmehr sollte auch die Wartung übernommen werden. Und die Lage in Langenhagen nahe dem Flughafen habe schließlich den Ausschlag für den Standort gegeben. „Am Anfang hatten wir etwa 200 Mitarbeiter“, erzählte Sindemann – der Rest ist bekannt.

Eine Erfolgsgeschichte dauert seit 40 Jahren an: MTU Maintenance in Godshorn. Quelle: Sven Warnecke

Stephan Weil gesteht Eifersucht auf Langenhagen

Die 40 Jahre sind nun mit gut 100 Gästen in Godshorn gefeiert worden, darunter auch viele Mitarbeiter aus den Anfangsjahren. Angesichts der Erfolgsgeschichte sowie der Bedeutung der MTU für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen hat auch Ministerpräsident Stephan Weil vorbeigeschaut. Der heutige Landeschef gestand in einer launigen Rede seine „klitzekleine Eifersucht“, die ihn zunächst als Kämmerer und später dann als Oberbürgermeister von Hannover geplagt hatte. Ihn bewegte die Frage, warum ein so „tolles Unternehmen in Langenhagen und nicht in Hannover ist“. Heute kann er als Ministerpräsident der MTU-Spitze gelassen beipflichten, alles richtig gemacht zu haben.

Dass das Unternehmen eine Erfolgsgeschichte geschrieben hat und weiter schreiben wird, ist für Weil klar. Das sei nicht nur ein Verdienst der Manager, sondern vielmehr des gesamten Teams, lobte der Landeschef. Doch auf die Luftfahrt würden grundlegende Veränderungen zukommen, meinte er mit Blick auf die Klimadebatte. Aber: „Klimaschutz ohne gesellschaftliche Zustimmung kann nicht klappen“, warnte der Ministerpräsident. Denn die Basis des Wohlstandes dieses Landes ist und bleibe die Industrie, betonte Weil. Aus diesem Grund geht Klimaschutz nur über die Akzeptanz und die Sicherheit der Arbeitsplätze.

Nur allein auf die „Flugscham“ zu setzen, sei zu einfach, sagte Weil. Aus diesem Grund sei es richtig und wichtig, dass die MTU dabei sei, nicht nur sparsamere Triebwerke zu entwickeln, sondern auch leisere. Speziell die lärmgeplagten Langenhagener dürfte diese Entwicklung wohl freuen, meinte der Ministerpräsident. Er sprach in diesem Zusammenhang von „einem erstrebenswerten Optimum“. Um das zu erreichen, setzt Weil die Hoffnungen in die Ingenieurskunst der MTU.

Klimaneutrale Flugzeuge bedeuten Quantensprung in der Luftfahrt

Welche Bedeutung die Wartung von Triebwerken für den Gesamtkonzern – Jahresumsatz in 2018 von 4,6 Milliarden Euro – hat, machte der MTU-Vorstandsvorsitzende Reiner Winkler deutlich. Der Erfolg der Sparte mit weltweit 5000 Mitarbeitern habe letztlich dazu geführt, dass das Unternehmen jüngst in den erlauchten Kreis der Dax-Konzerne aufsteigen konnte. Er bestätigte auch die Bemühungen, klimaschonende Triebwerke zu entwickeln. „Wir müssen uns dieser Verantwortung bewusst sein“, betonte Winkler. Ziel müsse es sein, in Zukunft klimaneutrale Flugzeuge am Himmel zu haben. Auch wenn das „Quantensprünge in der Luftfahrt“ seien.

Stadt und Airport investieren 43 Millionen Euro in MTU

Der Triebwerkspezialist MTU wächst weiter: In eine neue, dringend benötigte Werk- und Logistikhalle investiert die Wirtschaftsförderungsgesellschaft – eine Tochter der Stadt Langenhagen und des Flughafens – 43 Millionen Euro. Im Jahr 2015 waren bei der MTU in Godshorn noch etwa 1700 Mitarbeiter beschäftigt, aktuell sind es 2500. Sobald der neue Komplex fertig ist, kommen weitere 360 Arbeitsplätze hinzu.

Die MTU wird dort nach Fertigstellung ab Juni 2021 als Mieter mit langfristigem Vertrag einziehen. Bauherrin ist – wie schon bei der 2013 übernommenen Logistikhalle an der Münchner Straße – die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WfG). Das sei für die seit Jahrzehnten laufende gute Zusammenarbeit mit der Stadt Langenhagen und dem Flughafen bezeichnend, lobte MTU-Geschäftsführer Holger Sindemann das Geschäft.  

Der Bau der neuen Halle ist nötig, da MTU nach eigenen Angaben am Standort Godshorn bereits länger an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Seit der Gründung wurden die Hallen mehrfach erweitert, benachbarte Gebäude angemietet. Nach dem Hauptsitz in München ist der Langenhagener Standort der zweitgrößte des Konzerns. In Godshorn ist die Instandhaltung mittlerer und großer Triebwerke angesiedelt.

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Von Sven Warnecke

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