Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen Ämtertausch an der Tierheim-Spitze
Umland Langenhagen Ämtertausch an der Tierheim-Spitze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:26 21.11.2018
Der langjährige Geschäftsführer des Tierheims Krähenwinkel, Heiko Schwarzfeld, will seinen Amtsnachfolger bei dessen Arbeit vorerst „eng begleiten“. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

An der Spitze des Tierheims Krähenwinkel und dem dahinter stehenden Tierschutzverein Hannover vollzieht sich dieser Tage ein eigenwilliger Wechsel: Der Geschäftsführer des Tierheims Heiko Schwarzfeld und der Vereinsvorsitzende Carsten Frey tauschen ihre Ämter. Der erste Teil ist bereits vollzogen: Schwarzfeld wurde am 6. November bei der regulären Mitgliederversammlung und dabei turnusmäßig anstehenden Vorstandswahl zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der aus Isernhagen stammende Anwalt Frey tritt seinen neuen hauptamtlichen Job am 1. Januar 2019 an.

Dieser eher kurz anmutende Dienstweg ist ausgiebig vorbereitet worden. „Ob eine Geschäftsführung gut besetzt ist oder man einen großen Fehler begangen hat, merkt man bei fremden Personen immer erst nach einiger Zeit“, sagt Schwarzfeld. Einen solchen Fehler aber könne sich das Tierheim nicht leisten. Schwarzfeld muss das wissen. Er bekleidet den Posten nun im „21. Jahr“, wie er mit einem kurzen Erstaunen anmerkt. „Im nächsten Monat feiere ich meinen 66. Geburtstag. Und so langsam würde ich gerne wieder ein bisschen mehr freie Zeit haben.“ Dass er seinen Posten aufgeben möchte, hatte Schwarzfeld bereits vor längerer Zeit in Aussicht gestellt. Doch die aktuelle Situation auf dem Fachkräftemarkt habe die Nachfolge-Suche nicht eben erleichtert.

„Wir kennen uns und unsere Kompetenzen gut“

„Zum einen gilt bei uns von je her die Voraussetzung, Jurist oder Betriebswirt zu sein“, sagt Schwarzfeld. „Zum anderen aber braucht es eine große Affinität zur Arbeit von Nichtregierungs-Organisationen.“ Und natürlich der Achtung vor Mensch, Natur und Tier. Carsten Frey, seit vielen Jahren Vorsitzender des Trägervereins, bringe dies nicht nur alles mit, „sondern wir kennen uns gegenseitig und unsere Kompetenzen sehr gut“, betont Schwarzfeld. Freys Interesse, den Posten des Geschäftsführers zu übernehmen, sei damit allen sehr gelegen gekommen.

Diese enge Verzahnung sei nötig, sagt Schwarzfeld auch mit Blick auf die diversen Turbulenzen, die Schwarzfelds Amtszeit begleitet haben. Zu Beginn stand der Verein mit gerade noch 600 zahlenden Mitgliedern kurz vor der Insolvenz. Die von Schwarzfeld seinerzeit initiierte Werber-Aktion brachte dem Verein nicht nur mehrere tausend neue Mitglieder, sondern durchaus Kritik ob zu hoher Ausgaben. „Aber ich bleibe dabei, dass sich die Aktion damals gelohnt hat“, sagt Schwarzfeld. Heute zählt der Verein mehr als 13.000 zahlende Mitglieder, schmückt sich mit millionenschweren Neubauten und steht mit knapp 590.000 Euro an liquiden Mitteln zum Ende des Haushaltsjahres 2017 sehr solide da.

Jahre der Anfeindungen und Turbulenzen

Hinter Schwarzfeld liegen jedoch auch Jahre der Anfeindungen durch Tierschützer, die dem Tierheim unverhältnismäßig harten Umgang mit Tieren vorwarfen. „Als vor rund 10 Jahren das neue Hundegesetz in seiner ersten, noch unzureichenden Form verabschiedet wurde und wir mit mehr als 100 vermeintlichen Kampfhunden hier überschwemmt wurden, war das wirklich keine einfache Zeit.“ Der Tierschutzverein klagte erfolgreich gegen das Gesetz. „Die heute geltende Form, die beim Halter ansetzt und nicht am Tier, ist deutlich besser.“ Letztlich habe er auch in den sehr heftigen Wochen rund um den dramatischen Todesfall zweier Menschen durch den bis zur Einschläferung im Tierheim untergebrachten Hund „Chico“ durchaus „Kraft gelassen“.

Schwarzfelds (und künftig Freys) Blick richtet sich jetzt auf den nächsten Neubau: Die Hundehäuser von 1967 sollen auf das jüngst erworbene Gelände westlich des Tierheims verrückt werden. Vor allem aber müsse der Altbau „eigentlich abgerissen und neu gebaut werden“. Um dem Brandschutz zu genügen, ist der Dachboden bereits komplett geräumt worden. Die Sozialräume der Mitarbeiter seien zu eng und nur über eine Stiege zu erreichen. „Und auch der Kleintierbereich ist dort oben eigentlich nicht mehr tragbar.“ Wie der Betrieb zeitgleich aufrecht erhalten bleiben soll, ist Schwarzfeld noch nicht so recht klar. „Das wird aber noch ein Tanz werden.“ Bange werde ihm dabei nicht. „Ich werde die Arbeit der Geschäftsführung“, formuliert es Schwarzfeld mit einem Schmunzeln, „eng begleiten.“

Von Rebekka Neander

Ein Autofahrer wurde bei einem Unfall auf der Münchner Straße am Mittwoch lebensgefährlich verletzt. Offenbar war er mit seinem VW ungebremst in das Heck eines Lkw gefahren. Die Polizei sucht Zeugen.

24.11.2018

Bewerbungen zum landesweiten Schülerzeitungswettbewerb Wettbewerb „Unzensiert“ noch bis 20. Dezember möglich. Auch Online-Schülermedien sind gefragt.

21.11.2018

Mit dem Schauspiel „Gift. Eine Ehegeschichte“ gastiert das Theater für Niedersachsen am Mittwoch, 28. November, im Langenhagener Theatersaal. Es erzählt von verwaisten Eltern, die sich am Grab des Sohnes treffen.

21.11.2018