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Langenhagen Sirenenalarm: Feuerwehren üben Ernstfall im Hallenfreibad Godshorn
Umland Langenhagen

Alarm mit Sirenen in Langenhagen: Feuerwehren üben Ernstfall in Hallenfreibad Godshorn

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17:15 13.10.2019
Übung in Langenhagen: Die Feuerwehrkräfte retten einen Verletzten. Auch die Johanniter sind vor Ort. Quelle: Patricia Chadde
Godshorn

Großalarm in Langenhagen: Um kurz vor 13.30 Uhr heulten am Sonnabend im Stadtgebiet die Sirenen. Alle Ortsfeuerwehren rückten auf das Gelände des ehemaligen Hallenfreibads in Godshorn aus. Dort sollten die Einsatzkräfte mehrere Verletzte versorgen und einen Brand bekämpfen.

Was sie zunächst nicht wussten: Der Alarm war eine groß angelegte Übung. Insgesamt waren 104 Einsatzkräfte der sechs Ortsfeuerwehren sowie 19 Ehrenamtliche der Johanniter und 17 Helfer vom Technischen Hilfswerk (THW) vor Ort, berichtete Langenhagens Feuerwehrsprecher Stephan Bommert. Das THW hatte seit dem Morgen den Einsatzort vorbereitet. Die Ehrenamtlichen verlegten insgesamt 450 Meter Kabel, damit das Gebäude mit zwölf Nebelmaschinen verraucht werden konnte. „Ohne das THW hätten wir das gar nicht hinbekommen“, sagte Bommert.

Feuerwehren, Johanniter, THW und zahlreiche Sprecher der Feuerwehren in der Region Hannover wurden am Sonnabendmittag alarmiert. Die Einsatzkräfte probten gemeinsam den Ernstfall.

Verletzte müssen gerettet werden

Das Szenario: In dem nicht mehr genutzten Gebäude gibt es eine Verpuffung. Ein Autofahrer, der am Gelände vorbeifährt, erschrickt – es kommt zu einem Unfall mit Verletzten. Auch in dem Gebäude trainierten die Einsatzkräfte die Menschenrettung, berichtete der Feuerwehrsprecher. Zudem mussten sie ein Feuer löschen.

Vor der Alarmierung herrschte am Sonnabend schon jede Menge Betrieb auf dem Gelände des Freibades. Alexander Kautz, bei der DLRG Referent für Katastrophenschutz, und Stephan Bommert, Sprecher von Langenhagens Feuerwehr, hatten das Szenario zwei Monate lang entwickelt und sich jede Menge Details einfallen lassen. Damit die Szenarien realistisch wirkten, spielten freiwillige Darsteller die Unfallopfer und bereiteten sich auf ihre Rolle sorgfältig vor. Dann spielten sie gekonnt Menschen unter Schock oder mit schweren Verletzungen.

Unfalldarsteller spielen mit

Jennifer Janik, realistische Unfalldarstellerin der Johanniter in Langenhagen, präparierte die körperlich Verletzten. Anja Erche-Opitz bekam als Herzinfarktdarstellerin ein aschfahl geschminktes Gesicht. 90 Minuten später lag sie auf einer Trage und wurde mit dem Zettel „tot“ gekennzeichnet. „Für mich ist das die erste Opferrolle“, berichtete Laura Hausmann aus Langenhagen. Sie spielte eine Frau, die schwere Brandverletzungen an Händen und Armen erlitten hat, aber erst einmal im dicht vernebelten Hallenbadgebäude gefunden werden musste. Eine der eingeklemmten Auto-Insassinnen wurde mit einem offenen Armbruch präpariert. Während die Darsteller vor allem Geduld benötigten, herrschte bereits wenige Minuten nach der Alarmierung große Hektik.

Die erste Phase wird auch Chaosphase genannt, weil bei einem Einsatz erst einmal geklärt werden muss, welche Kräfte und Mittel vorhanden sind und welche tatsächlich benötigt werden. Schritt für Schritt, meist im Laufen, finden die Retter ihre Aufgaben und werden dabei genau beobachtet. Großburgwedels stellvertretender Ortsbrandmeister Tibor Biczok zählte zu den Teilnehmern, die mittels Stift und Klemmbrett die Abläufe exakt dokumentierten.

Übung ist für Sprecher Teil eines Seminars

Während die Retter unter Strom stehen, brachten die Darsteller viel Geduld auf. Störungen lieferten ungeplant Passanten. Ungerührt lief eine Fahrradfahrerin mitten durch das Geschehen und hob ihr Rad dabei sogar über ein gespanntes Drahtseil, das ein umgekipptes Auto sicherte. „Ich müsste sonst einen Umweg fahren“, berichtete die Dame ungerührt. Oliver Schütte, Langenhagens stellvertretender Stadtbrandmeister, hat für dieses Verhalten null Verständnis: „Wir erteilen dann auch Platzverweise“, berichtete er von seiner Reaktion im Ernstfall.

Unter den Aktiven waren auch die Sprecher der Städte und Gemeinden, sowie die Mitglieder der Feuerwehren in der Region Hannover, die sich um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Für sie war die Übung Bestandteil eines Seminars, das am Vormittag im Feuerwehrgerätehaus in Engelbostel stattfand. Während des Einsatzes war das Feuerwehrhaus ein fiktives Rathaus, in dem die Sprecher die Informationen koordinierten und Pressemitteilungen schrieben. Zur gespielten Pressekonferenz kamen echte Medienvertreter von Radio, Zeitung und Fernsehen. Stadt-, Gemeinde- und Feuerwehrsprecher informierten über die Lage. Zum Abschluss des Medientrainings gab es ein ehrliches Feedback mit einigen Kritikpunkten, aber auch großes Lob von den echten Medienvertretern.

Alle Polizei- und Feuerwehrübungen aus Langenhagen finden Sie im Polizeiticker.

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