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Langenhagen BiKa investiert in Biogasanlage 700.000 Euro
Umland Langenhagen BiKa investiert in Biogasanlage 700.000 Euro
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00:19 01.12.2018
Enercity-Bauleiter Tobias Heimberg (Mitte) erläutert den EPL-Mitarbeitern Martin Grätz (links) und Oliver Peter die Baupläne an der Biogasanlage. Quelle: Leonie Oldhafer
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Kaltenweide

Die Biogasanlage Kaltenweide erhält einem neuen, dritten Gärreste-Behälter. Die Bauarbeiten haben jetzt begonnen. Von der Investition in Höhe von rund 700.000 Euro versprechen sich die Verantwortlichen der BiKa GmbH unabhängiger von Extremwetterlagen arbeiten zu können, um auch Einschränkungen im Betrieb zu vermeiden.

An der Kaltenweider Anlage an der Weiherfeldallee ist die Energieprojektgesellschaft Langenhagen (EPL) mit einem Anteil von 70,4 Prozent beteiligt, die anderen 29,6 Prozent teilen sich sieben Landwirte aus der Region. Sie liefern auch einen Teil des benötigten Rohstoffs für die Biogasanlage, etwa Mais oder Gras. Nach Auskunft von BiKa- Geschäftsführer Jörg Wegener müssen bisher bei Dauerregen oder langanhaltender Trockenheit die Gärreste aus der Biogas-Erzeugung teilweise länger gelagert werden, da sie dann nicht als Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden können.

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Unabhängig vom Wetter wirtschaften können

So reichten im letzten sehr nassen Herbst die vorhandenen Kapazitäten nicht aus und die Biogas-Produktion musste sogar heruntergefahren werden. Und das, obwohl die BiKa ein externes Lager – es reicht für gut 30 Tage – betreibt. In der Folge sei weniger Energie erzeugt worden. „Dadurch können wir unsere Vorteile beim Klimaschutz nicht voll ausspielen und die Kosten für die Produktion steigen unnötig“, berichtet Wegener. Um das in Zukunft zu verhindern, haben die BiKa Gesellschafter beschlossen, einen dritten Behälter für die Lagerung der Gärreste zu bauen. Mit diesem könnten nun die Gärreste 270 Tage zwischengelagert werden, bevor Landwirte sie als Dünger verwenden. Bisher reichte der Platz bei voller Produktion nur für 150 Tage.

Trotz der Investition – mit einer Fertigstellung der Anlage wird im nächsten Frühjahr gerechnet – wird nicht mehr Biomasse etwa aus Mais oder Gras bestehend für die Energieerzeugung eingesetzt. „Wir können durch die vergrößerte Lagerkapazität jedoch die Nachgärung ganzjährig nutzen“, erläutert Wegener. Dank dieses weiteren Nebeneffekts könne die BiKa so ohne den Einsatz zusätzlicher Rohstoffe die Biogas-Produktion um ein bis zwei Prozent steigern. Das bedeutet seinen Angaben zufolge einen zusätzlichen Ertrag von 200 bis 400 Megawattstunden Biogas, dass etwa der Nahwärmeversorgung des Weiherfeldes diene. Des Weiteren gebe es weniger Umweltbelastungen durch den Transport der Gärreste in das externe Lager.

Der Bau des Gärrest-Behälters wird schätzungsweise 700.000 Euro kosten. Doch die Kaltenweider brauchen angesichts der Investitionssumme bei den Bezugskosten nichts befürchten: „Es bleibt alles beim alten“, verspricht Martin Grätz von der Energie-Projektgesellschaft, die zu gleichen Teilen der Stadt Langenhagen und Enercity gehört. Auch der Betrieb der Biogasanlage wird nicht von den Bauarbeiten eingeschränkt.

Infos über die Biogasanlage

Die Biogasanlage Kaltenweide liefert nach Angaben des Betreibers seit Ende 2008 klimaschonende Energie für die Energiezentrale Weiherfeld. Betrieben wird die Anlage von der BiKa GmbH. Sie wurde am 13. Februar 2008 gegründet und hat das Biogasprojekt von der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen (EPL) übernommen.

In der Kaltenweider Anlage entsteht durch das Vergären der aus Energiepflanzen wie Mais oder Gras entstandenen Silage Biogas. Getrocknet und entschwefelt fließen dann nach Unternehmensangaben rund 390 Kubikmeter Biogases pro Stunde durch die eineinhalb Kilometer lange Leitung zum Blockheizkraftwerk an der Maria-Montessori-Straße in Kaltenweide. Dort wird es direkt in Strom und Wärme umgewandelt. In Kaltenweide kann durch die umweltfreundliche Energieerzeugung der Ausstoß von 8600 Tonnen CO2 jährlich vermieden werden, heißt es vom Betreiber weiter. swa

Von Leonie Oldhafer und Sven Warnecke