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Langenhagen Das ist der neue VR-Simulator „Birdly“ am Flughafen Hannover
Umland Langenhagen

Ausprobiert: Das ist der neue VR-Simulator „Birdly“ am Flughafen Hannover

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00:18 30.06.2019
Nach dem zweiminütigen Flug fällt es schwer, sich an den Boden unter den Füßen zu gewöhnen. Quelle: Rainer Droese
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Langenhagen

Einmal ein Vöglein sein. Sicher der Traum vieler Menschen. Meiner eher nicht. Mit Höhen- und Flugangst klingt das nach einer mäßigen Verheißung. Für die HAZ habe ich es dennoch ausprobiert – im neuen Virtual Reality-Simulator „Birdly“ am Flughafen Hannover.

Beim Einstieg in den „Birdly“ begebe ich mich fast in eine waagerechte Position. Die Füße liegen parallel in einem Gestell, Hände und Arme befinden sich auf den beweglichen Flügelplatten. Auf dem Kopf trage ich ein Headset mit einer Virtual Reality-Brille. Direkt vor meinen bedeckten Augen ist dann noch ein Ventilator – für die Simulation der Flugluft.

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Der Flug startet unvermittelt – mitten in Manhattan. Wie ein großer Adler soll ich mich bewegen – und nicht wie ein Kolibri mit den Flügeln schlagen. Ich ziehe vorbei an hohen Wolkenkratzern. Glasfassade reiht sich an Glasfassade – ganz schön eng für einen Vogel. Durch Drehbewegungen mit den Händen kann ich die Hochhäuser umkurven. Bewege ich meine Arme nach unten geht der virtuelle Vogel, also ich, in den Sturzflug. Kurz wird mir etwas unwohl. Der Simulator bewegt meinen Körper stark nach vorn, der Wind wird stärker und ein Gefühl der Schwerelosigkeit stellt sich ein.

Vorabtest des Ganzkörper-Flugsimulators Birdly. Quelle: Rainer Dröse

Auf der Suche nach dem Urtraum des Menschen

Und genau das war auch das ursprüngliche Ziel des „Birdly“: In einem Projekt der Zürcher Hochschule der Künste wollten Forscher nach dem menschlichen Urtraum suchen. Schnell sind sie auf einen simulierten Vogel gekommen. Mit den technischen Gegebenheiten der digitalen Welt ist das auch kein Problem mehr. Bei der Konstruktion wurde die klassische Virtual-Reality Simulation mit Brille und Kopfhörer aber erweitert. Normalerweise haben die Augen das Hirn betrogen, aber der Körper konnte nicht mitgehen – wie bei einem 3D-Film im Kino. Im „Birdly“ kann ich meinen Körper nun komplett interaktiv selbst bewegen.

Zwei Minuten dauert mein Flug und plötzlich kommt ein Ortswechsel: Ich verlasse die eher vogelunfreundliche Gegend in New York und tauche ein in das reine Weiß der Alpengipfel. Vor mir liegt das Matterhorn, mit fast 4500 Metern einer der höchsten Berge. Auch wenn beim Blick nach links fast die Kollision mit einem Flugzeug droht, ist das Adler-Sein hier ein freiheitliches Erlebnis. Und, was soll ich sagen, trotz aller Befürchtungen: Einmal ein Vöglein sein, ist ein großartiges Gefühl.

So können Sie den Birdly selbst testen

Seit 2015 wird der „Birdly“ kommerziell vertrieben. Nun hat der Flughafen Hannover zugeschlagen und sich ein Gerät in seinen Skylight-Bereich zwischen den Terminals A und B gestellt. Ab Juli können auch Besucher den virtuellen Flug wagen. Für 8,50 Euro gibt es zweieinhalb Minuten Adler-Sein – inklusive des Zugangs zur Ausstellung und Aussichtsplattform des Flughafens. Damit keine großen Wartezeiten entstehen, müssen die Termine zuvor online gebucht werden.

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Von Sebastian Stein