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Langenhagen Kommentar zum Feuerwehr-Neubau: Chaos statt Lösung
Umland Langenhagen Kommentar zum Feuerwehr-Neubau: Chaos statt Lösung
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00:21 10.09.2018
Klar ist derzeit nur: Auf dem Zellerieplatz ist es für Feuerwehr, Schule, Schützen und Kindergarten zu eng.
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Kaltenweide

Wenn es brennt, kommt die Feuerwehr. Sie löscht das Feuer mit Wasser aus Schläuchen und großen Autos, mit denen sie möglichst schnell ihr Ziel erreichen können. Ja, das klingt banal. Aber im Streit um einen möglichen Neubau in Kaltenweide sind einfach zu verstehende, eindeutige Sätze Mangelware. Man kann froh sein um jede Erkenntnis, die dauerhaft als gesichert gilt.

Im November 2015 gibt es davon noch mehr: An der Zellerie ist es eng. Jedenfalls zu eng für zu viele Schüler und Kindergartenkinder, deren Eltern, feiernde Schützen und vom Hof preschende Feuerwehrleute. Da wäre es doch eine gute Idee, wenn man für die Feuerwehr an einem anderen schönen Ort ein neues Gerätehaus baut. Der an der Zellerie frei werdende Platz könnte dann für die Kinderbetreuung genutzt werden. Eine (zu) schnelle Skizze der Feuerwehr deutet (allzu) schnell den leerstehenden NP-Markt als Lösung aus. Gute Idee. Eigentlich.

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Im September 2018 ist es an der Zellerie immer noch eng. Soviel ist sicher. Der Rest jedoch ist Chaos. Anders lassen sich die inzwischen kaum noch zählbaren Sitzungen, gegensätzlichen Beschlüsse, sich widersprechenden Aussagen und – vor allem – gegenseitigen Vorwürfe nicht ernsthaft bezeichnen. Weder in der Politik, noch in der Verwaltung, nicht einmal innerhalb der Feuerwehr selbst ist ein klarer Plan erkennbar, geschweige denn ein Ziel oder womöglich ein Lösungsweg.

Im November 2017 sieht es für einen kurzen Moment so aus, als würde alles gut: Zur Verwaltungs- wie auch der Feuerwehr-Spitze ist eine bemerkenswerte Erkenntnis durchgedrungen. Die Fläche des NP-Marktes an der Ecke Kananoher/Wagenzeller Straße sei ebenfalls zu klein für die Feuerwehr. Statt dessen könnte aber auf einer stadteigenen Wiese nördlich des Weiherfeldkreisels gebaut werden. Das hätte ebenfalls eine gute Idee sein können – wenn sich die Beteiligten vor der Veröffentlichung wirklich einig gewesen wären.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Zunächst einmal wird von Anfang an die Feuerwehr Kaltenweide intern nicht müde, Beschlüsse des Ortskommandos zu untergraben. Diverse Volten und erneute Prüfaufträge aus dem Ortsrat (jeweils getragen von durchaus sehr eigenen Motiven) schließen sich an. Ein schneller Beschluss rückt in die Ferne. Nicht viel überzeugender agiert jedoch die Stadtverwaltung selbst. Im Langenhagener Rathaus werden zeitgleich mehrere, einander widersprechende Vorlieben zur Entwicklung von Gewerbe und Wohnbebauung gehegt, vorangetrieben oder eben ausgebremst. Zum krönenden Abschluss nun hat sich die Kaltenweider Politik derart in die NP-Markt-Idee verbissen, dass all die hochtrabenden Sparappelle im Rat über Bord geschmissen werden. Wirtschaftlichkeit beim Grundstückskauf? Egal! Sparen beim Bau? Aber doch nicht hier! Zur Not soll es nun ein aufgeständerter Parkplatz sein. Das müsse der Stadt die Arbeit der Feuerwehr schon wert sein, wird staatstragend erklärt. Nur zur Erinnerung: Nahezu dieselben Politiker hielten der Feuerwehr noch vor wenigen Monaten vor, sie wolle zu viel, müsse sich auch mal mit weniger zufrieden geben. Wer soll da überhaupt noch jemandem etwas glauben?

Richtig: Der Stadt sollte die Arbeit der Feuerwehr etwas wert sein. Das aber ist nicht allein in Geld zu bemessen. Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit wären jetzt gefragt. Allerdings bei allen Beteiligten.

Von Rebekka Neander

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