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Langenhagen Kunstraum gibt auf und zieht um
Umland Langenhagen Kunstraum gibt auf und zieht um
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00:15 07.10.2018
Hannelore Niescken-Voigt packt die Kunstwerke ein. Quelle: Stephan Hartung
Langenhagen

Natürlich ist Wehmut dabei. „Ja, sehr stark“, sagt Hannelore Niescken-Voigt. „Ich habe 20 Jahre im CCL den Kunstkreis geleitet, war vorher zwölf Jahre hier – das ist alles schon traurig.“ Hier, das ist der Kunstraum an Schaumanns Hof. Nun war in der kleinen Galerie der letzte Tag. Oder um es in der Kunstsprache auszudrücken: Finissage. Der Kunstraum schließt. Für immer.

Einige Kunstwerke ziehen mit nach Krähenwinkel um. Quelle: Stephan Hartung

In den vergangenen Jahren, erzählt Niescken-Voigt, sei der Rückgang an Besuchern und Künstlern immer deutlicher zu spüren gewesen. Das liegt ihren Angaben zufolge einerseits an der fehlenden Attraktivität des Ausstellungsraums – eine ehemalige Tischlerei, die schlecht isoliert ist. „Wir hatten oft mit Feuchtigkeit zu kämpfen. Maler und Fotografen haben daher ihre Arbeiten ungern ausstellen wollen. Die andere Ursache liegt am Standort, schlecht von der Walsroder Straße aus einsehbar. „Wir liegen hier etwas versteckt. Vor einem Jahr ist dann bei mir der Entschluss gereift, die Galerie zu schließen.“

Bedauern drückt sich nicht in Besucherzahlen aus

Dennoch: Dieser Schritt wäre vermeidbar gewesen. „Ich bin zuletzt sehr oft angesprochen worden. Die Schließung wurde von vielen Leuten bedauert, auch von Künstlern.“ Hätten alle, die ihr Wehklagen bekundet haben, mitgeholfen – vielleicht wäre eine Zukunft für den Kunstraum möglich gewesen. Und in der vergangenen Woche, als Hannelore Niescken-Voigt in der Abschiedswoche täglich von 15 bis 17 Uhr geöffnet hatte, kamen viele Menschen vorbei. Nochmal gucken, ein wenig quatschen – und Kunstwerke kaufen. „Wir haben viel verkauft, müssen trotzdem viele Werke einpacken.“

In der Galerie sind auch ihre eigenen Exponate zu sehen. Sie stellt Skulpturen aus, die sie mit einem aufwendigen Verfahren herstellt: Japanische Brenntechnik ist ihre Leidenschaft. Zu ihrer Freude haben sich ein Werk, das auf den Namen „Befreit“ hört, Verantwortliche der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen gesichert.

In neuen Räumen geht es weiter

Der eine Kunstraum schließt, in einer anderen Räumlichkeit geht es weiter – auch wenn der vorhandene Platz von rund 80 auf 30 Quadratmeter sinkt. Denn wer wie die 74-Jährige Kunst liebt, gibt nicht so schnell auf. In ihrem eigenen Atelier in privater Umgebung in Krähenwinkel, Mittelweg 2, gibt es einen Neustart. Dort ist jetzt der Kunstraum zuhause. Und auch die erste Ausstellung steht schon fest: Ab 25. November zeigt die Malerin Giselheid Cornelsen ihre Werke. Also, es geht weiter, nur unter anderen Vorzeichen.

Von Stephan Hartung

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