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Langenhagen Das Zittern gehört einfach dazu
Umland Langenhagen Das Zittern gehört einfach dazu
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00:19 12.12.2018
„Nun aber schnell ins Warme: Bei den ersten Norddeutschen Eisschwimm-Meisterschaften in Langenhagen weist der Silbersee eine Wassertemperatur von 5,6 Grad Celsius auf. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

 Gut 60 tapfere Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren haben sich am Wochenende bei den ersten Norddeutschen Eisschwimm-Meisterschaften in Langenhagen getroffen. Bei kühlen 5,6 Grad Celsius Wassertemperatur legten die Teilnehmer aus ganz Deutschland, aus Lettland, Dänemark sowie den Niederlanden am Sonnabend und Sonntag im Silbersee Strecken zwischen 50 und 1000 Meter zurück. Für die Sicherheit sorgte die Ortsgruppe der DLRG.

Überwindung gehört bei diesen Temperaturen dazu.

Als Veranstalter dieses erstmals im Norddeutschen Raum ausgetragenen Wettbewerbs trat mit Florian Battermann ein in Langenhagen nicht unbekannter Schwimmer auf. Und er stieg natürlich auch ins Wasser. Gleichwohl: Angesichts der Temperaturen war es dann doch zu warm, damit die Wettkämpfe in die offizielle Wertung des internationalen Eisschwimmverbandes Einzug finden, meinte er. Doch das schmälerte nicht den Spaß der Teilnehmer – die Veranstaltung glich vielmehr einem Familientreffen.

Battermann gibt frank und frei zu, dass es sich um eine Extremsportart handelt. Er selbst habe diese in Deutschland noch junge Disziplin für sich entdeckt, um das ganze Jahr über in offenen Gewässern schwimmen gehen zu können. Doch dazu brauche es einige sportliche Vorbereitung, damit der menschliche Körper diese Temperaturen auch unbeschadet überstehen kann, sagt der Schwimmer im Gespräch dieser Zeitung. Diese Bemühungen können die Langenhagener in der Wintersaison zwischen Dezember und März auch jeden Sonntag am Silbersee beobachten, wenn Battermann zusammen mit seiner Trainingsgruppe ins Wasser steigt. Dabei ernten er und seine Mitschwimmer ganz unterschiedliche Reaktionen: Sie variieren zwischen „Hut ab“ und „ Ihr seid bekloppt“, berichtet er.

Beim Eisschwimmen sind Fettpolster durchaus erwünscht

Für diese Disziplin muss der Körper sukzessive an die Temperaturen herangeführt werden, erläutert er. Mehr noch: Es gilt, sich ein entsprechendes Fettpolster anzufuttern, verrät Battermann. Denn Neoprenanzüge sind bei diesem Sport verpönt. Diese sonst allgemein gefürchteten Pölsterchen am Körper werden von den Schwimmern liebevoll „Biopren“ genannt. Und das dürfen dann über die Wettkampfmonate durchaus zwischen 10 bis 20 Kilogramm sein. Einzige im Wasser gestattete Textilien sind Badehose – Frauen tragen Badeanzüge oder Bikini – sowie Badekappen. „Ein bisschen Zittern gehört halt dazu“, gesteht Battermann, nachdem er aus dem Wasser gestiegen ist. Im Anschluss geht es dann zum Aufwärmen in die angeheizte Fasssauna.

Battermann will diesen Sport nach eigenen Angaben in Deutschland, speziell im Norden etablieren. Bislang mussten die Schwimmer zu Wettkämpfen mindestens bis in Niederlande oder in den Süden des Landes fahren. Sein Traum: Irgendwann mit der Disziplin olympisch werden und bei der Winterolympiade dabei sein.

Wer mehr über das Eisschwimmen erfahren möchte, findet im Internet weitere Informationen. Battermann selbst ist auf der Facebook-Seite Internationale Norddeutsche Eisschwimmmeisterschaften zu finden.

Von Sven Warnecke

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