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Langenhagen Fluglärm: Jetzt sind die Kommunen gefragt
Umland Langenhagen Fluglärm: Jetzt sind die Kommunen gefragt
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21:14 01.04.2019
Maschine im Anflug auf Langenhagen: Über das Fluglärmgesetz und die Nachtflugregelung wird neu verhandelt. Quelle: picture alliance / Jochen Lübke/
Hannover

 Wie geht es weiter mit der Nachtflugerlaubnis für den Flughafen in Langenhagen? Viele Menschen im Norden der Region Hannover würden sich ein Verbot für nächtliche Flüge wünschen, doch das erscheint zunehmend unrealistisch – weil der Bund nicht auf die Erlaubnis verzichten will. Nun geht es um die Frage, wieviel Lärmschutz sich durchsetzen lässt. Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium will jetzt die betroffenen Kommunen hören. Ein erstes Schreiben ist verschickt, voraussichtlich bis Ende Juli haben die Kommunen Zeit zu antworten. Doch was sie zu sagen haben, ist für die Nachtflugregelung nicht bindend. Gleichwohl will die Landesregierung die Wogen der Fluglärmgegner offenbar glätten.

Die Nachtflugregelung für den Flughafen Langenhagen beschreibt, welche Flugzeug- und Triebwerkstypen zwischen 22 Uhr und 5.59 Uhr in Langenhagen landen und starten dürfen. Die Gültigkeit des aktuell geltenden Katalogs läuft 2019 ab. Zeitgleich steht das Bundesfluglärmgesetz von 2007 zur Novellierung an. Es ist rechtliche Grundlage sowohl für die Nachtflugregelung als auch für den baulichen Schallschutz in den Lärmschutzzonen. Die dafür angesetzte Überprüfung der Lärmwerte verzögert sich bis 2021, da sich – wie es in einem ersten veröffentlichten Bericht der Bundesregierung heißt – die Auswirkungen des seither gesetzlich basierten baulichen Schallschutzes „noch nicht abschließend beurteilen“ ließen. Langenhagen, Garbsen und Isernhagen sind da schon weiter. Dort läuft die Antragsfrist für eine Kostenerstattung von Schallschutzfenstern oder Dachdämmung am 21. September 2020 schon wieder ab. Langenhagen zählte 2010 zu den ersten drei Flughäfen in Deutschland, an denen mit der Umsetzung dieses Schallschutzes begonnen wurde.

Bundesregierung glaubt, es wird leiser

Während die Bürgerinitiativen zwischen Isernhagen und Garbsen sich über steigenden Lärm beschweren, auf Studien zur Gesundheitsgefährdung durch Lärm hinweisen und mit Klage drohen, geht die Bundesregierung in ihrem Bericht von einer mittelfristigen Minderung der Immissionswerte um 1 bis 3 Dezibel aus. Hintergrund sei der vermehrte Einsatz leiserer Triebwerke. Der einzige Trost für die Initiativen: In keinem Fall sollten sich existierende Lärmschutzzonen verkleinern. Was letztlich im Gesetzestext formuliert wird, entscheidet sich erst ab Mitte 2020. Aus dem Wirtschaftsministerium Hannover, derzeit mit der Nachtflugregelung befasst, kommen erste Andeutungen: Das Ministerium stimme sich derzeit mit dem für passiven Schallschutz zuständigen Umweltministerium ab, wie „künftige Erleichterungen“ für die Anwohner aussehen könnten. „Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.“ Wie diese neuen Erleichterungen mit dem absehbaren Fristablauf für passiven Schallschutz zusammenpassen, lässt Raum für Spekulationen.

Im Langenhagener Rathaus löst der Bericht der Bundesregierung, über den zunächst im Bundestag und dann im Bundesrat gesprochen wird, erst einmal Kopfschütteln aus. Auf die vom Bundesumweltministerium vor langer Zeit abgefragte Stellungnahme der Stadt gehe der Bericht nicht ein, heißt es. Für die Umlandkommunen Hannovers eröffnet das neue Fluglärmgesetz nach derzeitiger Empfehlung lediglich mehr Schallschutz von Schulen und Kindertagesstätten sowie Krankenhäusern. Damit reagiere der Gesetzgeber laut Bericht auf die Erkenntnisse der „Norah“-Studie zur Wirkung von Lärm. So könnten „erhöhte Fluglärmbelastungen“ bei Kindern zu einer „Verzögerung beim Erwerb der Lesekompetenz“ führen.

Von Rebekka Neander

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