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Langenhagen Kein Ausrichter gefunden: Osterfeuer in Engelbostel fällt aus
Umland Langenhagen Kein Ausrichter gefunden: Osterfeuer in Engelbostel fällt aus
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00:15 11.04.2019
Osterfeuer in Engelbostel Quelle: privat (Archiv)
Engelbostel

In Engelbostel gibt es in diesem Jahr erstmals seit vielen Jahren kein Osterfeuer. Nach Angaben von Ortsbürgermeisterin Bettina Auras hat sich kein Verein gefunden, der die traditionelle Veranstaltung am Ostersonnabend ausrichten will. Doch die Christdemokratin ist zuversichtlich, dass es im nächsten Jahr auf der Wiese an der Straße Am Krähenberg wieder an den Ostertagen ein Feuer gibt.

Der Ortsrat hat nach Auras Angaben alle Engelbosteler Vereine angesprochen, doch keiner wollte die Organisation übernehmen. Auch der Ortsrat habe kurz überlegt, sich um die Veranstaltung zu kümmern, sagt die Ortsbürgermeisterin. Doch die Kommunalpolitiker haben bereits mehrere Veranstaltungen, die sie begleiten.

MTV findet keine Helfer bei Organisation

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte der Vorstand des MTV Engelbostel-Schulenburg bei einer Sitzung beschlossen, das Feuer nicht mehr auszurichten. Dies habe nach Auskunft von Hartmut Dietzsch, Pressewart des Vereins, mehrere Gründe gehabt – unter anderem aus Mangel an Helfern. Zudem sei die Veranstaltung auch aufgrund der Kosten für den Verein unattraktiv geworden. Für die Vereinskasse sei nichts übrig geblieben. Die Kosten hängen mit dem Standort zusammen, bei dem es vor Ort keine Infrastruktur gibt. Zudem ist das Osterfeuer auch wetterabhängig. Der Verein habe alle Abteilungen versucht zu motivieren, sagt Dietzsch. 2017 hatte die Herren-Fußballmannschaft das Osterfeuer federführend organisiert.

Der Verein habe die Entscheidung sofort dem Ortsrat mitgeteilt und sich damit offiziell aus der Veranstaltung herausgezogen. Seit 2000 hatten sich der MTV und die Schützen bei der Ausrichtung abgewechselt. In diesem Jahr wäre der MTV wieder an der Reihe gewesen. Vor dem Jahr 2000 hatte der Schützenverein im Wechsel mit der Ortsfeuerwehr das Osterfeuer organisiert. Doch diese möchte nicht einspringen. „Wir machen da nichts“, sagt Ortsbrandmeister Robert Heidrich auf Nachfrage. Die Ehrenamtlichen hätten darüber nachgedacht. Doch der Aufwand sei zu groß. Zudem organisieren die Einsatzkräfte immer das Maibaum-Aufstellen am 1. Mai. Und auch die Eröffnung des neuen Gerätehauses am Stadtweg rückt nach Auskunft Heidrichs immer näher. „Wir haben im Moment genug um die Ohren“, sagt der Ortsbrandmeister.

„Es ist natürlich eine Menge Arbeit – das ist ganz klar“, sagt Auras. Zur Wiese am Rande des Ortsteils müsse alles hintransportiert werden – von Getränkeständen bis zu mobilen Toiletten und einem Stromgenerator. Auch an das Aufräumen müsse gedacht werden. Und das Brennmaterial dürfe nicht zu früh angeliefert werden.

Vereine müssen viele Auflagen erfüllen

Thomas Ulbig, Pressewart der Schützen, bestätigt, dass die Veranstaltung eine Menge Arbeit bedeutet. „Es ist ein wahnsinniger Aufwand“, sagt er auf Nachfrage. „Von Seiten des Gesetzgebers werden ganz schöne Steine in den Weg gelegt.“ Die Auflagen seien hoch. Es werde für die Organisation ein Team von 25 bis 30 Leuten benötigt, um alles erledigen zu können. Der SV will das Feuer deshalb nicht jährlich machen – auch in diesem Jahr nicht. „Alle zwei Jahre reicht uns – aufgrund des Aufwands und der Auflagen“, sagt Ulbig.

Es hat in der Vergangenheit Überlegungen gegeben, das Feuer weiter in den Ortskern zu verlagern. Doch diese seien aktuell nach Auskunft von Auras wieder verworfen worden. Der Standort Am Krähenberg sei schwierig, bestätigt auch SPD-Politikerin Gudrun Mennecke. Doch im Moment gebe es keine Alternative. Auras habe nach eigenen Angaben von vielen gehört, die es schade finden, dass das Osterfeuer ausfällt. „Aber viele sehen die Arbeit nicht, die dahinter steckt“, sagt die Ortsbürgermeisterin. Auch Mennecke sagt: „Ich finde es wirklich schade“. Doch Auras will die Hoffnung nicht aufgeben, einen Ausrichter für 2020 zu finden.

Auch, wenn es Am Krähenberg in diesem Jahr keine Veranstaltung gibt: Verzichten müssen die Engelbosteler nicht auf ein Osterfeuer. Ganz in der Nähe in Schulenburg richtet die Ortsfeuerwehr am Sonnabend, 20. April, ab 17 Uhr am Angelsee (Roter Weg) ein Feuer aus. Auch auf dem Gelände der Ortsgruppe Hannover Engelbostel des Verein für Deutsche Schäferhunde, Köllingsmoor 1, gibt es am Sonnabend ab 18 Uhr ein Osterfeuer.

Kommentar: Gemeinsam ist besser

Die Absage des Osterfeuers lohnt einen Blick über die Dorfgrenze. Um die etablierte Veranstaltung im Westen der Stadt zu retten, sollte die Arbeit auf mehrere Schultern – sprich Vereine – verteilt werden. Schließlich ist der Aufwand immens, bei steigenden Kosten und sinkender Zahl an Ehrenamtlichen. Deshalb will in Engelbostel in diesem Jahr kein Verein das Osterfeuer organisieren. Angesichts der räumlichen Nähe zu Schulenburg ist es sinnvoll, bei derartigen Veranstaltungen ortsteilübergreifend zu arbeiten. Bei der Feuerwehr und dem Bau des neuen Gerätehauses am Stadtweg sowie einigen Vereinen und Verbänden klappt das bereits. Auch dank der Grundschule ist die Verbindung beider Ortschaften eng: Man kennt sich eben. Beide Dörfer sollten gemeinsam nach einem Ausrichter und Organisator Ausschau halten. Das würde die ehrenamtlichen Helfer spürbar entlasten. Und nicht nur das. Ein von Engelbostelern und Schulenburgern organisiertes Osterfeuer würde wohl auch wieder mehr Besucher anziehen. Dieses in die Zukunft gerichtete Modell wird in Langenhagen bereits seit Jahrzehnten beim Schützenfest praktiziert – mit gleichbleibend großem Erfolg.

Osterfeuer in Langenhagen: Aller Termine, Adressen und Infos

Hier gibt es eine Übersicht mit allen von der Verwaltung genehmigten Feuern im Stadtgebiet.

Osterfeuer: Das sind die Voraussetzungen für eine Genehmigung

Bei Osterfeuern handelt es sich nach Angaben von Langenhagens Stadtsprecherin Sabine Mossig um sogenannte Brauchtumspflege. „Diese sind bei der zuständigen Ordnungsbehörde anzuzeigen“, sagt sie. Folgende Anforderungen müssen Antragsteller für eine Genehmigung des Osterfeuers nach Auskunft Mossigs erfüllen: Für das Feuer darf nur trockenes und unbehandeltes Holz sowie Baum- und Strauchschnitt oder Stroh genutzt werden. Die Grundfläche des gestapelten Materials sollte nicht mehr als sechs mal acht Meter betragen. Andere Materialien dürfen nicht verbrannt werden. Das Feuer darf nur bei Windstille oder höchstens schwachem Wind angezündet werden. Der Holzstapel sollte innerhalb weniger Stunden abgebrannt sein. Das Feuer muss nach Angaben Mossigs von mindestens zwei voll arbeitsfähigen Menschen beaufsichtigt werden, „die mit Schaufel, Waldbrandpatschen und geeigneten Geräten zu Bodenabdeckung ausgerüstet sind“. Die Stadt könne auch eine Brandsicherheitswache anordnen. Das Feuer muss beim Verlassen der Brennstelle gelöscht sein. Zudem darf die Veranstaltung nicht unter Hochspannungsleitungen oder über Versorgungsleitungen stattfinden.

Für Osterfeuer, die auf städtischen Flächen abgebrannt werden, gibt die Verwaltung nur eine Zustimmung, wenn folgende Anforderungen beachtet werden: Das Feuer darf nur auf der im Antrag genannten Fläche stattfinden. „Das Brennmaterial sollte frühestens eine Woche vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden“, sagt Mossig. Zudem muss vor dem Anzünden kontrolliert werden, ob sich in dem Holzstapel Tiere aufhalten. Nach Angaben der Stadtsprecherin ist es untersagt, Plastikabfälle oder beschichtetes und gestrichenes Holz zu verbrennen. Der Veranstalter übernimmt die Haftung für entstandene Schäden und muss sich auch um die Reparatur kümmern. Nach dem Osterfeuer muss die genutzte Fläche wieder „frei von Abfall, Unrat und nicht verbrauchten Material sowie Brennrückständen“ sein. Für die offizielle Rückgabe müssen die Veranstalter einen Termin mit der Verwaltung vereinbaren.

„Für das Angebot von Essens- und Getränkeständen sind die erforderlichen Genehmigungen ebenfalls im Ordnungswesen einzuholen“, sagt Stadtsprecherin Mossig.

Von Julia Polley

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