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Langenhagen Klimaschutz: Schüler starten eigenes Projekt zur Mülltrennung
Umland Langenhagen

Klimaschutz in Langenhagen: Gymnasium startet Projekt zur Mülltrennung

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16:57 03.12.2019
Setzen sich gemeinsam für Mülltrennung ein: Bürgermeister Mirko Heuer (von links), die Schüler Timor, Maxim, Monja, Kian, Tim und Natalie sowie Schulleiter Matthias Brautlecht. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Die Schüler des Gymnasiums Langenhagen setzen sich nun noch stärker für die Mülltrennung und damit für den Klimaschutz ein. Das Projekt ist jetzt in der Schule an beiden Standorten gestartet – auch mithilfe der Godshorner Kartonagenfabrik Eikemeier, die die 250 Abfallbehälter aus recycelter Pappe kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Doch die Schüler übernehmen auch selbst Verantwortung: Sie müssen die Abfallbehälter selbst zu den zentralen Containern transportieren, entleeren und zurück in die Klassenräume bringen.

Nach Auskunft von Schulleiter Matthias Brautlecht hatte vor zwei Jahren eine fünfköpfige Gruppe aus dem Politikkurs des elften Jahresgangs ein Konzept zur Mülltrennung am Gymnasium entwickelt. „Ich bin froh, das jetzt anschieben zu können“, betonte der Studiendirektor und dankte sowohl der Stadtverwaltung wie auch der Firma Eikemeier für die Unterstützung. Dass es von der Idee bis zur Umsetzung ganze zwei Jahre gedauert habe, sei der umfangreichen Vorbereitung geschuldet, meinte Brautlecht. Es gehe darum, ein Bewusstsein für das Trennen von Müll zu schaffen. Besser noch, Abfall in Gänze zu vermeiden.

Schulleiter Matthias Brautlecht ist nach eigenen Angaben froh, dass das Projekt zur Mülltrennung nun im Gymnasium gestartet wird. Quelle: Sven Warnecke

Heuer sieht Schüler als Multiplikatoren bei Müllvermeidung

Bürgermeister Mirko Heuer erinnerte bei dem Start des Projekts an die Ziele der Agenda 2030, zu denen sich auch die Stadt Langenhagen verpflichtet habe. Dazu zähle etwa auch die Nachhaltigkeit. Wir versuchen, alles nachzumachen, was Greta Thunberg vorgebe, warb der Verwaltungschef bei den Schülern der Jahrgänge fünf bis 13 in der Aula. Er erinnerte auch daran, dass pro Kopf in deutschen Haushalten durchschnittlich 468 Kilogramm Müll entstehe. Allein mit einer verantwortlichen Trennung von Verpackungsmüll und Papier sowie entsprechendem Recycling lasse sich schon viel erreichen, meinte Heuer. Am besten sei aber, auf Verpackungen gänzlich zu verzichten. Mit diesem Projekt hätten die Schüler nun einen Anteil an der Mülltrennung. Er bezeichnete die Gymnasiasten als Multiplikatoren. „Gebt das weiter“, forderte er sie auf.

Lesen Sie auch: Gymnasiasten formulieren 17 Ziele zur Agenda 2030

Die ehemaligen Schüler des Gymnasiums Lorin Yousif und Tobias Dembski haben in einer fünfköpfigen Projektgruppe vor zwei Jahren die Idee für die Mülltrennung entwickelt. Quelle: Sven Warnecke

Lorin Yousif und Tobias Dembski, zwei der fünf Initiatoren des Projektes, haben inzwischen im Sommer ihr Abitur gemacht und sind eigens für den Projektstart an die ehemalige Schule zurückgekehrt. Yousif erinnerte sich, wie es zu der Idee gekommen war: „Wir haben uns gefragt, was uns am Herzen liegt.“ Schnell kam die Sprache auf die Umwelt und ein gesundes Klima. Dabei könne bereits verantwortungsvoller Konsum helfen, berichtete Yousif. Auch auf kleinster Ebene.

Am Ende bleibt das gute Gefühl

Für Tobias Dembski sei dann rasch klar gewesen, dass etwas in Sachen Mülltrennung an der Schule unternommen werden müsse. Zumal im Unterricht ein Film thematisiert wurde, der die Arbeitsbedingungen der Menschen in Afrika zeigte, die in der chemischen Industrie bei der Herstellung von Verpackungsmaterial aus Plastik eingesetzt werden. Deshalb müsse mehr recyceltes Plastik in den Umlauf gebracht werden, fordert Dembski.

„Jede Klasse soll Müll trennen“, umschreibt Yousif das Ziel. Auch wenn das mit ein wenig Aufwand verbunden sei, ergänzt Dembski. „Doch am Ende gibt es das gute Gefühl, etwas getan zu haben.“

Die Godshorner Kartonagenfabrik Eikemeier stellt die klappbaren Pappboxen kostenlos zur Verfügung. Quelle: Sven Warnecke

Nach Angaben des Schulleiters stehen künftig in allen Unterrichtsräumen drei Müllbehälter. Zwei aus Pappe von der Firma Eikemeier für Papier und Plastik sowie ein Restmülleimer aus Kunststoff. „Die Klassen übernehmen Verantwortung für die Leerung der Papier- und Plastikbehälter, der Restmüll wird weiter durch das Reinigungspersonal entsorgt“, listete Brautlecht die Arbeitsweise auf. Die Klassen könnten einmal wöchentlich den Papier- und Plastikmüll zu den festgelegten Müllstationen bringen. „Die Hausmeister am Schulzentrum öffnen dann die Stationen, da im Campus ansonsten die Sammelbehälter abgeschlossen sind.“

Schüler sollen Pappbehälter in Wettbewerb gestalten

Um die Identifikation mit den Pappbehältern der Klasse zu steigern, sollen diese künstlerisch gestaltet werden. „Als Anreiz dafür wird ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem die am besten gestalteten Behälter prämiert werden“, hieß es von Brautlecht weiter. Die Ergebnisse würden einer Jury vorgestellt, und die jeweils drei besten bekämen einen Preis für die Klasse.

Projekte gelten eigentlich immer als befristet. Doch bei diesem soll das nach Angaben Brautlechts nun anders sein. Denn das Konzept soll auch nach Fertigstellung des neuen Gymnasiums an der Theodor-Heuss-Straße Bestand haben, betont der Schulleiter.

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Von Sven Warnecke

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