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Langenhagen Anwohner am Wietzegrund sind ratlos: Wohin mit dem Müll?
Umland Langenhagen Anwohner am Wietzegrund sind ratlos: Wohin mit dem Müll?
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16:39 28.04.2019
Hätten sich gerne mehr Informationen im Vorfeld gewünscht: Heiner Hemann (von links), Jan Thaul, Michael Mahler und sein Schwiegervater Horst Kroschk sowie Dirk Diekmann. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Die Anwohner des Wietzegrunds sind ratlos und verärgert. Ab kommendem Donnerstag holt das Entsorgungsunternehmen Aha ihren Müll nicht mehr an der Haustür ab. Die Anwohner des engen Stichweges in direkter Nachbarschaft der Rennbahn sollen ihren Abfall künftig an der Einmündung zum Falkenweg so abstellen, „dass Säcke und Tonnen den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr nicht behindern“. Dafür aber ist dort gar kein Platz. Auch der Falkenweg ist eng und verfügt über keinen Gehweg. Besondere Brisanz erfährt die Situation durch den Neubau eines Acht-Parteien-Hauses am Ende der Sackgasse.

In den engen Stichweg nördlich der Rennbahn will das Entsorgungsunternehmen Aha künftig weder Fahrzeuge noch Mitarbeiter schicken. Eine alternative Abstellfläche für den Müll aber ist nicht in Sicht.

Eng war es im Wietzegrund schon immer. Die Fahrbahnbreite, heißt es in dem Anschreiben von Aha an die Anlieger vom 1. April, unterschreitet die für die Müllfahrzeuge eigentlich erforderliche Durchfahrtsbreite von 3,50 Meter stellenweise „erheblich“. „Deshalb ist hier eigentlich noch nie ein Müllfahrzeug reingefahren“, sagt Dirk Diekmann, der mit seiner Familie am Wietzegrund lebt. „Doch die Mitarbeiter von Aha kamen bislang immer zu Fuß hier rein und holten den Müll ab.“ Jahrzehntelang, bestätigen auch seine Nachbarn, habe dies so gut funktioniert. Doch Ende Februar, schreibt Aha, sei das Entsorgungsunternehmen nach einer neuerlichen „Gefährdungsbeurteilung“ zum „Rückwärtsfahren“ zu neuen Erkenntnissen gekommen: Ohne Wendemöglichkeit für die dreiachsigen Entsorgungsfahrzeuge stehe ein Befahren des Wietzegrunds im Widerspruch zum geltenden Straßenverkehrs- und Arbeitsschutzrecht und den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften.

Aha: Kein Rechtsanspruch auf Entsorgung zu Fuß

Dass die Fahrzeuge von Aha auch bisher schon nur am Falkenweg hielten und die Mitarbeiter zu Fuß den Wietzegrund erschlossen, spielt auch Sicht des Unternehmens keine Rolle. „Dass die Abfallwerker den Abfall zu Fuß aus der Straße holen, ist in der Satzung nicht vorgesehen“, schreibt Aha-Sprecher Stefan Altmeyer auf Nachfrage dieser Zeitung. „Aus der Tatsache, dass es früher so gemacht wurde, kann kein Rechtsanspruch abgeleitet werden.“ aha sei dann berechtigt, einen Sammelpunkt festzulegen, zu dem die Abfälle von den Bewohnern zu transportieren seien. „Eine Bereitstellung am Einmündungsbereich zur nächsten, von uns zu befahrenden Straße (Falkenweg) ist möglich.“

Auch Stadt hat Bedenken gegen neue Praxis

Das aber sieht die Stadt Langenhagen nicht unbedingt so. „Unsere Fachabteilung hat sehr wohl Bedenken formuliert“, sagt Stadtsprecherin Annika Stegmaier. Dass Aha inzwischen einen Brief an die Anwohner geschrieben habe, sei der Stadt so nicht bekannt gewesen. Auch habe das Entsorgungsunternehmen bislang keinen Antrag gestellt, ob an der Einmündung des Falkenweges ein eigener Abstellbereich definiert werden könne.

Ebenfalls überrascht ist der Bauherr eines derzeit in den Endzügen befindlichen Acht-Parteien-Hauses am Ende des Wietzegrunds. Während Aha auf Nachfrage sehr wohl einen Kontakt zu dem Bauherrn bestätigt, wies Oliver Heil im Gespräch mit dieser Zeitung jegliche Kenntnis von sich. Der Prokurist der Immobilienfirma m² will jetzt umgehend Kontakt zu aha aufnehmen. „Wir hatten in dem Haus natürlich Sammelcontainer für die acht Parteien geplant“, sagte er. „Aber immer in der Annahme, aha fahre das Haus direkt an.“ Wenn aha daran nichts ändere, müsse er nun neu planen.

Kommentar: Handeln im Sinne der Menschen

Klar können es sich am Wietzegrund alle sehr einfach machen: Die Stadt genehmigt ein Acht-Parteien-Haus am Ende einer Sackgasse, weil alle Aspekte geltenden Baurechts im Antrag erfüllt sind. Für die Ver- und Entsorgung des Gebäudes ist sie nicht verantwortlich. Das Entsorgungsunternehmen Aha seinerseits verantwortet im Sinne aller Gebührenzahler einen effizienten Einsatz von Personal und Gerät. In die Röhre gucken am Ende jedoch die Anwohner. Denn es reicht eben nicht, einen simplen Brief zu schicken, von dem – wie im Falle des Neubaus – noch nicht einmal klar ist, ob er die richtigen Empfänger erreicht hat und ob diese die Müll-Unterbringung auf dem engen Grundstück mal eben neu planen können. Es reicht als Stadt auch nicht, sich auf die klare Rechtsposition zurückzuziehen. Am Ende geht es hier um die Menschen, die am Wietzegrund leben. Sie zahlen zwar Gebühren und Steuern, haben aber weder Einfluss auf die Fahrzeugwahl von Aha noch auf die Niedersächsische Bauordnung. In ihrem Sinne sollten Aha und Stadt gemeinsam an Ort und Stelle schnell eine Lösung finden.

Von Rebekka Neander

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