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Langenhagen Unterwasserhockey in der Wasserwelt: So waren die Bundesliga-Spiele
Umland Langenhagen

Langenhagen: Bundesliga Hinrunde im Unterwassserhockey ausgetragen

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17:08 27.10.2019
Im Sportbecken von Langenhagens Wasserwelt kämpfen die Bundeligateams des Unterwasserhockeys gegeneinander. Der Schiedsrichter arbeitet mit Handzeichen. Quelle: Patricia Chadde
Langenhagen

Eigentlich ist es ein ganz normaler Tag in Langenhagens Wasserwelt. Aber warum ist denn das Sportbecken gesperrt? Das fragt mancher Gast, aber auch mancher Mitarbeiter rätselt. Die Antwort klingt einerseits plausibel und dann doch eher ungewöhnlich: Es wird ein Bundesligaspiel ausgetragen – im Unterwasserhockey.

Fünf Vereine mit sieben Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich am Beckenrand eingefunden und werden von Zsofia Endredy (32) dirigiert. Sie hilft bei Fragen sowie Problemen und regelt von der Anzeigetafel über das Protokoll inklusive vollständiger Unterschriften bis zu den Zutrittsbändern für Zuschauer alles mit beachtlicher Gelassenheit. Seit drei Jahren gehört sie zur Unterwassersportszene, allerdings als Unterwasserrugby-Spielerin.

Sieben Teams aus fünf Vereinen haben sich am Sonnabend bei der Bundesliga-Hinrunde im Unterwasserhockey gemessen.

Andrea Schmidt spielt Welt- und Europameisterschaften

Für Andrea Schmidt (36), die seit 2004 zur Mannschaft der Munich Marlins zählt, ist Unterwasserhockey dagegen eine Selbstverständlichkeit. Als Mitglied der Nationalmannschaft ist sie bei Europa- und Weltmeisterschaften angetreten. Den Badeanzug, den sie beim Bundesligawettkampf in Langenhagen trägt, stammt vom Trikottausch in Ungarn. „Das ist so üblich bei großen Wettkämpfen“, berichtet sie und lässt sich in ihre Snackdose mit Nüssen und Trockenfrüchten blicken.

Zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern treten gegeneinander an. Alter und Geschlecht sind Nebensache, was zählt, sind Teamgeist, Taktik, Wendigkeit und Kondition. „Als ich anfing, gab es die Liga noch gar nicht“, erinnert sich Unternehmensberaterin Elisabeth Ignasiak (32). „Man kann sich immer auf sein Team verlassen“, schildert sie einen aus ihrer Sicht attraktiven Aspekt der Sportart. Doch egal wie schnell, sportlich oder taktisch geschickt man agiert: „Irgendwann geht jedem die Luft aus, was dem Spiel etwas Unerwartetes verleiht.“

Man kann sich nichts zurufen

„Man kann nur gewinnen, wenn man gut zusammen spielt“, ergänzt Mara Neddersen (30). Sie zählt zur hannoverschen Mannschaft. „Früher habe ich Handball gespielt, da kann man sich Informationen zurufen. Aber das funktioniert unter Wasser natürlich nicht“, berichtet die junge Mutter. Ihr Kind liegt derweil auf einer Decke am Beckenrand – zusammen mit anderen Babies. Denn Unterwasserhockey-Spieler scheinen eine Menge unter einen Hut zu kriegen.

Etienne Le Boulanger (33) trainiert die hannoverschen Spieler und findet die sportlichen Möglichkeiten in Langenhagens Sportbecken perfekt. „Das ist hier ein superglatter Boden, auch die Beckenmaße passen sehr gut“, freut er sich über die perfekten Bedingungen der Bundesliga-Hinrunde im Unterwasserhockey. Er begann 2008 im französischen Clamart mit dem Sport. Im Gespräch dreht er sich kurz zur Seite. Denn Norbert kommt. Der Pensionär ist inzwischen 63 Jahre alt, hat eine beachtliche Biografie als Taucher, Wasserballer sowie Jugendtrainer und findet sich jetzt im Wettkampfgeschehen wieder. „Langweilig ist es jedenfalls nicht“, meint Norbert Köppe und macht sich für den Einsatz bereit. Dabei läuft er an Kristoffer vorbei, der seinen Nachnamen lieber für sich behält. Der 20-jährige Lehrter ist an diesem Tag der einzige Zuschauer des Bundeligaspiels am Beckenrand. Doch ein Livestream überträgt für die Neugierigen den Wettkampf im Internet.

Ein internationaler Sport, der Spaß macht

„Es ist so schön international“ schwärmt Schiedsrichter Kurt Tutzer (28) aus Bozen. Oscar Miller (28) aus dem südafrikanischen South London stimmt zu. „Außerdem macht es sehr viel Spaß“, ergänzt David Spengen (33) aus dem niederländischen Leiden. Der Südtiroler gehört zu den Munich Marlins, die als Zweitplatzierte nach Hause fahren. Der Südafrikaner und der Niederländer treten für Berlin an, die während der Hinrunde bei jedem Spiel ungeschlagen bleiben und die Hinrunde gewinnen. Platz drei geht an Weinheim, Hannover wird Vierter.

So funktioniert Unterwasserhockey

Unterwasserhockey ist eine der wenigen Mannschaftssportarten, die unter Wasser gespielt werden. Sechs in Weiß gekleidete Spieler treffen am Beckenboden auf sechs in Schwarz. Die Mannschaften kämpfen um einen Puck. Wo soll der hin? Klar, ins Tor.

Es ist ein Sport für Frauen, Männer und Jugendliche, die Spaß unter Wasser haben. Auf der ganzen Welt gibt es Unterwasserhockey. Allerdings noch nicht in allen Ländern gleich weit verbreitet. Außer einem Badeanzug brauchen die Spieler die Standard-ABC-Tauchausrüstung mit Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen sowie eine Wasserballkappe je nach Mannschaftsfarbe, einen Mundschutz, einen Handschuh zum Schutz der Knöchel und einen Schläger für den Puck.

Der Puck ist etwa 1,3 Kilogramm schwer. Bei Spielbeginn so wie nach jedem Tor liegt der Puck in der Mitte des Beckenbodens, die Spieler befinden sich jeweils an ihrer Torseite. Auf den „Anpfiff“ des Schiedsrichters mittels einer Hupe, die auch unter Wasser zu hören ist, sprinten die Spieler los und versuchen als Erstes unter Wasser am Puck zu sein. Dieser darf nur mit dem Schläger geschoben oder gepasst werden. Die Mannschaft, die den Puck besitzt, muss ihn in das gegnerische Tor bringen.

Jede Mannschaft darf bis zu vier Wechselspieler haben, die jederzeit, fliegend eingewechselt werden können. Bei einem Foul, wenn etwa der Puck mit dem Körper gestoppt wird, einem gefährlichen Pass oder unsportlichen Verhalten geben die zwei bis drei im Wasser befindlichen Schiedsrichter ein visuelles Zeichen an den am Beckenrand stehenden Hauptschiedsrichter. Er stoppt mit der Hupe das Spiel, der schuldige Spieler beziehungsweise die Mannschaft wird bestraft, etwa mit einer Zeitstrafe oder einer Verwarnung. Danach wird das Spiel mit einem Freistoß fortgesetzt.

Gewonnen hat schließlich die Mannschaft, die wie etwa beim Fußball oder Eishockey in der Spielzeit die meisten Tore erzielt hat.

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