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Langenhagen Deshalb stinkt es in Wiesenau häufig nach Ammoniak
Umland Langenhagen Deshalb stinkt es in Wiesenau häufig nach Ammoniak
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00:16 29.03.2019
Das Gewerbeaufsichtsamt nimmt wegen der Beschwerden aus Wiesenau regelmäßig Luftproben bei der Firma Befesa in Brink-Hafen. Quelle: Samantha Franson
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Langenhagen

Immer wieder stinkt es in Wiesenau nach Ammoniak. Der beißende Geruch steigt den Anwohnern dort in die Nase – in unregelmäßigen Abständen. Die Belastung geht von der Firma Befesa Salzschlacke aus, die im Industriegebiet Brink-Hafen ansässig ist. Das Gewerbeaufsichtsamt der Region Hannover misst dort regelmäßig – kann aber keine Überschreitungen der Grenzwerte feststellen. Auch die Feuerwehr Langenhagen wurde bereits mehrfach wegen eines vermeintlichen Gasaustritts mehrfach alarmiert.

Doch bei den Mitarbeitern der Aufsichtsbehörde ist das Thema aktuell. „Insgesamt gibt es in der Gegend um Brink-Hafen herum viele Beschwerden“, sagt Abteilungsleiter Ulrich Leimeister. Je nach Windrichtung ziehe der Gestank in unterschiedliche Stadtteile. Die Ursache sei eine Halle, in der Material getrocknet werde. Die Abluft ziehe übers Dach weg, sagt Leimeister.

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Grenzwerte werden eingehalten

Ein Geruchsgutachten habe gezeigt, dass es Belastungen gebe, die Grenzwerte jedoch eingehalten würden. Deshalb könne die Behörde nichts anordnen oder befehlen. Das Gewerbeaufsichtsamt habe sogar ein Extra-Messgerät angeschafft für die Aufzeichnungen. Das Gerät steht nach Angaben des Abteilungsleiters im Sommer drei bis vier Tage an einem Ort. Oft werde auch bei Beschwerdeführern im Garten gemessen. Für die betroffenen Anwohner besteht nach Angaben Leimeisters keine Gesundheitsgefahr.

Die Behörde steht seinen Angaben zufolge regelmäßig in Kontakt mit dem Unternehmen, von dem der Gestank ausgeht. Die Gespräche gehen in die Richtung, dass die Geruchsbelästigung reduziert wird, sagt Leimeister. Er gehe davon aus, dass das Unternehmen Maßnahmen einleiten wird. „Wir sind zuversichtlich, dass sich da etwas tut“, sagt er.

Darauf hoffen die Wiesenauer – und inzwischen auch Anwohner der Kernstadt, die in diesem Frühjahr einmal massiv betroffen waren. Bewohner zwischen der Hackethalstraße und An der Autobahn indes klagen mehrmals monatlich über die Belastung, die oft am frühen Abend einsetzt und dann die Nacht über anhält. Schlafen bei geöffnetem Fenster sei dann nicht mehr möglich, schreibt eine Betroffene in sozialen Netzwerken. In der Tat: Der Gestank legt sich wie eine Glocke über das Quartier, ein Muster lässt sich nicht erkennen.

Gestank legt sich wie Glocke über Wiesenau

Und die Wiesenauer fühlen sich, glaubt man den Internet-Einträgen, von den Behörden allein gelassen: Der Mängelmelder der Stadt berücksichtige die Beschwerde nicht, weil das Unternehmen in Hannover ansässig sei. Hannover wiederum nehme die Kritik nicht ernst, weil sie von Langenhagenern komme, lautet der Vorwurf – gegen den sich Bürgermeister Mirko Heuer ausspricht, denn die Verwaltung leitet seinen Angaben zufolge alle Beschwerden ans Gewerbeaufsichtsamt weiter. Stadtsprecherin Sabine Mossig betont, Langenhagen stehe in regelmäßigem Austausch mit der zuständigen Aufsichtsbehörde.

Unterdessen hat die AfD-Fraktion im Langenhagener Rat einen Antrag zu der Geruchsbelästigung bei der Verwaltung eingereicht, mit dem Auftrag an das Rathaus, Anzeige gegen die Firma zu stellen. Darin heißt es: „Der Gestank ist für die Wiesenauer Bürger nicht länger hinnehmbar“. Dieser Antrag muss nun in der Politik beraten werden. Eine Petition gegen den Gestank, wie sie in den sozialen Netzwerken angekündigt wurde, liege beim Ordnungsamt jedoch nicht vor, sagt Mossig.

Das Gewerbeaufsichtsamt ist zu erreichen unter Telefon (0511) 90960 und per E-Mail an ‎poststelle@gaa-h.niedersachsen.de.

Von Antje Bismark und Julia Polley

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