Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen Eine liebevolle Lehrerin wird 100 Jahre alt
Umland Langenhagen

Langenhagen: Eine ganz liebevolle Lehrerin wird 100 Jahre alt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 15.06.2019
Eine Herz und eine Seele: Jubilarin Gerda Ocker (rechts) und ihre einstige Schülerin Irene Kempa-Meier. Quelle: Privat
Krähenwinkel

Wer Gerda Ocker so sieht, mag es kaum glauben, aber nun es ist eine Tatsache: Die Krähenwinkelerin gehört jetzt zu dem illustren Kreis der Über-Hundertjährigen in der Stadt. Nach Auskunft der Verwaltung leben nunmehr zehn Menschen dieses Alters in Langenhagen.

Und die pensionierte Lehrerin ist immer noch fit wie der sprichwörtliche Turnschuh. Bis vor zehn Jahren fuhr sie noch selbst Auto. Das hat sie zwischenzeitlich aufgegeben und nutzt heute stattdessen ein Elektromobil, um einkaufen zu gehen. Denn gekocht wird im Hause Ocker immer noch selbst. In ihrem Elternhaus in Krähenwinkel lebt sie bereits seit 99 Jahren. Regelmäßiger Gast ist dort etwa ihre frühere Schülerin Irene Kempa-Meier, die sich gern an die Zeit in der Grundschule Brink zurückerinnert.

„Frau Ocker war eine ganz liebevolle Lehrerin, die ihre Schüler nie anschreien musste.“ Und trotzdem hatten alle Respekt vor ihr. Gerda Ocker trug und trägt ihr Herz auf dem rechten Fleck und ist bis heute immer für einen Scherz zu haben. So berichtet Kempa-Meier von einem Skiausflug in den Harz. Dort hatten sich die Schüler als Streich mit Mullbinden eingewickelt, mit Pflastern beklebt und Krücken bewaffnet, um Verletzungen und Brüche zu simulieren. Der Rektor sei fast nach hinten gekippt, bevor die Kinder den kleinen Schwindel aufgedeckten, und alle herzhaft lachten, berichtet die ehemalige Schülerin.

Jubilarin ist musikalisch und gestaltend aktiv

Und die Jubilarin ist sehr musikalisch und kreativ. Gerda Ocker hat zwei Gedichtbände verfasst und eigene Theaterstücke geschrieben. In dem Stück „Ägyptische Finsternis“ hat sie etwa den Schildbürgerstreich auf die Bühne gebracht. In Salzburg hatte sie einst das Orffsche Instrumentarium studiert. Vor fünf Jahren wurde ein Konzert mit ihren Stücken in der Matthias-Claudius-Kirche gegeben. Sopranistin Corinna Staschewski übernahm seinerzeit den Gesangspart, Holger Kiesé die Klavierbegleitung.

„Vor einigen Jahren hat sie noch den Umgang mit dem Computer gelernt“, sagt Irene Kempa-Meier voller Anerkennung. Heute machten die Augen allerdings nicht mehr so mit. Gerda Ocker bleibt jedoch geistig fit, spielt jede Woche mit zwei nur halb so alten Mitstreitern Skat, darüber hinaus natürlich Klavier und Schach.

Ihren 100. Geburtstag hat sie groß mit 64 Gästen im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert und dabei eine 20-minütige Rede – natürlich frei – gehalten. Fehlen durfte auch nicht Irene Kempa-Meier bei „Frau Ockers“ Geburtstagsfeier. Sie siezt sie nach wie vor, auch wenn Gerda Ocker ihrer „Reni“ das Du angeboten hat. „Das gebührt einfach dem Respekt, auch nach so vielen Jahren“, sagt Kempa-Meier und erinnert sich an ihr erstes Wiedersehen vor nunmehr 40 Jahren. Damals hatte sie ihre ehemalige Lehrerin acht Tage vor deren Pensionierung an der Krähenwinkeler Grundschule getroffen. Gerda Ocker hatte sie dann auch zu ihrer Abschiedsfeier eingeladen – und ihre frühere Schülerin hat die Laudatio gehalten. Anerkennung, die bis heute Bestand hat.

Von Sven Warnecke

Der Ausbau der Walsroder Straße zwischen Langenforther Platz und Ehlersstraße geht in die zweite Phase. Am Mittwoch haben Arbeiter dort die Fahrbahn gewechselt. Die Einbahnstraßenregelung bleibt indes weiter erhalten.

15.06.2019

Wer sein Augenlicht verliert, hat Angst. Albert Schneider, selbst seit Geburt sehbehindert, berät Betroffene und Angehörige im Rathaus, wie der Alltag künftig dennoch sicher und souverän zu meistern ist.

11.06.2019

Tjedo Backer (26) tritt am 15. Juni seine Stelle als Diakon in Berenbostel und Engelbostel an. Finanziert wird seine Arbeit von den Fördervereinen der beiden Gemeinden.

14.06.2019