Langenhagen: Engelbostel fühlt sich nach Fahrplanwechsel abgehängt
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Langenhagen Fahrplanwechsel bei den Öffis: Engelbostel fühlt sich abgehängt
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Langenhagen: Engelbostel fühlt sich nach Fahrplanwechsel abgehängt

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09:04 26.12.2019
Noch im Frühjahr 2018 galt der Erhalt der Haltestelle Stadtweg in Engelbostel als sehr wahrscheinlich. Seit der Fahrplanänderung ist es damit vorbei. Quelle: Rebekka Neander (Archiv)
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Engelbostel/Schulenburg

Der neue Busfahrplan führt in Engelbostel und Schulenburg zu großem Ärger. Die Anwohner der beiden Ortschaften fühlen sich von Regiobus und der Region Hannover verschaukelt, nachdem die Buslinie 461 „quasi gestrichen“ und die Linie 460 ab Engelbostel über Schulenburg-Mitte fahre. Durch diese Änderung sind mehrere Bushaltestellen weggefallen, darunter auch jene am Stadtweg – obwohl dort in naher Zukunft ein neuer Supermarkt eröffnen wird. Bereits im Frühjahr 2018 hatten sich die Bewohner mit Unterstützung der Stadt über die damals bekannt gewordenen Pläne der Region Hannover als Auftraggeber der Regiobus beschwert. Damals versprach die Region, sie wolle die Eingaben prüfen und gab insbesondere dem Haltepunkt Stadtweg gute Chancen.

Als erste Reaktion auf die neuen Pläne hat Margit Frehrking als Mutter eines betroffenen Schulkindes im Internet eine Online-Petition gestartet. Innerhalb weniger Tage haben sich bereits mehr als 500 Unterstützer eingetragen. Die Petition richtet sich an Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer, die Stadt möge sich für eine Verbesserung der Zustände einsetzen. In den Kommentaren zeigt sich sehr schnell, wer alles von der Neuerung betroffen ist: Arbeitende im Schichtdienst klagen über deutlich verschlechterte Taktzeiten in Richtung Nordhafen. Jugendliche ärgern sich, dass sie deutlich früher losfahren müssen, wenn sie eine Schule in Hannover besuchen wollen.

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Lesen Sie dazu auch: Online-Petition für Engelbostel

Tückische Änderungen auch für Schulbusse

Und sogar die Schulbusverbindung für die Grundschüler in Engelbostel zeigt sich tückisch. Die Kinder kommen nun entweder bereits um 7.32 Uhr an der Schule an, obwohl eine Aufsicht erst ab 7.45 Uhr anwesend ist. Oder sie kommen mit dem nächsten Bus – um 8.02 Uhr und damit für den Unterrichtsbeginn zu spät. Der Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Personennahverkehr werde unterlaufen. „Wir brauchen einen sehr regelmäßigen Busverkehr im Dorf“, schreibt sogar der Engelbosteler Pastor Rainer Müller-Jödicke. „Den im Greta-Jahr einzuschränken ist das falsche Signal.“

Bei der Region Hannover, die den Nahverkehr bezahlt und in Auftrag gibt, stößt die Kritik auf verhaltene Reaktion. Dass in der Nähe der Haltestelle Stadtweg ein neuer Supermarkt eröffnet werde, sei der Region bei dem Regionalbusgutachten durchaus bekannt gewesen. Die Haltestelle Linie 460 werde seit dem Fahrplanwechsel nun nicht mehr bedient, da die Linie 460 innerorts Teile der eingestellten Linie 461 übernommen habe. Regionssprecher Klaus Abelmann versucht, die Wogen zu glätten. So lägen die Haltestellen Amtsweg und Elbinger Straße rund 450 Meter Fußweg vom Supermarkt entfernt, „was wir für zumutbar halten.“ Überdies nehme die Region an, dass es innerhalb von Engelbostel sehr wenige Menschen gebe, die mit dem Bus zum Einkaufen fahren. „Wer nicht Auto fährt, wird meist zu Fuß gehen oder das Fahrrad nehmen.“ 

Region schließt Nachbesserungen nicht aus

Im Nachgang zum Regionalbusgutachten, so Abelmann, wurden für Engelbostel zum eigentlich beschlossenen Stundentakt der Linie 460 noch zusätzliche Kurzfahrten zwischen Nordhafen und Engelbostel eingerichtet. „Hier wurde abgewogen, ob diese weiterhin über die Haltestelle Stadtweg wie die alte Linie 460 fahren oder auf dem neuen Fahrweg der Linie 460 über Schulenburg-Mitte.“ Im Sinne einer einheitlichen Fahrgastinformation und der Bedienungshäufigkeit für Schulenburg-Mitte, schreibt Abelmann weiter, „haben wir uns für diese Variante entschieden.“

Die nicht mehr passende Verbindung Schulenburg/Grundschule Engelbostel kläre die Region derzeit. Auf Anhieb sei die Rekonstruktion der bisherigen Verbindung nicht möglich gewesen. Dass Jugendliche zu weiterführenden Schulen in Hannover nun wie ganz Engelbostel nur noch zwei Fahrten pro Stunde statt vorher vier Fahrten haben, sei ebenfalls mit dem Regionalbusgutachten beschlossen worden und so gewollt. Aber, so Abelmann: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass hier noch nachgebessert wird.“

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Von Rebekka Neander