Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen Entwurf für neue IGS Süd schont den Brinker Park
Umland Langenhagen

Langenhagen: Entwurf für neue IGS Süd schont den Brinker Park

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:25 29.01.2020
Bestandteil des Wettbewerbs war auch die Gestaltung der Außenanlagen. Quelle: Rebekka Neander
Lagenhagen

Es war ein zähes Ringen, und am Ende gewann der Brinker Park. Der Entwurf der Berliner Architekturgesellschaft Dichter und der BBZ Landschaftsarchitekten für die neue IGS Süd in Langenhagen überzeugte die Fachjury vor allem wegen der Kompaktheit und wegen des geringsten Flächenverbrauchs. „Wir sind froh, dass wir unsere pädagogischen Ideen in diesem Entwurf gut umgesetzt sehen“, sagte IGS-Leiterin Mascha Brandt am Mittwochabend. Sie hatte zusammen mit zwölf weiteren Jurymitgliedern in einer gut zehnstündigen Sitzung über die eingereichten Arbeiten beraten.

Der nun prämierte Entwurf sieht mehrere allein stehende Gebäude vor, die sich – entgegen erster Machbarkeitsstudien der Stadt – weitaus weniger in den dahinter liegenden Brinker Park erstrecken als erwartet. „Der geringere Flächenverbrauch war am Ende eines der Details, die den Ausschlag gegeben haben“, sagte die Münchner Architektin Mikala Holme Samsøe. Vor allem aber beeindruckte sie die Wegeführung, die für die Kinder weitaus weniger anspruchsvoll sei als bei anderen Modellen. „Bei den anderen Modellen brauchte man einen Plan, wo man gerade ist.“ Der Stadt und den Schulvertretern machte Samsøe ein großes Kompliment. „Hier ist sehr gut inhaltlich vorgearbeitet worden“, sagte sie.

Zufrieden mit dem Ergebnis: Baudezernent Carsten Hettwer (von links), Anja Sander als Vorsitzende des Schulausschusses, Schulleiterin Mascha Brandt, Bürgermeister Mirko Heuer und die Münchner Architektin Mikala Holme Samsøe. Quelle: Rebekka Neander

Altbauten bleiben stehen

Die Arbeit des Büros Dichter lässt zudem all jene Bestandsbauten stehen, denen die Stadt in Voruntersuchungen eine durchaus wirtschaftliche Sanierung attestiert hatte. Aus dem Haus 2, der jetzigen Grundschule, wird künftig der Verwaltungstrakt. In das Haus 1 ziehen der Ganztagsbereich und der Hort. Das sogenannte Schiff erhält unter anderem eine Schulbibliothek.

Ein Teil des Hauses 3 bleibt stehen, hinzu kommt ein Riegel für die Grundschule. Mittig auf dem Campus entsteht die Mensa, in deren Obergeschoss die Aula zieht. Diese soll ein großes Lichtdach erhalten. Weiter in Richtung Park werden das neue Gebäude für die gesamte Sekundarstufe I und eine Drei-Feld-Sporthalle platziert. Diese erhält eine eigene Zufahrt samt Parkplatz von der Angerstraße auf Höhe der Kita Brinker Park. Die beiden Container-Bauten bleiben bis zur Fertigstellung aller Neubauten stehen, um eine Sanierung der Bestandsbauten zu ermöglichen.

Die Architekturgesellschaft „dichter“ und die bbz Landschaftsarchitekten, beide aus Berlin, haben den Wettbewerb für Langenhagens IGS Süd gewonnen.

Oberstufenbau: Entscheidung im Dezember?

Optional sieht der Entwurf auch ein eigenes Gebäude für die Oberstufe vor. Ob dieses gebaut werden muss, entscheidet sich nach Brandts Aussage voraussichtlich Ende des Jahres. „Dann legen wir unsere Schülerprognosen vor und werden gemeinsam mit der Stadt und der Leibniz-IGS beraten, ob Langenhagen eine dritte Oberstufe benötigt“, sagte Brandt.

Dem jetzigen Architekturwettbewerb folgt in den kommenden vier Monaten ein nachgelagertes Verfahren, in dem die drei erstplatzierten Büros die Plausibilität und Machbarkeit ihrer Entwürfe belegen müssen. Auf einen möglichen Baustart will sich Langenhagens Baudezernent Carsten Hettwer noch nicht festlegen – und verweist auf einen anderen Bau: „Beim Gymnasium werden wir knapp drei Jahre nach dem Beginn des Architekturwettbewerbs im Mai den Spatenstich haben.“ Mitte des Jahres solle zunächst einmal der Wettbewerb für die IGS Langenhagen beginnen. „Dann könnten wir in einem Jahr vor einem Modell für die Konrad-Adenauer-Straße stehen“, sagte er.

Keine Angaben zu den Kosten

Zu den Kosten für die neue Schule wollte sich am Mittwochabend niemand äußern. „Der Fluch der ersten Zahl“ habe die Verwaltung bei den jüngsten Bauvorhaben immer wieder kalt erwischt, sagte Bürgermeister Mirko Heuer.

In der 13-köpfige Jury saßen – wie beim Architektenwettbewerb für das neue Gymnasium – Vertreter aus der Stadtverwaltung, aus der Schulleitung und aus der Politik sowie Architekten aus dem gesamten Bundesgebiet. Insgesamt 63 Bewerbungen waren im September 2019 bei der Stadt eingegangen. Per Losentscheid bekamen 16 Architekturbüros die Einladung, innerhalb von drei Monaten ihren Entwurf einzureichen. Vier weitere Büros hatte die Stadt zuvor gesetzt. Für eine Vorprüfung hatte die Stadt das Dortmunder Architekturbüro Scheuvens + Wachten gewonnen, das alle Wettbewerbsarbeiten in anonymisierter Form und in Abstimmung mit Vertretern von Stadt und Schule auf notwendige Rückfragen untersuchte.

Wie es aus Kreisen der Jury hieß, hätten sich in den Beratungen am Mittwoch bis zum Schluss „Schul- und Architekten-Interessen“ nicht immer gedeckt. Angesichts der enormen Investitionen, die Langenhagen in den kommenden zehn Jahren für diverse Um- und Neubauten einplanen muss, geriet auch der Kostenfaktor in den Fokus. Am Ende soll es eine enge Entscheidung zwischen dem Siegerentwurf und dem zweitplatzierten Entwurf gewesen sein.

Lesen Sie auch

Von Rebekka Neander

Nutzer der Linienbusse von und nach Krähenwinkel müssen sich umstellen: Die Haltestelle an der Walsroder Straße in Höhe Eichstraße wird umgebaut. Darauf weist die Stadtverwaltung Langenhagen hin.

29.01.2020

Die Polizei Langenhagen fahndet nach einem 26-jährigen Mann, der in einem Supermarkt in Godshorn seine Wut an einer Tür ausgelassen hat. Die Ermittler haben den Täter durch Videoaufzeichnungen identifizieren können. Er wurde bereits zuvor per Haftbefehl gesucht

29.01.2020

Sollen Ratssitzungen künftig live im Internet zu sehen sein? Der Rat Langenhagen berät demnächst über diesen Antrag der Linken. In der Politik ist der Vorstoß durchaus umstritten – dabei machen es bereits andere Kommunen vor.

29.01.2020