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Langenhagen Erster Spielplatz für Kinder im Rollstuhl geplant
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Langenhagen: Erster Spielplatz für Kinder im Rollstuhl geplant

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00:18 01.06.2019
Spezielle Spielgeräte, die auch mit Menschen im Rollstuhl nutzbar sind, will die Stadt jetzt aufbauen. Quelle: privat
Langenhagen

Ein Spielplatz auch für rollstuhlfahrende Kinder – diesen Auftrag hat der Rat jetzt nahezu einstimmig der Verwaltung auf den Weg gegeben. Wo genau eine Rollstuhl-Schaukel sowie ein geeignetes Karussell entstehen werden und wie viel dies kosten wird, prüft jetzt die Grünflächenabteilung der Stadt. Das Geld, so Bürgermeister Mirko Heuer, stehe zwar nicht im Haushaltsplan der Stadt, werde aber aufgrund des Grundsatzbeschlusses der Politik mithilfe einer überplanmäßigen Ausgabe genehmigt.

Die Idee stammt vom WAL-Ratsherrn Andreas Eilers. Er begründete seinen Vorstoß in der Sitzung mit sehr bewegenden Schilderungen von Eltern, die mit ihren im Rollstuhl sitzenden Kindern an herkömmlichen Spielplätzen oft nur vorbeigehen könnten. „Ein Mitspielen ist den Kindern in den allermeisten Fällen nicht möglich.“ Das liege nicht nur an fehlendem Spielgerät, auf dem auch Rollstühle sicher befestigt werden könnten. „Nicht einmal die Sandkiste ist in den meisten Fällen für Rollstühle überhaupt erreichbar.“ Dabei ließe sich auch dies mit verhältnismäßig einfachen Mitteln wie dem Auslegen spezieller Bodenplatten verwirklichen. Eilers warb in der Sitzung einmal mehr darum, den jetzt bei nur einer Enthaltung durch den AfD-Ratsherrn Herbert Klever gefassten Beschluss als Startschuss für einen neuen Standard in der Stadt zu begreifen. „Bei Senioren reden wir inzwischen überall über den barrierefreien Ausbau und Zugang, damit Teilhabe möglich ist“, sagte Eilers. „Bei Kindern aber denken wir noch nicht so weit.“

Möglicher Standort könnte im Eichenpark sein

Eilers war durch die Privatinitiative „Onkel Rudi“ Hamburg auf das Thema gestoßen, wo der gleichnamige Förderverein einer integrativen Kindertagesstätte mit Sponsoren und der Unterstützung des Bezirksamtes Hamburg-Mitte im Februar einen inklusiven Spielplatz bauen konnte. Eilers hatte für seinen Vorschlag in den vergangenen Wochen auch in den Fachgremien der Stadt geworben. So auch beim Beirat für Menschen mit Behinderungen. Auf dessen Anregung wurde sein ursprünglicher Antrag noch einmal verändert, um der Stadtverwaltung mehr Freiheiten bei der Wahl des Standortes und der Gestaltung zu geben. Aktuell favorisiert ist ein Platz im Eichenpark in der Nähe des dortigen Mehrgenerationen-Bewegungsparks sowie der Spielplätze am Wasserturm. „Wir müssen jetzt sehen, wo es ausreichenden Platz gibt und wo eine Anbindung inhaltlich sinnvoll ist“, sagte Heuer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bisher ist in Langenhagen der Spielplatz an der Liebigstraße im Zuge der Neugestaltung der Wiesenauer Mitte barrierefrei gestaltet. So liegen dort auch im Bereich der Sandflächen geeignete Bodenplatten, auf denen Rollstühle besser bewegt werden können. Kinder, die körperlich dazu in der Lage sind, können sich aus dem Rollstuhl in eine Schaukel hinüberziehen. Eigenes Spielgerät, auf dem Rollstühle selbst befestigt werden können, gibt es dort nicht Auf dem Spielplatz eines Kinderpflegeheims in Mellendorf steht ein Rollstuhlkarussell. „Dies wie auch eine Schaukel auf dem Gelände einer Privatschule in Hannover sind aber für die Öffentlichkeit nicht nutzbar“, betont Eilers. Öffentlich zugänglich ist Rollstuhlkarrussel auf dem Spielplatz am Käuzchenweg Hannover.

Stadt erhält neue Inklusionsbeauftragte

Ob Eilers’ Wunsch, derlei Gerät als Standard in die Spielplatzgestaltung Langenhagens einzuführen, entsprochen wird, darüber gibt es bislang keinen politischen Beschluss. Dafür aber kann die Stadtverwaltung eine über Jahre währende Lücke schließen: Voraussichtlich im Juni tritt die neue Inklusionsbeauftragte ihren Dienst an. „Das genaue Datum hängt nur noch an dem Stellenwechsel der betreffenden Person“, sagte Heuer auf Nachfrage.

Nur der erste Schritt

Gratulation! Langenhagen bekommt einen auch rollstuhlgerechten Spielplatz. Das ist ein großer Schritt, für den der Langenhagener Rat geradezu überraschend wenig Diskussionen benötigte und damit umso mehr Mut beweist. Dennoch: Ein großer Schritt sollten derlei Entscheidungen längst nicht mehr sein. Nicht nur in Langenhagen. Doch zeigt der Blick in die Region: Spielplätze, auf denen Kinder im Rollstuhl nicht zum Zugucken verurteilt sind, sind überaus selten. Und das, obwohl allerorten viel Geld in tolle, bunte, fröhliche Spielplätze gesteckt wird. Nur eben nicht für alle. Die Suche nach dem besten Platz geht in Langenhagen jetzt los. Viele (versteckte) Details der Bauordnung gilt es dabei zu beachten. Im Fokus aber sollte eines stehen: Da, wo die meisten Kinder sind, sollten auch alle mitspielen können.

Nachbesserungen in der Wasserwelt fast fertig

Die Nachbesserungen in der Wasserwelt für eine bessere Barrierefreiheit sind fast fertig. Die Glaswände im Badbereich haben nach Kritik insbesondere sehbehinderter Besucher neue, konstraststärkere Markierungen erhalten. In den Duschen wurden zusätzliche Haltegriffe montiert. Voraussichtlich im Sommer, so die Hoffnung von Baudezernent Carsten Hettwer, werden auch die bisher wenig erkennbaren Stufen vor dem Haupteingang neu gestaltet, damit sie für sehbehinderte Menschen nicht mehr zur Stolperfalle werden.

Von Rebekka Neander

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