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Langenhagen Stadt möchte Parlament für Kinder und Jugendliche etablieren
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Langenhagen: Jugendamt möchte Parlament für Kinder und Jugendliche etablieren

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14:57 09.07.2019
„Starke Kinder, starke Gesellschaft“: So lautet das Motto der diesjährigen Sommertour der SPD-Bundestagsabgeordneten Caren Marks (Dritte von rechts). Dabei besucht sie gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Kauroff (Mitte) und Ratsfrau Anja Sander (Zweite von rechts) auch das Haus der Jugend und spricht mit Ilka Spieker (von links), Eileen Wildner, Jessica Hermann und Thorben Noß, Leiter der Abteilung Kinder, Jugend, Schule und Kultur. Quelle: Julia Gödde-Polley
Langenhagen

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, ein internationaler Austausch und eine neue App: Das sind einige der aktuellen Schwerpunkte der städtischen Abteilung Kinder, Jugend, Schule und Kultur in Langenhagen. „Wir wollen uns neu aufstellen“, sagte Abteilungsleiter Thorben Noß bei einem Treffen mit Caren Marks im Langenhagener Haus der Jugend. Die SPD-Bundestagsabgeordnete tour gerade unter dem Motto „Starke Kinder, starke Gesellschaft“ durch die Region.

Die Verwaltung möchte eine Form der Partizipation für Kinder und Jugendliche schaffen und etablieren. Die Vorbereitungen laufen bereits, im kommenden Jahr sollen Interessierte dann in einem eigenen Parlament diskutieren und Ideen einbringen können. Eine erste Informationsveranstaltung ist für den 17. September um 10.30 Uhr im Theatersaal geplant, berichtete die stellvertretende Abteilungsleiterin Ilka Spieker. Dann sollen die Jugendlichen darüber diskutieren, welche Form der Beteiligung sie sich wünschen. „Wir hoffen, dass wir genügend Jugendliche finden, die daran interessiert sind“, ergänzte Noß. Genau diese fehlende Bereitschaft zur Mitarbeit hatte seinerzeit zur Auflösung des Jugendparlaments in der benachbarten Gemeinde Wedemark geführt.

Noß: Personal und Finanzen reichen nicht

Es sei wichtig, dass die Jugendlichen es selbst machen, doch dafür brauche es professionellen Background vonseiten der Kommune. „Wir brauchen eine Aufstockung von Personal und Finanzen“, sagte Noß. „Das können wir so im Moment nicht wirklich abdecken.“ Gerade am Anfang. Marks machte darauf aufmerksam, dass derzeit die Diskussionen um die Grundsteuer laufen. Diese sei eine „elementare Voraussetzung, damit die Kommunen einen finanziellen Spielraum für die Daseinsvorsorge haben“, sagte Marks. „Kinder- und Jugendarbeit ist dabei ein wichtiges Element.“

Jugendliche sollen sich über App vernetzen

Die Mitarbeiter des Jugendamts beschäftigen sich derzeit auch mit einer neuen App. PLACEm – Die Mitrede-App hat der Verein Politik zum Anfassen entwickelt. Auch in Langenhagen soll sie angewendet werden, kündigte Noß an. Derzeit teste die Abteilung sie und helfe bei der Weiterentwicklung. Die App gibt Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Treffpunkte aufzuzeigen und sich so untereinander zu vernetzen. Gleichzeitig könne die Verwaltung über Veranstaltungen im Haus der Jugend und in den Jugendtreffs informieren, erklärte Noß die Möglichkeiten. Ziel sei es, eine Plattform für Jugendliche anzubieten. „Wir versuchen, sie zu etablieren.“ Der Abteilungsleiter kündigte an, künftig mehr in die Richtung zu gehen und keine gedruckten Hefte mehr zu erstellen.

Langenhagen ist Gastgeber für internationale Jugendbegegnung

Die erste internationale Jugendbegegnung steht kurz bevor. Das Motto lautet „London meets Langenhagen“. In den Sommerferien sind Jugendliche aus den Salmon Youth Centre eine Woche zu Gast, sagte Eileen Wildner, in der Abteilung für Partizipation und Austausch zuständig. Vom 28. Juli bis 4. August finden in der Region Hannover vier Austausche gleichzeitig statt. „Für 2020 ist die Rückbegegnung geplant.“ Bis 12. Juli können sich Jugendliche ab 14 Jahren noch im Haus der Jugend anmelden. Es sind noch zwei Plätze frei. Die Teilnahme kostet 80 Euro.

Die städtische Abteilung möchte in der kommenden Zeit zudem die Angebote in den Sommerferien weiterentwickeln. „Wir sind gedanklich schon beim nächsten Jahr“, berichtete Noß. Auch der Medienentwicklungsplan soll fortgeschrieben werden. Für den Weltkindertag am 20. September plant die Abteilung verschiedene Veranstaltungen in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk.

Caren Marks lobt Engagement der Mitarbeiter

Marks lobte bei ihrem Besuch die Arbeit der Verantwortlichen vor Ort. „Sie leisten jeden Tag ganz wichtige Arbeit“, sagte die SPD-Politikerin, die vom SPD-Landtagsabgeordneten Rüdiger Kauroff und Langenhagens Ratsfrau Anja Sander begleitet wurde. Es sei für sie wichtig, zu hören, wie es in der Praxis läuft.

Nordtrakt: Stadt und Johanniter-Unfallhilfe wollen kooperieren

„Ich bin ein Fan von Kooperationen“, sagt Thorben Noß auf die Frage, wie die Zusammenarbeit mit dem Betreiber des Jugendzentrums im Haus der Jugend künftig laufen soll. Es habe bereits gute Gespräche mit der Johanniter-Unfallhilfe gegeben. „Wir sind uns einig, dass wir kooperieren möchten.“ Die städtische Abteilung und der Betreiber wollen nach Angaben von Noß künftig Termine und Veranstaltungen absprechen. „Es geht um die Kinder und Jugendlichen.“ Denen sei es egal, wer ein Programm anbiete. Die Wahrnehmung von Noß ist es, dass es für sie ein Haus der Jugend gebe, egal, wer was betreibt.

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Von Julia Gödde-Polley

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