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Langenhagen Fit für den Job: Wenn Jungs auch mal Nägel lackieren
Umland Langenhagen

Langenhagen: Jungs machen sich fit für den Job und lackieren Nägel

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12:24 09.06.2019
Antonia (14, links) und Melissa (14) erhalten Tipps von Rony Bajo. Quelle: Stephan Hartung
Langenhagen

Angebote zur Berufsfindung für Schüler gibt es viele. Die Veranstaltung an der IGS Langenhagen war jedoch etwas anders. Im Rahmen der „Praktischen Berufsweltorientierung“ nutzten 27 regionale Firmen und Unternehmen die Chance, sich in der Schule und auf dem Außengelände zu präsentieren. Aber eben nicht nur das. Die Schüler erhielten kleinere Aufgaben und mussten an den jeweiligen Ständen aktiv mitmachen. „So bekommen die Schüler gleich ein erstes Gefühl, wie der Beruf funktioniert. Manchmal müssen sie auch zu ihrem Glück gezwungen werden“, sagt Sebastian Saul. Der stellvertretende Geschäftsführer der Unternehmens- und Personalberatung Consulting GmbH (UP), die mit der IGS für die Berufsorientierung kooperiert, fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Die Jungs müssen hier auch mal Nägel lackieren, die Mädchen Metalle löten.“

20 Minuten für die Orientierung

Die von der Agentur für Arbeit und dem Niedersächsischen Kultusministerium geförderte Berufsorientierung richtet sich an den achten Jahrgang der IGS. Damit waren an diesem Vormittag 160 Schüler im Einsatz, die sich in Kleingruppen jeweils 20 Minuten an den verschiedenen Stationen aufhielten. Ob Krawatten binden bei der Commerzbank, Obst und Gemüse definieren bei REWE, Metall bearbeiten bei Rosenhagen oder im Führerhaus eines Böhm-Lastwagens sitzen und laut die Hupe betätigen – das Spektrum an Angeboten war reichhaltig. „Die Achtklässler dieser Schule waren sehr motiviert und haben sich interessiert an den vielen Berufen gezeigt. Das kann in diesem Alter auch anders sein“, sagt Saul und fügt hinzu: „Frau Meyer hat das alles super organisiert.“

In der Schule und auf dem Gelände präsentieren sich die Firmen. Quelle: Stephan Hartung

Frau Meyer, das ist Silke Meyer, die sogenannte Ausbildungslotsin an der IGS. Meyer gehört jedoch nicht zum Kollegium, sondern arbeitet für die AWO Region Hannover. Zum mittlerweile fünften Mal hat sie die Berufsweltorientierung organisiert. „Der Vorteil ist, dass sie viele Seminare mit Schülern macht und sie auch ins Berufsinformationszentrum begleitet. Dadurch hat sie Kontakt zu den Firmen“, sagt Sigrid Pfarr, Leiterin des achten Jahrgangs. Aus Sicht der Lehrerin ist dieser Zeitpunkt für die Berufsorientierung perfekt. „In Projektwochen haben die Schüler bereits gelernt, wie sie Bewerbungen schreiben. Im kommenden Schuljahr stehen dann zwei jeweils zweiwöchige Praktika auf dem Programm“, sagt Pfarr und weiß, „dass viele Schüler die Berufswahl oft vor sich herschieben, daher kann die Orientierung nicht früh genug beginnen.“

Zufriedenheit bei allen Beteiligten

Die Schüler selbst waren mit dem Tag zur Berufswelt zufrieden. Und wie war die Stimmung bei den Unternehmen? „Dass die Schüler in Kleingruppen bei uns waren, hat viel gebracht. So konnten wir viel mehr persönliche Gespräche führen. Auf anderen Berufsmessen ist das durch das ganze Gewusel an Schülern immer ein kleines Chaos“, sagt Melina Meyer von Continental.

Umfrage: Was willst du später einmal machen?

Ben (13) Quelle: Stephan Hartung

Ben (13): Der Tag war super, denn ich probiere gern viel aus. In Mathe bin ich nicht so gut, daher möchte ich gern einen Beruf machen, der ohne Mathe ist. Kochen macht mir viel Spaß, vielleicht kann ich später in einem Hotel arbeiten.

Saida (13) Quelle: Stephan Hartung

Saida (13): Ich habe mich hier handwerklich ausprobiert – auch wenn ich weiß, dass mir das nicht so liegt. Hat aber trotzdem Spaß gemacht. Zu 100 Prozent mache ich erstmal mein Abi, würde mich dann gern im Rechtswesen orientieren.

Maurice (14) Quelle: Stephan Hartung

Maurice (13): Das Arbeiten mit Holz und Metall fand ich sehr spannend. Ich glaube jedoch, dass ich keinen handwerklichen Beruf wählen will. Medizinische oder soziale Bereiche sind interessant. Ich helfe gern anderen Menschen.

Abir (14) Quelle: Stephan Hartung

Abir (14): Ich möchte gern etwas mit Menschen machen. Psychotherapeutin wäre ein spannender Beruf. Die MHH ist hier auch mit einem Stand vertreten. Das ist interessant für mich, vielleicht bewerbe ich mich dort um ein Praktikum.

Von Stephan Hartung

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