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Langenhagen Nicht zuletzt fürs Klima: Kampfsportler sanieren ihr Vereinsheim
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Langenhagen: Kampfsportler wollen das Klima schützen und sanieren Vereinsheim

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17:27 07.01.2020
Sascha Lütkemeier (rechts) und sein Vorgänger im Amt des Vorsitzenden der Kampfkunstschmiede, Heinz Göris, sind stolz auf das in Eigenregie energetisch sanierte Dojo. Quelle: Sven Warnecke
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Krähenwinkel

„Die Kampfkunstschmiede goes green“ – unter diesem Motto haben Mitglieder des Sportvereins über Wochen selbst kräftig angepackt, um die Übungsstätte in Krähenwinkel energetisch zu sanieren. So sollen gut 3,6 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Mehr noch. Nach Auskunft von Vereinschef Sascha Lütkemeier helfe das auch dem Verein bei der jährlichen Nebenkostenabrechnung. Denn diese werde nun geringer ausfallen, ist er zuversichtlich.

„In Eigenregie und mit tatkräftiger Hilfe unserer Mitglieder, finanzieller Unterstützung von unserer Vermieterin Hannelore Brendel und fachlicher Beratung von der Hannoverschen Zimmerei haben wir unsere größten Energiefresser beseitigt“, berichtet Lütkemeier. Auch wenn alles länger als ursprünglich geplant gedauert habe, räumt er ein.

Heizkosten sollen um 30 Prozent sinken

„Angefangen hat es mit ein paar losen Deckenplatten und einem erschreckend hohen Verbrauch an Gas und Strom“, erläutert der Vereinschef, der vor exakt einem Jahr das Amt vom Gründer der Kampfkunstschmiede, Heinz Göris, übernommen hat. In der Folge wurde am Vereinshaus Im Gleisdreieck 2a die Decke gedämmt, auch für eine bessere Akustik. Hinzu kamen energiesparende Lampen, eine effizientere Heizungsanlage sowie eine neue Eingangstür.

„Die Einsparung der Energie lässt sich schwerer in Zahlen fassen“, meint Lütkemeier. Der aktuelle Verbrauch liege bei circa 33.000 Kilowatt Gas pro Jahr. Nach den Arbeiten erhoffen sich die Verantwortlichen eine Einsparung um etwa 30 Prozent. Doch mit der nun abgeschlossenen Sanierung – die Kosten für das Material betragen allein etwa 15.000 Euro – soll noch nicht das Ende erreicht sein. „Wir werden auch in Zukunft daran arbeiten, das Trainingsklima angenehmer und energiesparender zu gestalten“, kündigt der Vereinschef an. Als Nächstes sollen nun die Wände gedämmt und neue Fenster eingebaut werden. „Es muss weitergehen“, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. Bei der am 24. Januar anstehenden Jahresversammlung sollen den Mitgliedern die Pläne erläutert werden.

Die Mietglieder haben die Vereinsräume der Kampfkunstschmiede in Eigenregie energetisch saniert.

Regionssportbund zahlt keinen Zuschuss

Dabei hofft Lütkemeier erneut auf die Mithilfe der Mitglieder und die Unterstützung der Vermieterin. Zwar hatte der Verein für die energetische Sanierung der Sportstätte einen Antrag beim Regionssportbund gestellt. Doch dieser habe dem nicht zugestimmt, da die Förderung nach Angaben des RSB an gewisse Vorgaben geknüpft sind.

Zwar sei jeder Verein, der Mitglied im Regionssportbund ist, förderwürdig, teilt auf Anfrage RSB-Geschäftsführerin Anna-Janina Niebuhr mit. „Die Vereine müssen sich für das Projekt e.coSport anmelden, dann wird ein Orientierungsbericht erstellt, und dann entscheidet der Verein, was er umsetzen will. Dies wird dann Bestandteil des Sanierungsfahrplanes“, erläutert sie das Prozedere.

Allerdings sei eine weitere Voraussetzung, dass der Verein Eigentümer ist beziehungsweise ein langfristig verbrieftes Nutzungsrecht von mindestens zwölf Jahren ab Antragstellung nachweisen kann. Und genau daran sei wohl der Antrag der Kampfkunstschmiede gescheitert, mutmaßt Lütkemeier.

Heinz Göris: Wir bilden keine Schläger aus

Doch was wird in der Kampfkunstschmiede eigentlich gelehrt? „Wir vermitteln den asiatischen Lebensstil und die Lehre der Medizin“, beschreibt Lütkemeier. „Um den Körper und Geist zu unterstützen.“ Er spricht dabei auch von „Persönlichkeitsbildung“. Aktuell hat der Verein etwa 40 Mitglieder im Alter zwischen sechs und 70 Jahren, die in der gut 160 Quadratmeter großen Halle regelmäßig trainieren. „Unser Fokus liegt auf der Kampfkunst und dort auf Ausbildung von Körper und Geist“, unterstreicht Göris, der 2014 den Verein gegründet hat und heute noch als einer von vier lizenzierten Trainern – sogenannten Großmeistern – dort ehrenamtlich arbeitet. Es werde ein breites Spektrum der asiatischen Kampfkunst, speziell der Selbstverteidigung vermittelt.

„Wir bilden aber keine Schläger aus“, betont Göris. Wer durch Aggressivität auffalle, werde gemaßregelt. Und im Laufe des Trainings änderten sich die meisten, berichtet der mittlerweile 68 Jahre alte Vereinsgründer aus seinem großen Erfahrungsschatz. „Und Brutalität lehnen wir kategorisch ab.“

Heinz Göris (rechts) demonstriert, wie man sich mit alltäglichen Gegenständen wie einer Zeitung, einer Gehhilfe oder einem Halstuch gegen unliebsame Attacken verteidigen kann. In diesem Fall mimt Trainerkollege Marc Mehrfeld den Angreifer. Quelle: Jens Niggemeyer (Archiv)

Senioren lernen Selbstverteidigung

Die Kampfkunstschmiede bietet ab Januar spezielle Selbstverteidigungskurse für Senioren an. Kampfkunstlehrer Heinz Göris zeigt den Teilnehmern dabei, wie etwa ein Gehstock oder auch Schal als Waffe zur Verteidigung eingesetzt werden kann. Schlagen und Hebeln sind dabei Themen –und rechtliche Grundlagen. Denn: Die Verhältnismäßigkeit der Mittel muss immer stimmen. „Oft reicht es schon, mit dem Stock auf die Hand zu hauen, um dem Angreifer zu zeigen, dass man nicht wehrlos ist“, betont Göris. Und es gehe auch nicht darum, „Rentner zu Kriegern auszubilden“. Vielmehr sollen einfache Verteidigungstechniken als Rüstzeug für Gefahrensituationen vermittelt werden. Los geht es mit dem Seniorenkurs am Freitag, 10. Januar, um 18 Uhr, Dauer etwa 90 Minuten. Fortsetzung ist jeweils an den darauf folgenden fünf Freitagen. Anmeldungen werden unter Telefon (0178) 2857559 angenommen. Weitere Kurse gibt es auch für Kinder und Erwachsene sowie in Sachen Fitness.

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Von Sven Warnecke

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