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Langenhagen Kita Veilchenstraße: Schimmeln die Fensterrahmen?
Umland Langenhagen

Langenhagen: Kita Veilchenstraße: Schimmeln die Fensterrahmen?

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16:03 26.11.2019
Die stadteigene Kita an der Veilchenstraße zwischen Bahndamm und Realschule ist abbruchreif. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

„Dass die Fenster dort in einem sehr schlechten Zustand sind, das wussten wir. Aber dass es so katastrophal sein soll, das ist für uns neu.“ Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch lässt auch am Tag nach der Ratssitzung keinen Zweifel, wie ernst sie die Schilderungen einer Mutter nimmt. Diese hatte am Montagabend in der Einwohnerfragestunde sehr eindringlich von durchgegammelten Fensterrahmen in der Kita an der Veilchenstraße berichtet und dies in direkten Zusammenhang mit der hohen Erkrankungsquote sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Kindern gebracht. Außerdem regne es durch.

Auch Baudezernent Carsten Hettwer stellte gestern klar: „Wir überprüfen das umgehend.“ Ein schneller Austausch der Fenster ist jedoch fraglich. Denn die nötige Sanierung hatte die Stadt eigentlich zugunsten eines Neubaus abgesagt.

Und dieser wird noch auf sich warten lassen. Im Haushalt 2020 sind zwar 320.000 Euro bereits enthalten. Sie dienen aber nur der Finanzierung der Planung, die sich bis 2021 hinziehen wird (mit dann noch einmal 390.000 Euro). Der Neubau selbst ist laut Haushaltsplanung erst für 2022 und 2023 vorgesehen. Die Stadt will laut Etatentwurf in diesen beiden Jahren 2,64 Millionen Euro sowie 1,8 Millionen Euro investieren. „Wir hatten auf die schlechten Fenster im Vorfeld immer wieder hingewiesen“, sagte Gotzes-Karrasch gestern. Aber angesichts des politisch beschlossenen Neubaus wollte die Stadt nicht noch einmal Zigtausende Euro in die Kindertagesstätte stecken.

Die Kita Veilchenweg ist in die Jahre gekommen

Im Rat zeigten sich sowohl Hettwer als auch Bürgermeister Mirko Heuer sichtbar erstaunt über die Schilderungen. „Wir haben das Gebäude in Beobachtung“, ergänzte Hettwer gestern. Der Modulbau, der im Wohngebiet nahe der Robert-Koch-Realschule steht, sei sichtbar in die Jahre gekommen und habe seine Zeit abgesessen. Die Planung für den Neubau war letztlich der Abwägung der Wirtschaftlichkeit geschuldet. Um den Kindern keine provisorische Unterbringung in Containern zumuten zu müssen, sollte der Neubau neben der jetzigen Kindertagesstätte in Richtung Schulgelände im Süden entstehen und der Abriss des Altbaus erst nach dem Umzug erfolgen. „Wenn der Zustand aber zu schlimm ist, dann müssen wir vielleicht doch eine Interimslösung finden.“ Bislang plante Hettwer, weitere Details zum Kita-Neubau in einer Ausschusssitzung im Januar vorzustellen.

Die Nähe zur Robert-Koch-Realschule, in der seit diesem Sommer die neue Leibniz-Gesamtschule wächst, soll nach derzeitiger Planung auch Auswirkungen auf die neue Kita haben. „Bislang halten wir es für denkbar, dass Kita und Ganztagsbereich der Schule bestimmte Bereiche gemeinsam nutzen könnten“, sagte Hettwer.

Kaltenweider Eltern beklagen Ausfall

Auch Eltern der städtischen Kindertagesstätte in Kaltenweide trugen in der Ratssitzung vehementen Protest vor. Ihre Kinder seien in jüngster Zeit vor allem von krankheitsbedingtem Ausfall der Erzieher betroffen gewesen. Eltern seien aufgefordert worden, ihre Kinder wieder mit nach Hause zu nehmen. Sowohl Stadtverwaltung als auch Vertreter des Rates erläuterten den Eltern die vielen Bemühungen der Stadt bei der Akquise von Personal, schilderten jedoch gleichermaßen ihre Hilflosigkeit. Hannover bediene sich des Tricks, große Teile des Stadtgebiets zum sozialen Brennpunkt zu erklären, und ermögliche sich damit Zulagen, die Langenhagen nicht zahle. „Wir bleiben dem Tarif treu“, sagte Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch. Bürgermeister Mirko Heuer räumte in der Sitzung ein, die Stadt könne aufgrund des Fachkräftemangels nicht mehr überall den Standard halten, ausschließlich ausgebildete Erzieher einzusetzen. „Zumindest im Pool der Springerkräfte versuchen wir jetzt, mit Sozialassistenz aufzufüllen.“

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Von Rebekka Neander

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