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Langenhagen „Vergeht zuviel Zeit, ist der Bewerber weg“
Umland Langenhagen „Vergeht zuviel Zeit, ist der Bewerber weg“
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00:17 18.11.2018
Agnes Pelka leitet das Karrierecenter bei dem McDonald’s-Unternehmer Ehmann in Garbsen. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

In diesen Tagen hat Agnes Pelka keine einfache Zeit. Es ist November und die Probezeit ihrer insgesamt 13 Auszubildenden in dem von Garbsen aus gesteuerten McDonald’s-Unternehmen Ehmann kommt in die entscheidende Phase. „Die Zahl derer steigt, bei denen jetzt die Überlegung schwieriger wird, ob man den Weg gemeinsam weiter geht.“

Es ist ein durchaus gemischtes Bild, das die Leiterin des Karriere-Centers bei Ehmann an diesem Morgen beim nunmehr 12. Ausbilder-Frühstück des Ausbildungsverbundes proRegio und der Langenhagener Wirtschaftsförderung im dortigen Rathaus zeichnet. Wie die meisten Unternehmen verspüre auch Ehmann mit insgesamt 430 Mitarbeitern und seinen 10 Filialen zwischen Wunstorf, Hannover, Langenhagen und Großburgwedel den steigenden Wettbewerbsdruck als Arbeitgeber auf der Suche nach Auszubildenden. Die Zahl der Bewerber für eine Lehre sinke, die für ein duales Studium steige, sagt Pelka. Zugleich aber sinke grundsätzlich die Qualität der Absolventen, die sich bewerben. „Aber wir haben auch gute Nachrichten“, ruft Pelka den rund 50 Gästen im Ratssaal zu (und erntet dafür spontanes Gelächter): „Die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter ist weiterhin gegeben und Karriere bleibt ein Ziel.“

„McDeutsch“ hilft bei Sprachschwierigkeiten

Und doch taugen Pelkas Schilderungen durchaus als repräsentatives Beispiel für den Druck auf die Fachkräfte-Suchenden: „Wir laden fast alle Bewerber ein“, sagt Pelka. Nur sehr selten sortiere sie Bewerbungen gleich zu Beginn aus. Sie versuchten immer hinter die schriftliche Bewerbung und das Notenbild auf den Menschen zu sehen. „Wichtiger im Zeugnis sind uns Fehltage sowie das Arbeitsverhalten und die soziale Kompetenz.“ Für Bewerber mit Sprachschwierigkeiten und die keine Zeit hätten für einen Volkshochschulkursus biete das Unternehmen inzwischen „McDeutsch“ an. Pelka räumt auf Nachfrage aber auch die Grenzen ein: „Wir können nicht 20 Azubis mit diesen Schwierigkeiten beschäftigen.“ Und auf die Frage nach der Einsetzbarkeit von Förderschülern, weist Pelka auf die Besonderheiten der Gastronomie hin. „Hier ist es laut und hektisch, es ist heiß und rutschig. Da sind viele schnell überfordert.“

Pelka wirbt für Video-Botschaften, die sie mit den tatsächlichen Mitarbeitern drehen und in den Restaurants selbst ausstrahlen. „Da kommen Gäste plötzlich mit den realen Menschen hinter den Videos ins Gespräch.“ Und sie schildert Karrieren von Mitarbeitern, die mit 16 Jahren und einem Schülerjob gestartet sind. Vor allem aber betont die eigentlich studierte Pädagogin den Zeitdruck auf sie als Arbeitgeber. „Wenn Sie nicht innerhalb von zwei, drei Tagen auf Online-Bewerbungen reagiert haben, sind die Bewerber weg.“ Auf den Tabletts der Restaurants lägen inzwischen sogar kleine Zettel für „Turbo-Bewerbungen“, die sie noch am selben Tag auf ihren Tisch bekommt. Die Anforderungen der Interessenten, über diesen Weg auf sich aufmerksam zu machen, liegen nicht hoch, sagt Pelka. „Schön, wenn es leserlich wäre.“

Wie herausragende Werbe-Kampagnen Unternehmen helfen können, sich bei potentiellen Auszubildenden hervorzuheben, zeigen diese Beispiele.

Von Rebekka Neander

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