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Langenhagen: Mentoren suchen neue Mitstreiter

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08:21 14.09.2019
Wollen Schüler gemeinsam fördern: Thomas Kelber (von links), Frank Saßnick und Rosi Fuchs-Hülster. Quelle: Privat
Langenhagen

Knapp 100 Kinder mit Fluchterfahrung hatte die Robert-Koch-Realschule seit 2015 bereits aufgenommen. Die vor Kurzem in Leibniz IGS umbenannte Schule liegt damit nach Aussage des Leiters Thomas Kelber in Langenhagen ganz vorn.

Die Flüchtlinge benötigen allerdings noch Unterstützung, um die deutsche Sprache zu erlernen. „Lesekompetenz zu erlangen ist eine der wesentlichen Aufgaben unseres Bildungssystems, damit ein Leben in einer zunehmend komplizierter werdenden Medienwelt möglich ist“, sagt Frank Saßnick. Er ist Koordinator für Mentor – die Leselernhelfer für Langenhagen.

Bundesweit gibt es 14.000 Lesementoren

Der Verein betreut mit mehr als 14.000 Ehrenamtlichen bundesweit und etwa 1500 Kräften in der Region Hannover leseschwache Schüler. Da, wo der tägliche Schulunterricht bei der Einzelförderung an seine Grenzen stößt, wird geholfen, diesen Kindern die Lesefähigkeit zu vermitteln.

Die Förderung sei nicht zuletzt deshalb optimal, weil sie eins zu eins über die Bühne gehe, so Saßnick. Aktuell sind etwa 40 Mentoren an der IGS, der IGS Süd, der Leibniz IGS, der Adolf-Reichwein-Schule und der Friedrich-Ebert-Schule aktiv. Dort betreuen sie aktuell etwa 50 Kinder.

An der seit Schuljahresbeginn neuen Integrierten Gesamtschule gehen 650 Schüler aus 20 Nationen in 24 Klassen. Es würden zwar sicher auch kulturelle Grenzen überwunden, aber die Lehrer stünden auch vor besonderen Herausforderungen, meint Saßnick. Die Leselernhelfer unterstützten dabei sinnvoll.

Schulleistungen verbessern sich

Schulleiter Kelber und Sozialarbeiterin Rosi Fuchs-Hülster sehen in dem Projekt eine große Chance für die Kinder und Jugendlichen, etwas planmäßig zu lernen. Deshalb sind sie an Saßnick herangetreten. „Die Freude der Kinder ist groß, und auch die Schulleistungen verbesserten sich merklich“, berichtet der Mentor.

Doch die bisherigen Kräfte reichen nach Auffassung Saßnicks nicht aus, um den wachsenden Bedarf zu decken. Neue Leselernhelfer werden gesucht. Interessierte können bei einer kostenlosen Schulung erfahren, ob es das Richtige für sie ist. Auch altersgerechte Bücher werden gestellt; auf Seminaren können sich die Leselernhelfer fortbilden.

Für dieses Programm gibt es viele prominente Unterstützer. So schrieb der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck in einem Grußwort: „Lesen ist der Schlüssel zur Welt. Lesen bildet, regt die Fantasie an und bedeutet Zukunft. Lesen hilft, Grenzen zu überwinden und sogar in Unfreiheit die Freiheit zu spüren.“

Saßnick gibt unter Telefon (0511) 722241 nähere Auskünfte. Grundvoraussetzung ist Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, meint der Mentor.

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