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Langenhagen Feuerwehr nach Starkregen im Dauereinsatz: Straßen und IGS Süd unter Wasser
Umland Langenhagen

Langenhagen: Nach Starkregen muss Feuerwehr 85 Einsätze fahren

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19:16 16.10.2019
Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller - immer wieder musste die Feuerwehr im Stadtgebiet ausrücken. Quelle: Stephan Bommert/Feuerwehr
Langenhagen

Bis zum Nachmittag insgesamt circa 160 Einsatzstellen: Hinter den Freiwilligen der Feuerwehr Langenhagen liegen arbeitsreiche Stunden, nachdem heftiger Starkregen und ein Gewitter über die Stadt gezogen waren. Die Wassermassen überfluteten in der Nacht zu Mittwoch Straßen und Keller, weil die Kanalisation komplett überlastet war. Der erste Notruf erreichte die Feuerwehr nach Aussage von Sprecher Stephan Bommert um 0.12 Uhr. „Danach ging es Schlag auf Schlag“, sagte er.

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller - immer wieder musste die Feuerwehr im Stadtgebiet ausrücken. Quelle: Stephan Bommert/Feuerwehr

40 Alarmierungen in Hindenburgviertel und Sollingweg

Besonders betroffen waren seinen Angaben zufolge das Hindenburgviertel und der Sollingweg: „Allein von dort kamen über 40 Alarmierungen“, sagte der Feuerwehrsprecher. Gut 150 Einsatzkräfte rückten aus, um betroffenen Hausbesitzern zu helfen. „Viele beseitigten dann aber selbst das Wasser, sodass wir nicht aktiv werden mussten“, berichtete Bommert und fügte hinzu, in einigen Fällen sei nur wenig Wasser in die Gebäude eingedrungen: „Das war dann auch kein Einsatz für uns, denn unsere Pumpen arbeiten erst ab vier bis fünf Zentimetern effektiv.“

Straßen wegen Regenmassen unpassierbar

Dieses Maß war an der IGS Süd erreicht: Dort pumpten die Langenhagener mit der Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr aus Vinnhorst das Wasser aus dem Gebäude. Andere Einsatzkräfte sorgten, verstärkt von Mitarbeitern der Stadtentwässerung, dafür, dass die Straßen befahrbar blieben – oder es wieder wurden. So konnten Autofahrer zeitweise die Konrad-Adenauer-Straße, die Trogstrecke und die Straße Am Pferdemarkt nicht passieren. Andere Fahrer warteten im gesamten Stadtgebiet am Fahrbahnrand darauf, dass der Regen und Sturm eine Pause einlegten.

An der Kreuzung von Heinrich-Heine-Straße und Vahrenwalder Straße war die Ampel ausgefallen. Autofahrer aus Wiesenau kamen dort nicht weiter.

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller - immer wieder musste die Feuerwehr im Stadtgebiet ausrücken. Quelle: Stephan Bommert/Feuerwehr

Manche entdecken Schäden erst am Morgen nach Unwetter

Gegen 0.45 Uhr war die Feuerwehr zu elf Einsatzstellen ausgerückt, um 4 Uhr hatten die Ehrenamtlichen bereits 29 überflutete Bereiche wieder trockengelegt. 38 Meldungen waren da noch zu bearbeiten. Gegen 8 Uhr meldete Bommert, dass mehr als 90 Notrufe eingegangen seien, um 10.30 Uhr waren es mehr als 100 – und ein Ende war noch nicht in Sicht. „Manche entdecken erst nach dem Aufstehen die Schäden der Nacht“, sagte der Feuerwehrmann. Jedem Alarm wurde Bommerts Angaben zufolge nachgegangen. Jedoch mussten die Einsatzkräfte nicht an jedem Ort tätig werden.

15 Helfer der Johanniter versorgten die Freiwilligen in der Wache an der Konrad-Adenauer-Straße seit 6 Uhr mit Kaffee und Brötchen sowie später mit Würstchen.

„In der Leitung bleiben – auch wenn es länger dauert“

Bommert appellierte zwischenzeitlich an die Langenhagener, im Notfall die 112 zu wählen und in der Leitung zu bleiben. „Auch wenn es länger dauert“, betonte er und fügte hinzu, dass selbst die Feuerwehr wegen der Überlastung in der Nacht keinen Kontakt mehr zur Leitstelle bekam. „Wenn ein akuter Notfall vorliegt, beispielsweise ein Brand, sollten die Betroffenen deshalb direkt die Wache an der Konrad-Adenauer-Straße anfahren oder dort anrufen“, sagte er. Diese war bis zum frühen Abend noch besetzt – schließlich musste die arbeitsintensive Nacht weiter abgearbeitet werden. Dafür habe es einen Personalwechsel gegeben, weil etliche Helfer inzwischen zur Arbeit oder Ausbildung hätten fahren müssen, sagte der Feuerwehrsprecher.

Am Nachmittag ist die Feuerwehr immer noch im Einsatz und pumpt Wasser ab - bei Sonnenschein. Quelle: Florian Thon/Feuerwehr

Neben den sechs Ortsfeuerwehren aus Langenhagen waren die Feuerwehren aus Vinnhorst, Neuwarmbüchen und Ortsfeuerwehren aus Garbsen – Heitlingen, Stelingen, Berenbostel – im Stadtgebiet im Einsatz, berichtete Bommert. Auch das THW Hannover/Langenhagen unterstützte die Helfer mit 22 Kräften. Auch am Nachmittag waren die Feuerwehren noch unterwegs, um Wasser abzupumpen – bei Sonnenschein.

Der REWE-Markt bittet seine Kunden, etwas vorsichtiger einkaufen zu gehen und auf Rutschgefahren zu achten. Quelle: Stephan Hartung

Wasser auch im CCL

Auch ins CCL fand das Wasser – wenn auch nicht viel – seinen Weg. „Dass überhaupt Wasser eindringt, habe ich noch nie erlebt“, sagte Matthias Erdmann, technischer Leiter im Einkaufszentrum, auf Nachfrage dieser Zeitung. „Ich bin seit acht Jahren hier, aber auch mein Vorgänger hatte solche Erfahrungen noch nicht gemacht.“ Der Rewe-Markt gab seinen Kunden mit einem großen Aufsteller am Eingangsbereich mit auf den Weg, wegen möglicher Rutschgefahren vorsichtig zu laufen. „Alle Geschäfte konnten öffnen“, betonte Erdmann. „Wir hatten lediglich im Altbestand des CCL Wasser im Aufzug, vermutlich kam das Wasser vom Parkdeck durch den Wind.“

Weitere Meldungen von der Polizei und Feuerwehr aus dem Stadtgebiet Langenhagen lesen Sie im Polizeiticker.

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