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Langenhagen Nutzen der Schornsteinfegerschule infrage gestellt
Umland Langenhagen Nutzen der Schornsteinfegerschule infrage gestellt
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16:00 15.02.2019
Dieses Areal an der Vinnhorster Straße ist für den Neubau der Schornsteinfegerschule vorgesehen. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Über die Schornsteinfegerschule und ihr Vorhaben an einen anderen Standort in Langenhagen zu ziehen hat es im Stadtplanungsausschus eine muntere Diskussion gegeben – unter anderem über die Vor- und Nachteile der Einrichtung für die Stadt. Stadtbaurat Carsten Hettwer gab den Politikern am Donnerstagabend allerdings zu bedenken: „Ich will keinen Druck machen. Aber: Die Schornsteinfegerschule hat noch einen anderen Standort in der Region im Auge.“ Wenn es kein Signal aus der Politik gebe, dann würde die Schule wegziehen.

Die Schule hat die freie Fläche westlich der Vinnhorster Straße und südlich der Langenhagener Straße in Godshorn ins Auge gefasst und plant auf dem städtischen, gut 22.000 Quadratmeter großen Grundstück einen Neubau – mit Platz für ein Schulinternat und Mensa, die Schornsteinfegerinnung und das Institut für Gebäudelüftung. In dem Antrag an die Stadt zur Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beschreibt Landesinnungsmeister Stephan Langer das Projekt als „Bildungs- und Innovationszentrum im Schornsteinfegerhandwerk (BIS)“.

Dieser im Langenhagener Ratsinformationssystem hinterlegte Entwurf der Mannewitz Architekten zeigt den Haupteingang der neuen Schornsteinfegerschule. Quelle: Mannewitz Architekten/Stadt Langenhagen

Der Grund für die Suche nach einem anderen Grundstück: Der Platz an der Konrad-Adenauer-Straße reicht nicht mehr aus. Seit 1972 hat die Schornsteinfegerschule Niedersachsen ihren Sitz am jetzigen Standort in Langenhagen. Die vorhandenen Raumkapazitäten reichen „durch die steigende Nachfrage und die zusätzlichen Lehrgangsinhalte“ nicht aus, heißt es im vorgelegten Nutzungskonzept des Landesinnungsverbands. Deshalb hat sich die Schule nach größeren Grundstücken und mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr umgeschaut.

CDU und SPD begrüßen den Standort

„Die CDU begrüßt es, wenn es gelingt die Schornsteinfegerschule in Langenhagen zu halten“, sagte Claudia Hopfe. Die CDU-Politikerin befand das in die Diskussion eingebrachte Grundstück als „durchaus geeignet“. Auch SPD-Fraktionschef Marc Köhler stimmte dem Standort zu und sagte, das die Schornsteinfegerschule als Lärmschutz für dort eigentlich vorgesehene Wohnbebauung dienen könne.

Jens Mommsen (BBL) brachte jedoch Bedenken gegenüber der Einrichtung ein und stellte die Frage „Was bringt die Schornsteinfegerschule für Langenhagen?“ Er kam zu dem Schluss, dass die Einrichtung die Stadt nur koste, denn sie bringe keine zusätzliche Gewerbesteuer, sorge für zusätzlichen Verkehr und koste 22.000 Quadratmeter Fläche. Die Stadt habe ein großes Defizit. „Wir müssen sehen, dass wir die Steuern hochkriegen“, argumentierte Mommsen.

„Wenn wir so argumentieren, dann brauchen wir viele Einrichtungen nicht“, sagte SPD-Ratsherr Wolfgang Kuschel. Hopfe hob den Nutzen der Schule hervor. Diese bringe eine Erhöhung der Kaufkraft und Arbeitsplätze, unter anderem in der Mensa und im Internat. Es sei wichtig, dass die Politik einen Aufstellungsbeschluss fasse – sonst könne die Schule in Langenhagen keine weiteren Schritte gehen, sagte die CDU-Politikerin.

Wilhelm O. Behrens von der Gruppe Grüne/Unabhängige forderte mehr Informationen von der Verwaltung – auch zu dem Stand der Verhandlungen zu dem jetzigen Grundstück der Schornsteinfegerschule und was um das freie Grundstück herum geplant sei. „Wenn ich keine Informationen habe, treffe ich keine Entscheidung“, sagte er.

Stadt verhandelt über Grundstück

„Wir verhandeln über das Grundstück an der Konrad-Adenauer-Straße“, sagte Hettwer. Doch diese gestalteten sich schwierig, wenn die Politik kein entsprechendes Signal aussende. Zu der Fläche westlich der Vinnhorster Straße sagte der Stadtbaurat: „Das Lärmthema ist dort so evident, dass Wohnbebauung dort nicht infrage kommt.“ Ein Gutachten habe nach Auskunft von Carolin Ottensmeyer, Abteilungsleiterin Stadtplanung und Geoinformation im Langenhagener Rathaus, ergeben, dass es an der Stelle nicht nur durch den Verkehr, sondern auch durch Gewerbe eine zu hohe Lärmbelastung gebe.

Am Ende der Diskussion stimmten die Politiker mit zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme für die Einleitung des „vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens“ sowie den Aufstellungsbeschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans „Westlich Vinnhorster Straße“. Jetzt beschäftigt sich der Verwaltungsausschuss mit der Drucksache.

Vandalismus: Skaterrampe an Hackethalstraße gesperrt

Die Stadt hat die Skaterrampe auf dem Jugendplatz an der Hackethalstraße am Montag kurzfristig gesperrt. Dies hat Stadtbaurat Carsten Hettwer den Politikern des Stadtplanungsausschuss in der Sitzung mitgeteilt. Der Grund: Innerhalb kurzer Zeit haben Unbekannte auf der Rampe zweimal gezündelt. Der letzte Vorfall ereignete sich am vergangenen Sonnabend. Unbekannte hatten die Holzkonstruktion und die Verkleidung angezündet. Durch das Feuer wurden diese beschädigt. Ende Januar musste die Feuerwehr auf der Rampe bereits einen Gerümpelbrand löschen.

Die Stadt kam nun nach Auskunft von Sprecherin Juliane Stahl zu dem Ergebnis, dass die Skaterrampe zu instabil und die Nutzung nicht sicher sei. „Ob und wann sie wieder freigegeben werden kann, lässt sich derzeit nicht sagen“, sagte Stahl Anfang der Woche. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Von Julia Polley

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