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Langenhagen Polizei ermittelt gegen Park-Service am Airport
Umland Langenhagen

Langenhagen: Polizei ermittelt gegen Shuttle-Service am Airport

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00:20 10.05.2019
Besonders ärgerlich: Entgegen der Vereinbarung sind auch am Terminal stehengebliebene Autos auf Kosten der Halter abgeschleppt worden. Quelle: Julian Stratenschulte (dpa)/Symbolbild
Langenhagen

Die Polizei ermittelt gegen den Betreiber eines Park-Services, der am Langenhagener Flughafen gegen eine Gebühr die Autos samt Schlüssel von Urlaubern entgegengenommen hat, um diese während der Reisezeit angeblich sicher unterzustellen. Doch das Versprechen wurde nicht immer eingehalten – die Polizei weiß inzwischen von mindestens 80 Kunden, die anschließend Anzeige erstattet haben, bestätigt Behördensprecher André Puiu auf Anfrage.

Einer von ihnen ist Manfred Janssen (Name von der Redaktion geändert) aus Oldenburg. Und der Mann ist richtig sauer. „Ich denke, es ist wichtig, dass solche Firmen nicht so weitermachen dürfen wie bisher.“ Janssen hatte am 20. April über die auf der Internetseite aufgelistete Service-Hotline bei dem Shuttle-Service einen Parkplatz gebucht. Einen Tag später folgte die Übergabe von Auto und Schlüssel am Langenhagener Flughafen. Vier Tage später kehrte er zurück. Bei einem Anruf bei der Hotline konnten die Firmenmitarbeiter ihm weder Fahrzeug noch Schlüssel zurückgeben – sie wussten nicht einmal wo das Auto stand.

Polizei kann die Höhe des Schadens noch nicht beziffern

„Auch nach langem Hin und Her, dem Einschalten der Polizei und mehr als fünf Stunden Wartezeit blieb das Auto weiterhin verschwunden“, berichtet er dieser Zeitung. Als Folge ging es dann samt Familie mit dem Zug nach Hause. Noch in der Nacht erhielt der Oldenburger eine E-Mail der Polizei, die das Auto auf dem eigenen Betriebsparkplatz am Flughafen entdeckt hatte. Denn entgegen der Vereinbarung hatte der Mitarbeiter des Park-Services das Fahrzeug einfach am Terminal stehen gelassen. Dort wurde es dann nach drei Tagen abgeschleppt. Janssen musste nach der Nachricht von der Polizei also wieder nach Hannover und sein Auto auslösen.

„Mein Gesamtschaden beläuft sich insgesamt auf 520 Euro“, macht der Betroffene seine Rechnung auf. Doch auf E-Mails habe das Unternehmen nicht reagiert. „Das Geld werden wir wohl nicht wiedersehen.“ Und der Oldenburger ist beileibe nicht das einzige Opfer. Im Internet gibt es auf einem Bewertungsportal inzwischen dutzende Beschwerden über den hannoverschen Betreiber des Service-Dienstes.

Über die Höhe des Gesamtschadens kann die Polizei noch keine Angaben machen. „Wir befinden uns bei den Ermittlungen erst ganz am Anfang“, betont Puiu. Denn noch stehe überhaupt nicht fest, wie viele Betroffene es gebe. Nach jetzigem Stand wertet die Polizei das zunächst auch als „zivilrechtliche Angelegenheit“ zwischen Kunden und Firma. Allerdings könnte es zumindest in einem Fall auch zu einer „unbefugten Ingebrauchnahme“ eines anvertrauten Autos gekommen sein. Zudem gebe es Klagen, dass aus einigen Fahrzeugen auch Wertgegenstände verschwunden sein sollen, berichtet der Polizeisprecher. Nach Abschluss der Ermittlungen werde die gesamte Angelegenheit an die Staatsanwaltschaft abgegeben, die dann die strafrechtliche Relevanz prüfen muss.

Bereits letztes Jahr Vorwürfe gegen einen Shuttle-Service erhoben

Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Polizei nach Beschwerden mit mehreren Shuttle-Services in Langenhagen befasst. Auch dort war es bei der Rückgabe der Autos zu Schwierigkeiten gekommen. Einige Fahrzeuge waren völlig verdreckt, andere nicht auffindbar. Halter kritisierten zudem, dass ihre Autos nach Rückkehr einen erstaunlich hohen Kilometerstand aufwiesen. Letztlich wurden dann aber die Ermittlungen eingestellt, heißt es auf Anfrage von Puiu. Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich bei den Anbietern seinerzeit und den jetzigen um miteinander verwobene Unternehmen handeln. Die Firma war für eine Stellungnahme telefonisch am Dienstag nicht zu erreichen – auch nicht über die Service-Hotline.

Flughafen-Prokurist Michael Hesse warnt Urlauber indes vor diesen „zwielichtigen Anbietern“. Er wirbt vielmehr dafür, einen der 14.000 Parkplätze des Airports oder etwa Bus und Bahn zu nutzen. Dann gebe es auch hinterher keinen Ärger, sagt er auf Anfrage. Und die Kosten seien auch nicht höher, betont Hesse. Gegen die Betreiber könne der Flughafen jedoch nur wenig ausrichten. „Rechtlich haben wir nur wenig Einflussmöglichkeit“, gesteht der Prokurist. Doch dieses Problem beschränkt sich nicht nur auf Langenhagen. Er berichtet auch von anderen deutschen Flughäfen, die diese unseriösen Shuttle-Services umtreiben.

Von Sven Warnecke

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