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Langenhagen Verdächtiger schlägt Polizisten in Langenhagen mehrmals ins Gesicht
Umland Langenhagen

Langenhagen: Polizist bei Kontrolle verletzt - Verdächtiger schlägt zu

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14:03 13.01.2022
Bei einer Polizeikontrolle in Langenhagen hat ein junger Verdächtiger einen Polizisten mehrfach ins Gesicht geschlagen.
Bei einer Polizeikontrolle in Langenhagen hat ein junger Verdächtiger einen Polizisten mehrfach ins Gesicht geschlagen. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Langenhagen

In der Nacht zu Donnerstag haben Polizisten in Langenhagen einen 20-Jährigen kontrolliert. Plötzlich schlug der junge Mann dabei einem der Beamten unvermittelt ins Gesicht und wollte flüchten. Bei der Festnahme fanden die Beamten bei dem Angreifer etliche Gramm Marihuana, und auch in seiner Wohnung wurde die Polizei fündig. Mit der Tat, die Anlass war für die Kontrolle, hat der Heranwachsende aber dem ersten Anschein nach nichts zu tun.

Verdächtiger wird bei Kontrolle in Langenhagen plötzlich aggressiv

Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeikommissariats Langenhagen wurde eine Streife gegen 0.20 Uhr an der Leibnizstraße bei einer Fahndung nach Verdächtigen auf den Heranwachsenden aufmerksam. Eine Zeugin hatte zuvor einen Einbruch gemeldet und die Täter beschrieben. Der 20-Jährige passte äußerlich zur Personenbeschreibung und wurde daraufhin kontrolliert.

Dabei wirkte der Heranwachsende auf die Beamten nervös, er zeigte seinen Personalausweis aber vor. Als ihn die Ordnungshüter nach möglichem Aufbruchswerkzeug durchsuchen wollten, wurde er plötzlich aggressiv und wehrte sich. Unvermittelt bewegte sich der junge Mann auf einen der Polizeibeamten zu und schlug ihm mehrmals ins Gesicht. Anschließend versuchte er zu fliehen.

Durchsuchung fördert Marihuana zutage

Nach wenigen Metern Verfolgung brachten die Beamten den Täter jedoch auf der Fahrbahn der Leibnizstraße zu Boden und nahmen ihn fest. Auch zu diesem Zeitpunkt wehrte sich der 20-Jährige noch. Erst als eine weitere Streifenbesatzung hinzukam, beruhigte sich der Heranwachsende. Bei seiner Durchsuchung fanden die Beamten bei ihm einen Beutel mit etwa 20 Päckchen Marihuana – inklusive Verpackungsmaterial rund 30 Gramm schwer. Anschließend wurde er auf die Wache in Langenhagen gebracht. Der angegriffene Polizist begab sich in ein Krankenhaus und meldete sich als nicht mehr dienstfähig.

Im Anschluss nahm die Polizei in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover eine Wohnungsdurchsuchung bei dem 20-Jährigen in seinem Beisein vor. Dabei fanden die Beamten etwa zwölf Marihuana-Blüten noch unbekannten Gewichts, diverses Verpackungsmaterial sowie eine Feinwaage. Alles deutet auf einen Drogenhandel hin. Die Polizisten beschlagnahmten die Fundstücke.

Nach Abschluss der Maßnahmen wurde der Heranwachsende vor Ort entlassen. Die Polizei ermittelt nun gegen ihn wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln.

Anlass für Kontrolle des 20-Jährigen war ein Einbruch

Der ursprüngliche Verdacht, dass der an der Leibnizstraße festgenommene junge Mann für einen Einbruch im Stadtzentrum verantwortlich sein könnte, erhärtete sich laut Polizeisprecher Dennis Schmitt zumindest vorerst nicht – er hatte kein Einbruchswerkzeug dabei.

Gegen 22.45 Uhr hatten zwei unbekannte junge Männer versucht, den Seiteneingang einer Arztpraxis an der Konrad-Adenauer-Straße aufzuhebeln. Das Auftauchen einer Zeugin veranlasste die Heranwachsenden zur sofortigen Flucht. Die Beschreibung der Verdächtigen – circa 20 Jahre alt und 1,80 Meter groß, schlank und dunkelhaarig, einmal mit dunkler Kapuze und weißem Fahrrad, einmal mit kurzer blauer Steppjacke und weißen Sneakers sowie von südländischen Äußerem – hatte dann zur Kontrolle des 20-Jährigen an der Leibnizstraße geführt.

Polizei sucht Zeugen auch für zwei weitere Einbrüche

Auf das Konto der noch unbekannten Einbrecher könnten zudem zwei weitere Taten in derselben Nacht gehen. In einem Altenheim an der Walsroder Straße brachen Unbekannte die Tür des Verwaltungsraumes im Erdgeschoss und dann dort sämtliche Aktenschränke auf. Ob etwas gestohlen wurde, war zunächst unklar. Ebenfalls an der Walsroder Straße beschädigten Einbrecher die Eingangstür zu einem Mehrfamilienhaus und versuchten dann, beim Hospizverein einzubrechen, was aber misslang. Der Schaden beträgt rund 2000 Euro. Die Polizei Langenhagen, Telefon (0511) 1094215, hofft nun auf Zeugenhinweis zu der Einbruchsserie.

Von Frank Walter