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Langenhagen Radfahrer testen Abbiegeassistenten
Umland Langenhagen

Langenhagen: Radfahrer vom ADFC testen Abbiegeassistenten

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13:03 16.06.2019
ADFC-Mitglieder haben beim Sommertreffen den Fahrersitz eines modernen Lkw erklommen und sich von Truck-Trainer Ingo de Lange die Assistenztechnik erklären lassen. Quelle: Ursula Kallenbach
Langenhagen

Was haben Radfahrer mit der technischen Ausstattung schwerer Fahrzeuge im Straßenverkehr zu tun? Mittlerweile teilen sie viele – zu viele vermeidbare – schwere Unfälle, die beim Abbiegen passieren. Deshalb haben beim Sommerfest des ADFC Region Hannover Radler den Fahrersitz in einem modernen 450-PS-Truck erklommen, um sich ein Bild von modernen Abbiegeassistenten zu machen.

„Sie waren erschrocken, wie hoch die Fahrerkabine ist, und dass sechs Spiegel erforderlich sind für den Fahrer, um alles zu sehen“, berichtete Reinhard Spörer. Der Sprecher der ADFC-Ortsgruppe Langenhagen organisierte das Sommerfest, das neben Geselligkeit, viel Musik und Austausch auch Informationen lieferte. Weit mehr als 300 radelnde Mitglieder und Gäste aus sechs Nordkommunen folgten der Einladung in den Biergarten beim Schützenverein Langenforth am Sonnabendnachmittag.

Ingo de Lange zeigt an dem Truck den seitlich installierten Radarsensor. Der erfasst 3,75 Meter in der Tiefe und warnt den Fahrer beim Abbiegen. Heiko Waßmann (vorn) demonstriert das für Besucher des ADFC-Treffens gern. Quelle: Ursula Kallenbach

Die Fläche mehrerer ausgelegter Plastikplanen seitlich des Trucks markierten dabei jene Zonen, die der Fahrer über sechs verschiedene Spiegel eigentlich gut im Blick hat und den Radlern Sicherheit gibt – wenn das Fahrzeug geradeaus gerichtet steht oder fährt. Das demonstrierte vor Ort Truck-Trainer Ingo de Lange an dem aufgestellten Mercedes Actros. Schlägt das Fahrzeug aber nach rechts ein, um abzubiegen, hilft nur der moderne Abbiege-Assistent, tote Winkel zu kontrollieren.

„Ein seitlich angebrachter Radarsensor erfasst die Fläche in einem Radius von 3,75 Metern“, erläuterte er. In diesem Regelbereich arbeite die moderne Ausstattung des Lkw und warnt den Fahrer sofort, wenn sich Fußgänger oder Radler in diesem Abstand seitlich befinden. Das System koste mehr als 10.000 Euro. „Aber es rettet Leben“, betonte de Lange. Unterstützt wurde er in der Demonstration von Heiko Waßmann, der dafür den Zollstock auslegte. Als Aufsichtsperson bei der gesetzlichen Unfallversicherung BG Verkehr für das Fuhrgewerbe markierte Waßmann mit seinem Engagement auch, wie erheblich solche Unfälle sich inzwischen in vielfacher Weise auswirken.

Adelheid Janke ist mit ihrer ADFC-Gruppe Garbsen beim Treffen in Langenhagen. Der ADFC-Sprecher der Ortsgruppe Langenhagen, Reinhard Spörer, und Zweirad-Mechaniker Carsten Fritsch helfen ihr am Stand des B.O.C.-Fahrradchecks für die Rückfahrt weiter. Quelle: Ursula Kallenbach

Sechs Spiegel seien für Lastkraftwagen bereits seit 2009 gesetzlich vorgeschrieben, betonte Spörer für den ADFC. Die EU will unterschiedliche Assistenzsysteme bis 2024 schrittweise verpflichtend machen. Freiwillig könnten die Fuhrunternehmen aber schon jetzt Abbiegeassistenten einbauen, meinte der Interessenvertreter für die Zweiradfahrer. Er selbst habe zwei Beinahe-Kollisionen dieser Art überstanden, führte er aus eigener Erfahrung an.

Natürlich wurde bei dem Treffen außerdem an zwei Stationen geboten, was die Radler unmittelbar interessiert: Sicherheit bei E-Fahrrädern und ein praktischer Check, woran es am eigenen Rad gerade fehlt. Infos gab es auch zum Energiesparfahrzeug „Twike“ und zu Lastenrädern. Dem Organisator war an dem Highlight des Jahres vor allem wichtig, „dass wir uns treffen als Radfahrer, dass man bei aller sonstigen Verbissenheit mal feiern kann und sich unterhalten“.

Geselligkeit, gemeinsames Singen und Feiern kommt bei dem ADFC-Sommerfest in Langenhagen nicht zu kurz. Quelle: Ursula Kallenbach

Von Ursula Kallenbach

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