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Langenhagen Ratten legen Heizung wochenlang lahm
Umland Langenhagen Ratten legen Heizung wochenlang lahm
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15:00 07.02.2019
Die Spuren sind eindeutig: Ratten haben die Zulaufleitungen für die Heizungsanlage angeknabbert. Quelle: Rebekka Neander
Langenhagen

Bissschäden von Ratten bringen seit nunmehr zwei Monaten die Mieter eines Mehrfamilienhauses am Reuterdamm an den Rand ihrer Geduld. Denn die Heizung, deren Versorgungsleitungen die „Schadnager“ offensichtlich beschädigt haben, fällt seither immer wieder aus. Techniker und Hausverwaltung geben sich seit Wochen die Klinke in die Hand. Die KSG als Hauseigentümerin bedauert den Vorfall und bittet auf Nachfrage dieser Zeitung auf „um Entschuldigung“. Einige Mieter jedoch fühlen sich nicht ausreichend informiert.

Für den Hauswart Oliver Wermuth gerät der Schadenfall zum Marathon. „Mehrmals am Tag kontrolliert er die Anlage und muss alle ein bis zwei Stunden auf den Störungsknopf drücken, damit die Heizung wieder anspringt“, berichtet Siegfried Volker, Bereichsleiter im Immobilienmanagement beim gemeinsamen Besuch im Heizungskeller. Wermuth bestätigt dies und erzählt von diversen Gesprächen, die er seither mit Mietern geführt hat, die ihm im Hausflur begegnet seien. „Immer wenn die Heizung wieder lief, riet ich den Mietern die Gelegenheit zu nutzen und die Thermostate aufzudrehen.“

Erst nach wochenlanger Fehlersuche scheinen nun alle Schäden durch den Rattenverbiss an der Heizungsanlage behoben zu sein.

Gänzlich zufrieden sind die Mieter mit dieser Informationspolitik der KSG jedoch nicht. „Wer morgens aus dem Haus geht, kann nicht tagsüber auf Vorrat heizen“, heißt es in einer Nachricht an diese Zeitung. Man verstehe auch nicht, warum die Mieter nicht über diesen wiederholten Ausfall und die ausdauernde Fehlersuche direkt informiert worden seien. Volker kann dem nicht wirklich widersprechen. „Wir haben einen Aushang gemacht, dass am 1. Februar Handwerker an der Heizungsanlage arbeiten werden“, berichtet Volker. Zudem gibt es in einem der drei Hauseingänge einen Hinweis an die Mieter, man möge auf der Grünfläche hinter dem Gebäude kein Vogelfutter in übermäßiger Menge ausbringen, da dieses Ratten anziehe. Ein Zusammenhang mit dem Ausfall der Heizungsanlage ist diesem Schreiben nicht zu entnehmen.

Ab Freitag besteht Grund zur Hoffnung

Volker will „nichts schönreden“; der wiederholte Ausfall der Heizung treibe auch die KSG an den Rand des Leistbaren. „Es ist wie bei einem Marderbiss im Motorraum: Man findet nicht sofort jeden Kleinschaden“, berichtet Volker. Die Techniker geben ihm recht: Es sei nicht auszuschließen, dass durch einen Kurzschluss auch die Elektronik der Brennersteuerung fehlerhaft arbeite und damit das Erlöschen der Flamme im Brenner auslöse, heißt es von der Herstellerfirma der Anlage.

Nun besteht Grund zur Hoffnung: Ab Freitagvormittag könnte es ein Ende haben mit dem seit mehreren Monaten währenden Nervenkrieg für Mieter, Hausverwaltung und Technikern rund um eine Heizungsanlage am Reuterdamm. Dann nämlich, wenn der am Donnerstag auch bestellte neue „Flammkörper“ geliefert und eingebaut worden ist. Überdies verhindern jetzt eingebaute Klappen einen Aufstieg der Ratten durch die Abwasserrohre in den Heizungsraum. Damit müssten alle Schäden, die offenkundig Ratten der Heizungsanlage zugefügt haben, behoben sein, sagt Volker. Für die Wochen des Heizungsausfalls kündigt der Bereichsleiter nun „Entschädigungszahlungen“ an. Die Höhe allerdings sei noch offen.

„Vogelfutter kann Ratten anlocken“

Vogelfutter alleine macht keine Ratte satt. Doch genau dies ist das Problem, sagt Christian Klockhaus. Der wissenschaftliche Leiter des Schädlingskämpfers Rentokil benennt Körnerfutter als möglichen Lockstoff. „Die Ratten suchen dann in der Nähe nach weiteren Futterquellen.“ Im Falle der betroffenen Heizungsanlage am Reuterdamm sei gut möglich, dass durch das direkt am Haus ausgebrachte Vogelfutter diese Schadnager zu einem „Umzug“ animiert worden seien. „Grundsätzlich muss man überall, wo Nahrungsmittel frei zugänglich sind, mit Ratten rechnen. Das kann, wenn Ventile fehlen, auch schon mal dazu führen, dass Ratten bis in die Toilettenschüssel aufsteigen, wenn darüber Essen entsorgt worden ist.“ Einen erhöhten Befall durch Ratten im Stadtgebiet kann das Rathaus nicht bestätigen. Weder die Stadtentwässerung, so Stadtsprecherin Juliane Stahl, noch die Kollegen des Ordnungsdienstes hätten einen erhöhten Tierbefall in jüngerer Zeit beobachtet.

Von Rebekka Neander

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