Langenhagen: Richtfest an der Hermann-Löns-Schule
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Langenhagen Über der Hermann-Löns-Schule weht der Richtkranz
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Langenhagen: Richtfest an der Hermann-Löns-Schule

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17:33 31.08.2021
Petra Adolf (von links), Eva Bender, Tilman Graupner, Architekt Serge Moorkens, Mirko Heuer und Carsten Hettwer schlagen zur Feier des Richtfests Nägel in einen Balken.
Petra Adolf (von links), Eva Bender, Tilman Graupner, Architekt Serge Moorkens, Mirko Heuer und Carsten Hettwer schlagen zur Feier des Richtfests Nägel in einen Balken. Quelle: Frank Walter
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Langenhagen

Der „Neubau“ wurde abgerissen, während der Altbau saniert wird. Die Flure werden Lernbereiche, und die neue Sporthalle zieht ins Obergeschoss: Der Um- und Neubau der Hermann-Löns-Schule an der Niedersachsenstraße ist in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Jetzt weht der Richtkranz über dem Komplex.

Schule wird vier-, optional sogar fünfzügig

Mit einem Ensemble aus Alt- und Neubau schafft die Stadt die Voraussetzungen für den Betrieb einer durchgehend vierzügigen Grundschule mit Ganztagsbetrieb. Für eine vorübergehende Fünfzügigkeit könnten ein großer Differenzierungsraum und der zweite Musikraum – die bislang dreizügige Schule hat einen musischen Schwerpunkt – temporär als weitere allgemeine Unterrichtsräume genutzt werden.

In einem Jahr soll die Hermann-Löns-Schule in Langenhagen fertig umgebaut sein. Rund 18 Millionen Euro lässt sich die Stadt Langenhagen dies kosten. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.

Der zweigeschossige, massiv errichtete Neubau wird den Schultrakt ersetzen, der bislang als „Neubau“ bezeichnet wurde, tatsächlich aber schon aus den Sechzigerjahren stammte. Er verfügte laut Tilman Graupner, Projektleiter für das Architekturbüro Pfitzner und Moorkens aus Hannover, über eine schlechte Bausubstanz mitsamt Schadstoffen, zudem fehlte das zweite Treppenhaus. Ebenfalls weichen mussten der „Paula“ genannte hölzerne Verbindungsbau und die Turnhalle.

Der Richtkranz hängt am Kran. Quelle: Frank Walter

Aula dient auch als Mensa und Pausenhalle

Im Neubau werden die einzelnen Jahrgänge eigene Bereiche erhalten, jeweils zwei Klassenzimmern ist ein kleinerer Differenzierungsraum zugeordnet. Die Flure sind weit mehr als reine Verbindungswege. Sie wurden extra breit angelegt und erhielten Nischen, sodass sie auch für die Arbeit in Kleingruppen geeignet sind. „Das werden Lernflure“, erläuterte der Projektleiter.

Ein bauliches Highlight verspricht die multifunktionale Aula im Erdgeschoss mit ihrer großen Fensterfront zu werden, die auch als Pausenhalle und Mensa dienen wird. Die aktuell rund 270 Schüler sollen in drei Durchgängen essen, wenn der Ganztagsbetrieb zum Schuljahr 2022/2023 startet. Ungewöhnlich ist die Unterbringung der neuen Sporthalle im Obergeschoss, unter der die Umkleidebereiche angesiedelt sind. Dies sei dem hohen Grundwasserspiegel geschuldet, sagte Graupner.

So soll die Aula einmal aussehen. Quelle: Pfitzner Moorkens Architekten

Erhalten blieb hingegen der denkmalgeschützte Altbau aus dem Jahr 1901 in norddeutscher Klinkerarchitektur. Dieser wird unter anderem energetisch, brand- und schallschutztechnisch saniert und hat auch ein neues Dach erhalten, sodass das Richtfest auch ihm galt.

Blick über einen der künftigen Lernflure. Quelle: Frank Walter

Eva Bender: „Investition in die Zukunft“

Bürgermeister Mirko Heuer sprach bei der kurzen Feierstunde am Dienstagmittag von einem „weiteren Baustein für gute Bildung“ in der Stadt – auch mit Blick auf die anderen Investitionen in die Schullandschaft, die bereits getätigt sind oder noch in den nächsten Jahren folgen werden. Auch Stadträtin Eva Bender sprach als Schuldezernentin von einer „Investition in die Zukunft“.

Blick auf den Neubau. Quelle: Frank Walter

Langenhagens Erster Stadtrat Carsten Hettwer fasste den Bau in Zahlen: In Zeiten, in denen Corona-Regeln gelten und es in vielen Bereichen zu Materialengpässen kommt, hätten die Handwerker rund 280 Tonnen Stahl und mehr als 7000 Tonnen Beton verbaut. Weniger erfreulich ist die Zahl von 18 Millionen Euro, die Hettwer nannte. So teuer wird der Bau voraussichtlich werden.

Erster Kostenansatz lag viel zu niedrig

Im Dezember 2019 hatte das Investitionsprogramm der Stadt für die Folgejahre zunächst Baukosten von 6,4 Millionen Euro für die Hermann-Löns-Schule ausgewiesen. Das damalige Planungsbüro hatte jedoch nur die Kosten der Unterrichtsräume angesetzt, ohne die notwendigen Verkehrs-, Sanitär- und Technikflächen mit einzupreisen. Die Verantwortung dafür will Hettwer jedoch nicht auf die damaligen Planer schieben: „Der Fehler lag bei uns.“

Projektleiter Tilman Graupner erläutert die Aufteilung des Neubaus. Quelle: Frank Walter

Zur mittlerweile erwarteten Gesamtsumme hat laut Hettwer auch die allgemeine Baukostensteigerung beigetragen. Nicht ausgeschlossen, dass die Bausumme noch weiter steigt: „Im Moment haben wir Mühe, die Zeiten und Kosten einzuhalten.“ So sei es derzeit sehr schwierig, Material zu bekommen, und dann noch zu akzeptablen Preisen. Die geplante Fertigstellung im Sommer 2022 bezeichnet der Erste Stadtrat als „sportliche Herausforderung“. Dennoch ist er überzeugt, „dass es eine super tolle Schule wird“.

Planen verhängen den denkmalgeschützten Altbau. Quelle: Frank Walter

Auf die freut sich auch Schulleiterin Petra Adolf. Schließlich habe das Schulgebäude als Lernort seinen Anteil am pädagogischen Erfolg. Sie bedankte sich ausdrücklich, dass die Stadt die Schule bei der Planung mit ins Boot genommen habe. Eine so enge Abstimmung sei nicht selbstverständlich. Entsprechend groß ist ihre Vorfreude auf den Auszug aus der Interimsschule in roten Containern und den Einzug in die neue alte Schule: „Wir freuen uns sehr.“

Von Frank Walter