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Langenhagen Schüler verabschieden sich begeistert in Eilers-Werken
Umland Langenhagen

Langenhagen: Schüler verabschieden sich begeistert in den Eilers-Werken

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00:15 19.06.2019
Die Watt-Kutsche, präsentiert von Florian. Quelle: Dirk Lange
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Hannover/Langenhagen

Einfache Konstruktionen, gepaart mit der hohen Kunst der Improvisation und einem kräftigen Schuss Kreativität seitens der Schülerinnen und Schüler haben auf dem ehemaligen Eilers-Gelände am Entenfangweg die erstaunlichsten Fahrzeuge entstehen lassen. Gastgeber dieser Aktion, deren Titel mit „Do it“ Name und Aufforderung zugleich ist, ist die Bürgerstiftung aus Langenhagen. Ein mobiler Party-Grill namens „BRadwurst-Rad“ etwa, eine rollende Getränke-Bar oder ein unkonventioneller wie unfahrbarer Rasenmäher sind kreativ gestaltete Varianten zum Thema Fahrrad. Nicht zu vergessen die „Watt-Kutsche“, ein flacher Flitzer mit E-Antrieb und sehr beliebt bei den Jugendlichen. Mit ihnen ist jetzt einmal mehr ein Schul- und Projektjahr zu Ende gegangen.

Projekt soll Jugendliche an den Beruf heranführen

Über Dinge wie Praxistauglichkeit und Rentabilität mussten sich die jungen Konstrukteure während des Schuljahrs nicht den Kopf zerbrechen. Was die Auswahl und Verwendung der benötigten Teile angeht, waren gewisse Kompromisse allerdings nicht zu vermeiden. „Wir verwenden viele Dinge, die man sonst wegschmeißen würde“, sagt Projektleiter Wolfgang Reichel während der Abschlussveranstaltung. Erlaubt ist, was gefällt, denn schließlich handelt es um eine technische Lehrwerkstatt mit dem Ziel, junge Haupt- und Förderschüler der zehnten Klassen aus der Pestalozzi- und der Brinker-Schule an das Berufsleben heranzuführen und sie auf ein Praktikum oder den Einstieg in eine handwerkliche Berufsausbildung vorzubereiten.

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Wieder ist ein Jahrgang des Do-It-Projektes der Bürgerstiftung Langenhagen mit kuriosen Erfindungen zu Ende gegangen.

Die dazu notwendigen Fähigkeiten wie die Grundlagen der Metallverarbeitung und den Umgang mit den Werkzeugen erfuhren sie im Verlaufe eines Schuljahres, an dessen Ende sie nun bohren, schrauben, schweißen und schmieden können. Auch wenn man die Hälfte seines Lebens auf der Suche nach dem richtigen Werkzeug sei; erwünscht ist das nicht und effektiv schon gar nicht. Deshalb steht das Thema „Ordnung in der Werkstatt“ als Lernziel ganz oben auf der Prioritätenliste.

Verlässlichkeit und effektives Arbeiten im Mittelpunkt

Es gab zudem feste Regeln, für alle gut sichtbar auf Plakaten an der Wand, die im Sinne einer gemeinschaftlichen Arbeit auch eingefordert werden. „Das ist etwas, was manche Jugendlichen erst lernen müssen“, so der Elektrikexperte des Teams, Martin Duensing. „Wir zeigen, wenn es sein muss, dann auch schon mal die gelbe Karte.Vor allem im beruflichen Alltag kommt es sehr auf Verlässlichkeit und effektives Arbeiten an“.

Die Do-it-Projekte sind als gemeinsames Vorhaben von Förderschule und Hauptschule vor sechs Jahren in der Bürgerstiftung „Wir helfen“ entstanden und gliedern sich in drei unterschiedliche Bereiche. Altenpflege und Hauswirtschaft im Seniorenheim Bachstraße, soziales Engagement in Form von Mitarbeit bei der Langenhagener Tafel sowie das Technik-Projekt am Eilersweg. Darüber hinaus lernen die Jugendlichen, was eigentlich noch wichtiger scheint: Die Bedeutung von Teamarbeit, Zuverlässigkeit, Rücksichtnahme und Pünktlichkeit. Lutz Niederlein, Leiter der Brinker Schule berichtete beim Abschlusstreffen noch einmal von ersten Kontakten zu Wolfgang Reichel und den zunächst etwas holprigen, mit viel Skepsis und einigen Rückschlägen verbundenen Anfängen. „Wir arbeiteten zusammen und machten jeden Tag neue Erfahrungen dabei.“

Was Jugendliche auf Berufssuche in diesen Tagen auf der Ideen-Expo erleben, berichten die Kollegen von MADS.de hier.

Von Dirk Lange

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