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Langenhagen Beim Abschied klingt Wehmut mit
Umland Langenhagen Beim Abschied klingt Wehmut mit
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00:17 07.10.2018
Der Seniorenbeirat hört enttäuscht auf (von links): Wilfried Ohlendorf, Bärbel Reinhard, Regina Haseler, Rüdiger Walter, Rosemarie Bahrke, Dieter Palm und Christa Röder. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Die Mitglieder des aktuellen Seniorenbeirats um die Vorsitzende Christa Röder haben in der jüngsten Sitzung reichlich lobende Worte von Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch hören dürfen. „Ihre Arbeit wird sehr wertgeschätzt“, betonte Langenhagens Erste Stadträtin für die Verwaltung. Und das wolle man nicht unter „den Tisch kehren“, erläuterte sie nun in der letzten Sitzung des Gremiums in diesem Jahr – und damit der letzten in dieser Besetzung.

Der Beirat habe sich in den vergangenen Jahren „für die ältere Bevölkerung mit viel Elan eingesetzt“ und vieles erreicht, erinnerte die Erste Stadträtin. Unter anderem sorgte dieser dafür, dass in Schulenburg nun ein Senioren-Wohnprojekt realisiert werde. Zudem listete Gotzes-Karrasch diverse „kleinere Maßnahmen“ auf, die in der Stadt umgesetzt worden sind. „Ich hoffe, dass das Positive überwiegt“, meinte sie rückblickend und verteilte zum Dank an die sieben nun scheidenden Beiratsmitglieder den exklusiven – weil nicht käuflichen – Rathaus-Honig.

Rüdiger Walter erhält wie die anderen sechs Mitglieder des Seniorenbeirats von Langenhagens Erster Stadträtin Monika Gotzes-Karrasch zum Dank ein Glas Rathaus-Honig. Quelle: Sven Warnecke

„Es war eine schöne Zeit“, sagte das Beiratsmitglied Rosemarie Bahrke. „Bis auf den Abgang.“ Denn aus dem siebenköpfigen Gremium wird sich niemand mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellen. Auslöser für den von Misstönen begleiteten Rückzug der bisherigen Mitstreiter ist der Ratsbeschluss, in dem der Wunsch des Seniorenbeirates nach einer Urwahl durch alle über 60-jährigen Langenhagener mehrheitlich abgelehnt worden war. Die Senioren hatten lediglich die Unterstützung von Felicitas Weck (Linke), Andreas Eilers (WAL), Horst-Dieter Soltau und Ute Biehlmann-Sprung (beide CDU) erfahren.

Misstöne bestimmen das Tagesgeschäft

Die Mehrheit des Rates schloss sich dem Vorschlag einer interfraktionellen Gruppe an, das Gremium von Delegierten wählen zu lassen. Diese sollen gemäß der neuen Wahlordnung durch darin genannte 42 Vereine und Verbände gestellt werden. Um auch Heimbewohnern eine Stimme zu geben, wie Röder zuvor gefordert hatte, dürfen Heimbeiräte jetzt Delegierte schicken. Alle Gruppierungen können auch Kandidaten vorschlagen. Überdies ist es künftig weiterhin erlaubt, dass Einzelkandidaten, die ausreichend Unterstützer-Unterschriften sammeln, antreten. Bis zum 18. Januar wird sich die Stadtverwaltung nun um die Organisation der Neuwahl kümmern.

In der letzten Sitzung des Beirats wurde aber erneut deutlich, dass Röder und ihre Mitstreiter bis heute ratlos sind, warum im Mai das schon angelaufene Verfahren per Briefwahl mangels Kandidaten nicht nur gestoppt, sondern für die Zukunft komplett auf Eis gelegt worden ist. Dieter Palm – er wurde wie die übrigen Vertreter des Seniorenbeirats noch gewählt – befürchtet angesichts der künftig vier von den Fraktionen entsandten Mitgliedern im neuen Beirat gar den Verlust der „Unabhängigkeit“ des Gremiums. Gotzes-Karrasch dementierte diesen Anwurf mit dem Hinweis, dass die politischen Vertreter in den Sitzungen kein Stimmrecht besäßen. Vielmehr dienten die Kommunalpolitiker dazu, Beschlüsse und Anregungen schneller in die Fraktionen zu transportieren.

„Es ist keine Verärgerung, aber es ist Enttäuschung“, bezeichnete Röder den politischen Beschluss. „In ganz Niedersachsen wird über Langenhagen der Kopf geschüttelt“, berichtete sie aus Gesprächen mit Vertretern auf Landesebene. „Ein funktionierendes Netzwerk wird so zerstört.“

Die Stadt sucht nun Kandidaten

Für die Neubesetzung des Seniorenbeirats sucht die Langenhagener Stadtverwaltung nun Kandidaten. Dazu ist für Montag, 8. Oktober, um 15 Uhr im Ratssaal, Marktplatz 1, eine Informationsveranstaltung geplant. Nach Auskunft von Stadtsprecherin Juliane Stahl werden dabei Vertreter aus Politik und Verwaltung die Aufgaben des Gremiums und dessen Mitglieder erläutern. „Gemeinsam wollen sie jenen, die sich eine Kandidatur für den Seniorenbeirat vorstellen können oder sich für das Ehrenamt als Mitglied dieses Gremiums interessieren, umfassende Informationen zur Verfügung stellen.“ Für die am 18. Januar anstehenden Wahl endet die Meldefrist am 19. Dezember. Wer am 8. Oktober keine Zeit hat, findet auf der Homepage der Stadt unter www.langenhagen.de/seniorenbeirat weiterführende Informationen. Außerdem berät Christine Ebers vom Seniorenbüro unter Telefon (0511) 73079323 sowie nach Terminvereinbarung im persönlichen Gespräch.

Von Sven Warnecke

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