Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Langenhagen So hat der Sommerkiosk im Stadtpark geöffnet
Umland Langenhagen

Langenhagen: So hat der Sommerkiosk im Stadtpark geöffnet

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 25.05.2019
Freuen sich auf die Saison: Jasmin Corvin (links) und Susanne Hildebrandt sind Projektkoordinatoren. Quelle: Julia Gödde-Polley
Langenhagen

Ein Eis, einen Kaffee auf die Hand oder einen Schokoriegel: Das alles gibt es ab sofort wieder an der roten Holzhütte im Langenhagener Stadtpark. Seit Donnerstag hat der Sommerkiosk geöffnet und bietet Ausflüglern die Möglichkeit, eine kurze Rast zu machen. Alkohol und Zigaretten finden sich jedoch nicht im Sortiment der Verkaufsstätte.

Jeweils von 14 bis 17.45 Uhr gibt es täglich den Service hinter dem Einkaufszentrum Elisabeth-Arkaden – bis Oktober. Bedient werden die Kunden von psychisch gesundenden Menschen. Denn: Der Verkaufsstand wird seit 2011 von dem Verein Beta89 betrieben. Dieser hat das Ziel, Menschen nach einer psychischen Krise eine Beschäftigung zu geben und sie wieder in den Alltag zu integrieren. „Die Menschen bekommen Anerkennung dadurch, dass sie sagen können: Wir haben eine Arbeit“, sagt Susanne Hildebrandt, Koordinatorin des Projekts Beta-Tab.

Der Sommerkiosk im Langenhagener Stadtpark hat wieder geöffnet. Ausflügler können dort täglich Rast machen. Quelle: Julia Gödde-Polley

Mitarbeiter-Team kümmert sich um den Kiosk

Das Kiosk-Team besteht aus vier bis fünf Leuten. Sie übernehmen im Schichtdienst den Verkauf vor Ort und kümmern sich nach Angaben Hildebrandts auch selbstständig um die Bestellungen der Lebensmittel. „Das ist eine Herausforderung.“ Die Teilnehmer an dem Projekt werden dabei von Hildebrandt und ihrer Kollegin Jasmin Corvin vor Ort unterstützt. Für ihren Dienst erhalten die Mitarbeiter eine „finanzielle Motivationszuwendung“.

„Ich mache die Verkaufsarbeit gerne“, sagt eine Teilnehmerin, die namentlich nicht erwähnt werden möchte. „Das gibt mir eine Tagesstruktur.“ Sie ist einmal in der Woche im Stadtpark vor Ort. Im vergangenen Jahr war sie zum ersten Mal dabei. „Ich habe wieder Lust gekriegt“, antwortet sie auf die Frage, warum sie auch in dieser Saison wieder im Sommerkiosk arbeitet. Das Projekt sei eine gute Sache für Menschen, die sonst keine Chance haben.

Verein bietet mehrere Projekte an

Zehn Projekte in der Region Hannover bietet der gemeinnützige Verein psychisch Gesundenden an, damit sie zurück in den Arbeitsalltag finden. Allein drei Cafés auf dem Gelände der Psychiatrie Langenhagen werden nach Auskunft Hildebrandts von Beta89, der seit 20 Jahren Projekte anbietet, betrieben.

Stadt überlässt Hütte kostenlos

Die Stadt überlässt dem Kiosk-Betreiber im Stadtpark die rote Hütte kostenlos. Dafür geben die Mitarbeiter vor Ort den Schlüssel für die öffentlichen Toiletten raus. Zudem können sich Ausflügler während der Öffnungszeiten Boule-Kugeln ausleihen oder den Schlüssel für den Schachschrank geben lassen. „Es ist schön, wenn sie wieder da sind und den Kiosk öffnen“, sagt Stadtsprecherin Sabine Mossig auf Nachfrage. „Die Stadt unterstützt das Projekt gerne.“

Café con Takt ist nach Renovierung wieder geöffnet

Neueröffnung nach Renovierung: Das Café con Takt in der Psychiatrie Langenhagen des Klinikums Region Hannover ist neu gestaltet worden. Anfang der Neunzigerjahre hat der Verein beta89 das vorher privat betriebene Café in der Psychiatrie übernommen. Seitdem kümmern sich Menschen mit psychischen Einschränkungen um den Betrieb. „Von Anfang an diente das Angebot des Café con Takt als Übungsfläche zur Vorbereitung der Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt, in alternative Betätigungsangebote oder, in enger Zusammenarbeit mit beta89, als Arbeitsplatz für Menschen mit Psychiatrieerfahrung“, sagt der Leiter der Ergotherapie Oliver Weidner

Die Sanierung des Cafés war notwendig: „Die Anforderungen heutiger Nutzung wurden einfach nicht mehr erfüllt“, sagt Weidner. „Die Substanz war baufällig und das alte Café entsprach nicht mehr den Voraussetzungen eines modernen therapeutischen Arbeitsumfeldes.“ Die Klosterkammer Hannover hat die Kosten für die Ausstattung im Rahmen der Förderung sozialer Projekte anteilig übernommen.

Künftig können Menschen in den frisch renovierten Räumen wieder klönen und sich austauschen. Professor Marcel Sieberer, ärztlicher Direktor der Psychiatrie, sagt, dass das Café ein vitalisierender Ort der Begegnung sei. In Zukunft soll die Einrichtung als kultureller Ort für Konzerte, Lesungen und Kunst genutzt werden.

Von Julia Gödde-Polley

Da hat „Kommissar Zufall“ aber geholfen: Nachdem einer Langenhagenerin das Fahrrad gestohlen worden war, hat sie es bei Ebay-Kleinanzeigen wiederentdeckt. Die Polizei hat den Verkäufer vorläufig festgenommen.

27.05.2019

Zweitklässler der Grundschule Godshorn haben zu Halloween, Weihnachten, Valentinstag und Ostern Post aus sechs europäischen Ländern bekommen. Die Kinder hatten bei einem internationalen Brief-Austauschprojekt mitgemacht.

27.05.2019

Die Johanniter-Unfallhilfe wird das neue Jugendzentrum am Langenforther Platz betreiben. In geheimer Abstimmung der Politik landete die Stadt auf dem zweiten Platz. Der Rat muss das Geld noch freigeben.

27.05.2019