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Langenhagen Deshalb hängen im Stadtpark graue Kästen
Umland Langenhagen

Langenhagen: Stadt hängt Behälter für Hundeskotbeutel Poopicks auf

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18:11 09.10.2019
Die Stadt Langenhagen hat zwei Spender für Hundekotbeutel aus Papier gekauft, die Hundebesitzer beim Gassigehen im Stadtpark nutzen können. Quelle: Annika Stegmaier
Langenhagen

Ein Kasten für einen Blitzer oder ein Behälter, in dem ein Feuerlöscher verstaut werden kann: In einer Facebook-Gruppe diskutieren aufmerksame Langenhagener darüber, welche graue Kästen seit Kurzem an Wegweisern im Stadtpark hängen. Einige äußern bereits die richtige Vermutung: Es sind Behälter für Hundekotbeutel. Das teilt Annika Stegmaier von der Freiwilligenagentur der Stadt mit. Hundebesitzer finden darin künftig kleine Beutel aus Papier. „Im Stadtpark plastikfrei Gassi gehen“ sei ein Pilotprojekt. Doch noch sind die Behälter nicht befüllt und einsatzbereit.

Dafür arbeitet die Verwaltung mit dem Start-up-Unternehmen Christian Salzmann aus Hannover und seinem Projekt „ThePooPick“ zusammen. Damit will die Stadtverwaltung Hundebesitzern – aktuell sind im Stadtgebiet 2926 Tiere registriert – eine ökologische Alternative zum Plastikbeutel bieten. Dafür stehen Stegmaiers Angaben zufolge zwei Spender für Hundekotbeutel im Stadtpark bereit – einer direkt hinter der Peko-Halle und einer am Spielplatz in der Nähe des Bienenstandes. „Einfach einen Poopick ziehen, zusammenfalten und ohne Berührung des Hundekots Gassi gehen“, kündigt die Verwaltung an. Am Ende können Nutzer den Poopick in die Restmülltonne werfen. Wer den Beutel nutze, „leistet seinen Beitrag in diesem Bereich zu den allgemeinen Klimaschutzzielen“, sagt Salzmann. „Bei den Poopicks werden ausschließlich vorhandene Ressourcen genutzt. Sie weichen nicht durch und sind frei von Plastik und Erdöl“, teilt die Stadt mit.

Hundebesitzer können im Stadtpark mit einem Poopick den Kot ihrer Tiere aufheben. Quelle: Michael Langer (The PooPick)

Strafe, wenn Kot nicht aufgesammelt wird

Der Hundekotbeutel bestehe zu 70 Prozent aus recyceltem Papier und zu 30 Prozent aus Möbelresten. „Im Gegensatz zu Bio-Plastik werden weder Lebensmittel noch Erdöl bei der Herstellung verwendet“, berichtet Stegmaier. Um den Kot von circa 10 Millionen Hunden in Deutschland zu entsorgen, würden derzeit pro Tag circa 15 Millionen Tüten aus Plastik verwendet, heißt es auf der Internetseite von „ThePooPick“. Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes jedoch nachhaltig wegschmeißen möchte, kann ab Ende Oktober die Papiertüten nutzen. Denn: Hundebesitzer seien verpflichtet, den Hundekot aufzuheben. „Selbst wenn dies ordnungsgemäß per Plastiktüte erledigt wird, ist dies leider nicht gut für die Umwelt“, wirbt die Verwaltung für die neue Alternative.

Die gefalteten Beutel bestehen zu 70 Prozent aus recyceltem Papier und zu 30 Prozent aus Möbelresten. Quelle: Annika Stegmaier/Stadt Langenhagen

Die Beutel werden in Deutschland gefertigt und in einer sozialen Einrichtung von Menschen mit Behinderung per Hand gefaltet und versendet, teilt die Stadt mit. Ausgewählte Hundebesitzer haben die Poopicks vorab für die Verwaltung getestet und gaben nach etwas Übung positive Rückmeldung.

Beutel in verschiedenen Größen

Bis Ende Oktober sollen die Spender, die jeweils 150 Beutel fassen können, beschriftet und befüllt werden, kündigt Stegmaier an. Aus drei Öffnungen können sich Hundebesitzer Beutel ziehen: rechts und links für Tiere bis zehn Kilogramm Gewicht, in der Mitte für Hunde bis 25 Kilogramm – die sogenannte M-Größe. Wer etwa eine Deutsche Dogge als Haustier hält, müsse eventuell zwei Tüten nutzen, lautet die Empfehlung aus dem Rathaus.

Zunächst läuft eine dreimonatige Testphase, in der sich die Abteilung Stadtentwässerung darum kümmert, dass immer ausreichend Beutel verfügbar sind. Am Ende schaut die Verwaltung, wie die plastikfreie Alternative angenommen wurde. Danach falle die Entscheidung, ob weitere Spender im Stadtgebiet installiert werden oder ob es erst mal bei zwei Behältern bleibt. Denkbar ist Stegmaiers Angaben zufolge auch, dass der Testbereich verlegt wird.

Während der drei Monate sind die Beutel für die Stadt kostenlos. Die Verwaltung hat lediglich die grauen Boxen angeschafft – Stückpreis 249 Euro netto.

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Von Julia Gödde-Polley

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