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Langenhagen Neuer Anlauf für Sozialfach-Schule?
Umland Langenhagen Neuer Anlauf für Sozialfach-Schule?
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00:15 28.01.2019
Betreuungskräfte in Kindertagesstätten werden überall dringend gesucht. Langenhagen versucht sich jetzt erneut an einer eigenen Sozialfachschule.
Betreuungskräfte in Kindertagesstätten werden überall dringend gesucht. Langenhagen versucht sich jetzt erneut an einer eigenen Sozialfachschule. Quelle: picture alliance / Peter Kneffel
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Langenhagen

Gibt es nun doch eine eigene Sozialfachschule für Langenhagen? Der Jugendhilfeausschuss hat jetzt einstimmig Grünes Licht gegeben, die Stadt möge einen zweiten Anlauf wagen und in einem ersten Schritt das Pestalozzi-Seminar aus Großburgwedel sowie die Caritas als potentielle Träger für erneute Gespräche einladen. Damit nimmt die Stadt den eigentlich vor zwei Jahren bereits emsig gesponnenen Faden wieder auf, der zwischenzeitlich angesichts der vom Land angekündigten Ausbildungs-Reform zur Seite gelegt worden war.

Nun aber, so Langenhagens Jugendamtsleiterin Heidi von der Ah, seien die Pläne im Niedersächsischen Kultusministerium so weit gediehen, dass sich erste Eckpunkte für die künftige Ausbildung von Kinderbetreuungskräften abzeichneten. Das hatte sie jüngst im Fachausschuss angekündigt. Unter anderem liegt der „Entwurf eines Positionspapiers“ des Landesjugendhilfeausschusses vor, aus dem die städtische Fachberaterin Stefanie Emmelt in der Sitzung berichtete. Die bisherige Ausbildung von Erziehenden soll demnach unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. Überdies will das Land das Schulgeld abschaffen und verschieden abgestufte Ausbildungsgänge auf Basis unterschiedlicher Schulabschlüsse entwickeln.

Neue Gespräche mit Pestalozzi-Seminar und Caritas

„Wir waren ja in unserem Vorbereitungen schon wirklich weit gekommen“, berichtete von der Ah dann in der Sitzung und zog noch einmal ein Fazit der vielen Gespräche in den Gremien sowie mit verschiedenen potentiellen Trägern einer solchen Sozialfachschule. Doch die vom Land angekündigten Veränderungen zeichneten sich als so weitreichend ab, dass auch die angesprochenen Träger irgendwann auf Abstand gegangen seien. „Niemand wusste mehr so recht, wie und was eigentlich ausgebildet werden soll.“ Der Ansatz der Stadt, die seinerzeit durch die Übernahme des Schulgeldes Erziehende an eine Tätigkeit in Langenhagen binden wollte, habe sich durch die Reform ebenfalls erübrigt. Zusätzlich wolle das Land nun die Möglichkeit schaffen, den Auszubildenden sogar eine Vergütung zu zahlen.

Auch wenn es seitens des Landes bis heute noch keine endgültige Festlegung gäbe, ist nach Ansicht der Stadtverwaltung nun die Zeit gekommen, Gespräche wieder aufzunehmen. Da man seinerzeit mit dem Pestalozzi-Seminar in Großburgwedel sowie dem Caritas-Verband Hannover am weitesten gekommen sei, wolle man diese nun als erstes ansprechen, kündigte Langenhagens Sozialdezernentin Monika Gotzes-Karrasch an. Diesem Vorschlag folgte das Gremium dann auch in der Ausschusssitzung einmütig. Sollten diese Gespräche keinen Erfolg haben, will die Stadt erneut nach möglichen Schulträgern suchen. Aufgrund der noch offenen Rechtslage auf Seiten des Landes geht Gotzes-Karrasch nicht davon aus, dass die neuen Ausbildungsinhalte bereits zum kommenden Schuljahr – also in diesem Sommer angeboten werden können.

Von Rebekka Neander