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Langenhagen Tafel sucht dringend ehrenamtliche Helfer
Umland Langenhagen

Langenhagen: Tafel sucht dringend ehrenamtliche Helfer auch in Wedemark und Isernhagen

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17:30 25.10.2019
Schatzmeisterin Frauke Brüning (links) und Tafel-Chefin Jutta Holtmann suchen neue ehrenamtliche Mitarbeiter. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Langenhagen/Isernhagen/Wedemark

Die Langenhagener Tafel – sie versorgt mehrere Tausend Menschen auch in Isernhagen und der Wedemark mit Lebensmitteln – hat ein Problem: Ihr fehlen Helfer. Händeringend werden neue Ehrenamtliche gesucht, denn in jüngster Vergangenheit sind viele Aktive weggebrochen, berichtet Tafel-Chefin Jutta Holtmann.

So sieht der Alltag der Tafel aus

Die Arbeit ist dezidiert aufgeteilt. Jeder übernimmt eine bestimmte Aufgabe. Dabei wird nicht getrödelt. Es muss zügig gehen. Schließlich handelt es sich um gespendete, frische Ware – und die muss gleich verteilt werden. Die Frauen sind bei der Langenhagener Tafel fürs Packen zuständig. Die Männer hingegen übernehmen den Transport und das Tragen der schweren, gefüllten Beutel zu den 15 Ausgabestellen. Jeden Wochentag ist Teamleistung für den reibungslosen Verlauf nötig.

Jessica Hermann hilft der Tafel seit sieben Jahren

Ehrenamtliche der Einrichtung teilen die Aufgaben unter sich aus.
Jessica Hermann sortiert Brötchen und Brot. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Jessica Hermann unterstützt die Langenhagener Tafel seit sieben Jahre. Die Aufgabe der 39-Jährigen besteht darin, die gespendeten Brötchen zu sortieren und je nach Sorte in Kunststoffbeutel abzupacken. Dazu schneidet die Langenhagenerin auch Brotlaibe auf und verteilt sie entsprechend.

Christiane Klumps sortiert die Ware

Christiane Klumps legt die Lebensmittel zusammen, die dann in einen Beutel kommen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Christiane Klumps packt seit drei Jahren die Tüten für die Bedürftigen. Aus Kisten wählt die 66-Jährige für jede Tasche Produkte aus und stellt sie vorerst auf einem Tisch. Wenn alles parat liegt, füllt sie die weißen Kunststofftaschen mit der Ware – und trägt sie danach auf einen nahe stehenden Rollwagen.

Für Obst und Gemüse ist Eva Seligmann zuständig

Praktikant Tim-Niclas Jenz und Eva Seligmann packen Obst und Gemüse in Tüten. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Für Obst und Gemüse ist Eva Seligmann zuständig. Die 77-jährige Wedemärkerin schaut sich gemeinsam mit Praktikant Tim-Niclas Jenz die Produkte an und verteilt sie direkt in die Plastikbeutel. Seligmann gehört zu den Routiniers bei der Langenhagener Tafel – seit 15 Jahren hilft sie mit.

Elke Folchnandt organisiert die Einsatzpläne

Teamleiterin Elke Folchnandt kümmert sich um den Kuchen, den Bedürftige erhalten. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Elke Folchnandt sortiert den Kuchen und die Plunderstücke für die Tafel. Zudem leitet die 74-Jährige die Donnerstag-Gruppe. Die Langenhagenerin organisiert bereits seit 15 Jahren, wer wann und wo zum Einsatz kommt. Falls nötig, sucht sie auch Ersatz für die Ehrenamtlichen, die im Urlaub sind oder etwa Enkelkinder hüten müssen.

Reiner Knigge und Michael Pietschmann holen die Ware

Reiner Knigge (links) und Michael Pietschmann laden die gefüllten Tüten in einen Transporter. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Reiner Knigge (75) und Michael Pietschmann (58) holen mit einem Transporter die Waren in umliegenden Supermärkten und Bäckereien ab. Dabei werden die Runden immer größer. Die Rentner bringen später die fertig gepackten Lebensmitteltaschen zu den jeweiligen Ausgabestellen und verteilen sie dort an die bedürftigen Menschen.

Tafel wirbt um neue Helfer

Tafel-Chefin Jutta Holtmann und Schatzmeisterin Frauke Brüning, die Hauptverantwortlichen, sind Gründungsmitglieder des Vereins. Ihr Problem: Zwar engagierten sich noch immer etwa 90 Mitglieder bei der Tafel, die meisten davon seien aber im Rentenalter und körperlich nicht mehr so stark belastbar, sagt Holtmann. „Uns sind aktuell viele ehrenamtliche Mitarbeiter weggebrochen."

Daher jetzt der Hilferuf der Tafel. Selbstverständlich seien auch jüngere Helfer gern gesehen, sagt die Tafel-Chefin. Indes räumt sie auch ein, das speziell vormittags wohl vornehmlich Ältere Zeit hätten. Natürlich haben Brüning und Holtmann auch schon darüber nachgedacht, das Packen von Lebensmitteln auf den Nachmittag zu verlegen. Denn dann hätten auch Berufstätige noch Zeit. „Aber dann müssten wir die Tüten mit Lebensmitteln über Nacht im Kühlen lagern“, erklärt die Tafel-Chefin. Und den Platz dafür habe die Tafel nicht, schränkt sie ein.

Betrieb am Nachmittag bedeutet große Umstrukturierung

Schwerer wiegt indes, dass bei einer Verlegung der Arbeit auf den Nachmittag, die komplette Organisation neu strukturiert werden müsste. Bislang fangen die Ehrenamtlichen morgens um 7 Uhr an. Die Männer fahren los und holen die Nahrungsmittel ab. Derweil bereitet die Damenriege schon mal die Artikel vor, die auf Vorrat sind. Wenn die Kisten mit den Milchprodukten sowie dem Obst und Gemüse eintreffen, werden diese gleich auf die Tüten für die Bedürftigen verteilt. Das bedeutet: Vieles werde gleich verpackt „Der Aufwand für die Umstrukturierung ist groß“, räumt Holtmann ein.

Von Montag bis Freitag packen die Tafel-Aktiven in ihrem Domizil am Sonnenweg Lebensmittel ein. Sie benötigen aber auch Unterstützung für die Abholung der Waren von den Supermärkten und für den Transport und die Verteilung der Lebensmitteltüten. Angesichts der Tatsache, dass die Tafel die ganze Woche über durcharbeitet, wird eine enorme Zahl an Ehrenamtlichen benötigt, betonen Holtmann und Brüning.

Jute statt Plastik?

Derzeit füllen die ehrenamtlichen Mitarbeiter das Essen noch in Plastiktüten. Brüning und Holtmann haben aber bereits über Jute-Beutel nachgedacht. „Wir brauchen aber größere Taschen, die extra angefertigt werden müssten“, sagt Holtmann. Zudem müssten diese nach Gebrauch gewaschen werden können. Das sei sehr aufwendig. „Und auch die Kosten würden steigen.“

Tafel hat alle Hände voll zu tun

Etwa zwei Drittel aller Menschen, die von der Langenhagener Tafel unterstützt werden, sind Kinder. Die Anzahl der Kunden steige von Jahr zu Jahr, sagt Holtmann. 700 Familien, also etwa 2500 Menschen versorge die Tafel pro Woche an 15 verschiedenen Abgabestellen in Isernhagen, Langenhagen und der Wedemark. „Wir haben alle Hände voll zu tun", sagt Holtmann. „Speziell montags und freitags fehlen uns die ehrenamtliche Helfer, die das Miteinander beherzigen. Bei uns werde die Hilfsbereitschaft großgeschrieben“, sagt Schatzmeisterin Frauke Brüning. „Man ist nicht alleine.“

Wer Lust hat, sich für das Ehrenamt ohne Aufwandsentschädigung zu engagieren, fit, aufgeschlossen und flexibel ist, kann die Tafel unterstützen. „Wir brauchen Leute, die anpacken“, sagt Brüning und fügt an: Fahrer benötigen einen gültigen Führerschein.

Wer die Langenhagener Tafel entlasten möchte, kann sich unter Telefon (0511) 7850030 oder per E-Mail an info@langenhagener-tafel.de melden.

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Von Katerina Jarolim-Vormeier

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