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Langenhagen Zu wenig Trainingszeiten: Turnerinnen suchen eigene Halle
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Langenhagen: Zu wenig Trainingszeiten - Turnerinnen des SC Langenhagen suchen eigene Halle

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16:58 09.02.2020
Die Turnerinnen des SCL brauchen für ihren Sport verschiedene Geräte. Doch diese müssten nach jeder Einheit in der Halle an der Rathenaustraße auf- und wieder abgebaut werden, berichtet Trainer Willi Osing. Quelle: Julia Gödde-Polley
Langenhagen

Willi Osing verbringt mit den Turnerinnen des SC Langenhagen viel Zeit in der Sporthalle an der Leibniz IGS. Dreimal in der Woche trainiert er mit dem Nachwuchs der Talentschule des Deutschen Turner-Bunds an der Rathenaustraße. Einmal – immer sonntags – treffen sich die Mädchen am Turnzentrum in Badenstedt zum Training. Für die weiteren Einheiten ist der Trainer ständig auf der Suche nach Lücken in den Hallenbelegungsplänen. Und genau das ist das Problem. Osing will einen festen Ort haben und sucht deshalb eine Scheune, einen großen Raum oder eine Fabrikhalle, die er zu einem Trainingszentrum umbauen kann.

„Eine Stunde effektive Trainingszeit geht mir jeden Tag verloren“, berichtet Osing. Die vereinseigenen Geräte – unter anderem ein Barren, ein Schwebebalken, Matten für den Boden und ein Sprungtisch – lagern an der Halle der Leibniz IGS, die die Turner seit 1976 nutzen. Doch vor jedem Training müssen sie auf- und nach jeder Einheit abgebaut werden, weil andere Sportler die Halle nutzen möchten. An der Sportstätte des SCL an der Leibnizstraße gebe es nicht genügend Lagerkapazitäten.

„Wir machen Leistungssport

„Wir machen Leistungssport“, betont Osing. „Die Mädchen müssen fünfmal in der Woche trainieren.“ Ziel der Turnerinnen seien unter anderem deutsche Meisterschaften oder der Aufstieg in die Turnstützpunkte. In den Leistungszentren stünden zwar alle Geräte zur Verfügung, aber da könne er immer nur mit wenigen Sportlern hinfahren, weil sonst die Wartezeiten zu lang seien. Derzeit müsse er sich mit Dingen begnügen, „die eigentlich nicht fürs Kunstturnen ausreichen“, sagt Osing.

Die Nachwuchssportler des SC Langenhagen trainieren an verschiedenen Geräten. Trainer Willi Osing sucht nach einem großen Raum, in dem unter anderem Trampolin, Barren und Schwebebalken dauerhaft stehen können. Quelle: Julia Gödde-Polley

Die Halle an der Leibniz IGS sei optimal, doch der Trainer hat Sorge, dass ihm dort weitere Zeiten wegfallen. Denn die neue IGS ist eine Ganztagsschule. „Dann werden meine Hallenzeiten vielleicht auch noch beschnitten.“ Die Handballer des SCL und die Turnabteilung spekulierten bereits, ob sich nicht die ehemalige Eishalle als Turn- und Handballzentrum nutzen ließe. Gemeinsam hatten sie deshalb einen Antrag gestellt – doch da stand der Ratsbeschluss zum Abriss schon fest. Und Osing schränkt ein: „Ob wir uns das hätten leisten können, weiß ich auch nicht.“

Suche nach fester Sportstätte

Er ist deshalb auf der Suche nach einer festen Sportstätte für die Kunstturnerinnen. Der Raum sollte, so beschreibt es Osing, circa 20 bis 25 Meter lang und circa 20 Meter breit sowie vier bis fünf Meter hoch sein. Für den Winter bräuchten die Sportler eine Heizung, an das Licht hat der Trainer keine besonderen Anforderungen. „Es muss auch kein Prunkschloss sein“, sagt Osing. Er würde vor Ort dann ein Trampolin im Boden einlassen und eine Schnitzelgrube installieren wollen, um schwierige Elemente und Akrobatik üben zu können.

In einer eigenen Halle könnte Osing auch schon vormittags trainieren – zum Beispiel mit Kindern aus dem Kindergarten. Ihm schwebt eine Früherziehung im Sport vor, bei der er die Talente fördern kann. Die Kleinen müssten im Alter von vier oder fünf Jahren anfangen, denn die Anforderungen im Turnen würden immer höher, sagt der Trainer mit A-Lizenz.

Standort mit guter Anbindung

Langenhagen wäre optimal“, sagt der SCL-Abteilungsleiter über einen möglichen Standort der Trainigsstätte. Wenn es eine gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gäbe, ginge es auch andernorts. Schon jetzt sind die Mädchen für das Training teilweise sehr lange unterwegs. Sie kommen unter anderem aus Nienburg und Burgwedel.

Für das Vorhaben bräuchte der Verein Sponsoren. Auch die Eltern wären Osings Angaben zufolge bereit, eine eigene Halle finanziell zu unterstützen. „Das wünschen sie sich ja genauso“, sagt er. Er hofft erst einmal auf Angebote. Dann will Osing prüfen, „ob man sich das leisten kann“. Wer Hinweise hat, kann sich per E-Mail an osing@htp-tel.de an den Trainer wenden.

Sportring: Trainingszeiten im Stadtgebiet sind knapp

Die Trainingszeiten in den Langenhagener Sporthallen sind knapp. Nach dem Abriss der Brinker Halle mussten die Vereine, die die Sportstätten nutzen, noch enger „zusammenrücken“, berichtet Thomas Drewitz, Sportreferent im Sportring Langenhagen. Er erstellt die Belegungspläne für alle Hallen im Stadtgebiet. Besonders in der Woche seien die Zeiten rar. Deshalb trainieren einige Sportler auch an den Wochenenden. Dadurch gebe es immer wieder zeitliche Konflikte mit anstehenden Turnieren und Wettkämpfen. Vom Grundsatz her habe der Wegfall der Brinker Halle „zu Einschränkungen in den Hallenzeiten geführt“.

Davon seien alle Vereine betroffen gewesen – „der eine mehr, der andere weniger“, sagt Drewitz. Die Sportler aus der Brinker Halle mussten auf andere Sportstätten verteilt werden, dadurch hätten andere Gruppen flexibler sein müssen, an welchen Orten sie trainieren. Jeder Verein habe angeboten, etwas abzugeben, aber nicht jeder wollte in die Ortsteile. Einen offiziellen Verteilungsschlüssel der Zeiten gebe es nicht. „Jeder fühlt sich benachteiligt“, berichtet Drewitz. Alle Vereine beklagten, sie hätten zu wenig Zeiten. Eine Hallenzeit habe er bisher noch nicht zurückbekommen.

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Vormittags und bis in den frühen Nachmittag nutzen die Schulen unter der Woche die Sportstätten. Haben sich denn die Trainingszeiten in den Abendstunden verlängert? „Nein, die Hallen werden jetzt nicht länger genutzt“, sagt der Sportreferent. Die Sportler müssen um 22 Uhr die Sporthallen verlassen. Das sei überall im Stadtgebiet so. Der Neubau der Veranstaltungshalle führe zu keiner Entspannung der Situation. Jedenfalls nicht sofort, wie Drewitz bei der Grundsteinlegung der neuen Halle sagte. Der Neubau soll im März 2021 fertig sein, zuvor aber werde die Halle der Hermann-Löns-Grundschule wegfallen, da sie komplett saniert werden muss. Voraussichtlich nach den Sommerferien werde er mit dem dann nötigen neuen Belegungsplan beginnen.

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Von Julia Gödde-Polley

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