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Langenhagen Feuerwehr kritisiert Vielzahl der Baustellen in der Stadt
Umland Langenhagen

Nach Dachstuhlbrand: Feuerwehr kritisiert Vielzahl der Baustellen in Langenhagen

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00:20 07.06.2019
Nach einem Blitzeinschlag steht der Dachstuhl eines Hauses in Flammen. Quelle: Christian Hasse (Feuerwehr)
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Langenhagen

Das am Montag über die Region gezogene Unwetter hat in Langenhagen einen Schaden in Höhe von etwa 80.000 Euro verursacht. Gegen 14 Uhr hatte ein Blitzeinschlag den Dachstuhl eines Zweifamilienhauses an der Grafenberger Straße in Brand gesteckt. In der Folge waren gut 60 Feuerwehrleute aus Langenhagen, Krähenwinkel und Godshorn mit elf Fahrzeugen im Einsatz, um unter der Leitung von Marcel Hofmann die Flammen zu löschen. Das gelang auch nach wenigen Minuten. Mehrere Trupps unter Atemschutz drangen von drinnen zum Dachstuhl vor, von außen waren Feuerwehrleute auf der Drehleiter im Einsatz.

Nach einem Blitzeinschlag steht der Dachstuhl eines Hauses in Flammen. Die Feuerwehr moniert das Baustellenmanagement der Stadt.

Bewohner bringen sich selbst in Sicherheit

„Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass das Feuer durch einen Blitzeinschlag verursacht worden ist“, teilte noch am Montagabend Behördensprecher Thorsten Schiewe mit. Verletzt wurde dabei niemand. Die fünf Bewohner des Hauses hatten sich selbst rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Trotz des raschen Eingreifens der Feuerwehr „wurden Teile des Dachstuhls stark beschädigt“, berichtete der Polizist. Das Haus ist aber weiter bewohnbar.

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Großaufgebot der Feuerwehr ist im Einsatz

Die Regionsleitstelle hatte angesichts der heranziehenden Unwetterfront und nach Warnung des Deutschen Wetterdienstes bereits gegen 13.30 Uhr einen sogenanntem Voralarm ausgelöst. In der Folge wurden in den Feuerwehrhäusern entsprechende Kräfte zusammengezogen, berichtete Langenhagens Feuerwehrsprecher Christian Hasse.

Während der gut vierstündigen Löscharbeiten war die Grafenberger Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Zwei parallel laufende Einsätze beschäftigten dann noch die Ortsfeuerwehr Godshorn. So hatte an der Hessenstraße im dortigen Gewerbegebiet eine Brandmeldeanlage gleich zweimal um 15.04 und um 15.34 Uhr Alarm ausgelöst. Ob es sich um einen technischen Defekt oder auch durch das Unwetter ausgelöste Alarme gehandelt hat, ist nicht bekannt.

Kritik an Baustellen in Langenhagen wird laut

Unterdessen wird in der Feuerwehr Kritik am Baustellenmanagement der Stadt laut. Wie Hasse am Dienstag berichtet, haben speziell die westlich der Walsroder Straße lebenden Ehrenamtlichen bei einer Alarmierung aktuell erhebliche Probleme, das Feuerwehrhaus mit ihren privaten Fahrzeugen rasch zu erreichen. Bislang sei aber alles gut gegangen. Schuld an der Misere sind nach Meinung der Feuerwehr die diversen Baustellen etwa auf der Walsroder Straße sowie an der Kreuzung Konrad-Adenauer- und Schützenstraße.

Auf Anfrage macht Stadtsprecherin Juliane Stahl den Feuerwehrleuten aber Hoffnung. Die Arbeiten im Einmündungsbereich der Konrad-Adenauer-Straße zur Walsroder Straße sollen am 11. Juni voraussichtlich in großen Teilen abgeschlossen sein und das Fahrbahnstück dann wieder freigegeben werden. „Zudem informiert die Verwaltung die Feuerwehr direkt über Baufortschritte, damit sich deren Mitglieder auf geänderte Verkehrsführungen einstellen und diese bei einer Alarmierung berücksichtigen können“, sagt Stahl weiter. Allerdings seien die Planungen im Vorfeld auch mit Vertretern der Feuerwehr besprochen worden.

Von Sven Warnecke