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Langenhagen Nach zwei Jahren Bauzeit: Nordtrakt im Haus der Jugend ist fertig
Umland Langenhagen

Nach zwei Jahren Bauzeit: Kinder übernehmen Kommando im Nordtrakt vom Haus der Jugend in Langenhagen

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18:26 28.10.2019
Bürgermeister Mirko Heuer überreicht Leiterin Jennifer Rihm den symbolischen Schlüssel für den Nordtrakt. Quelle: Sven Warnecke
Langenhagen

Die Jugend der Stadt darf jubeln: Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ist nun der neue Nordtrakt am Haus der Jugend den Nutzern übergeben worden. Dieses Ereignis ist zunächst mit einem kleinen Empfang samt Musik, Akrobatik und einigen Reden gefeiert worden. Doch anschließend gab es kein Halten mehr. Der Nachwuchs durfte das Gebäude in Beschlag nehmen.

Klare und gerade Strukturen, große Fensterfronten und eine praktische Raumaufteilung in allen drei Etagen – der Nordtrakt stellt in vielerlei Hinsicht einen gelungenen Abschluss für die umfangreichen Arbeiten am Haus der Jugend dar. Darauf verwies auch Langenhagens Bürgermeister Mirko Heuer in der Feierstunde und sprach von einem „schönen Moment“. In seiner Rede ging Heuer auf die Besonderheiten ein und erläuterte, warum viele Wände hell gestrichen worden sind. „Jeder richtet es sich so ein, wie er es am liebsten mag. Und weil wir hier nichts vorwegnehmen wollten, haben wir die Wände schlicht gelassen, um so der farblichen Kreativität freien Lauf zu lassen.“

Bund trägt rund ein Drittel der Kosten

„Ich habe mich von Anfang an für den Neubau statt der ursprünglich angedachten Sanierung eingesetzt und bin von dem jetzigen Ergebnis echt begeistert“, betonte Heuer. Gleichzeitig dankte er aber dem Rat der Stadt, der diesem Vorschlag gefolgt war. Und der war nicht gerade günstig. Der Neubau hat rund 2 Millionen Euro verschlungen. In der Summe ist aber auch ein Zuschuss in Höhe von 800.000 Euro aus dem Bundesprogramm Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur enthalten. Das habe der Politik auch diese Entscheidung für den Neubau vermutlich leichter gemacht, ist sich der Bürgermeister sicher.

Nach zwei Jahren Bauzeit: Kinder und Jugendliche übernehmen das Kommando über den Nordtrakt im Haus der Jugend in Langenhagen

Die Einrichtung wird nun von den Johannitern betreut. Walter Busse, Vorstandsmitglied im Regionalverband Niedersachsen, sprach von einem „guten Tag“. Denn mit dem Nordtrakt werde die erste Einrichtung dieser Art von den Johannitern im Land übernommen. „Wir beschäftigen im sozialen Bereich mittlerweile mehr Menschen als im Rettungsdienst“, machte Busse einen Wandel im Tätigkeitsfeld der Johanniter deutlich. Sein Verband werde nun alles daran setzen, dem von der Stadt entgegengebrachte Vertrauen gerecht zu werden.

Erste Wände erfreuen sich bunter Bilder

Doch inzwischen sind nicht mehr alle Wände hell und eintönig. Die ersten Jugendlichen haben bereits während eines Graffiti-Workshops in den Herbstferien das Jugendzentrum belebt und viele kreative, bunte Graffitis geschaffen, die künftig die Wände zieren, berichtete Tim Heinrich, Dienststellenleiter der Johanniter in Langenhagen. Möglich geworden war dieses Projekt dank der Kulturstiftung Langenhagen.

„Was lange währt, wird gut“, erinnerte Stadtbaurat Carsten Hettwer an die zum Teil aufwendigen Arbeiten an dem dreiteiligen Gebäudeensemble am Langenforther Platz. Süd- und Mitteltrakt hatte die Stadt Langenhagen in der Zeit von 2013 bis 2017 aufwendig saniert. Der alte Nordtrakt entsprach jedoch nicht den damals gültigen energetischen und bautechnischen Standards; er wurde durch einen Neubau ersetzt. „Wir haben dies als Chance verstanden und verschiedene Schwachpunkte des Altbaus bei der Planung des Neubaus berücksichtigt beziehungsweise beseitigt.“

Hohe Decken erfordern viel Stahl und Beton

Der neue dreigeschossige und massive Bau aus Mauerwerk und Stahlbeton wurde etwas von der Straße abgerückt. Dadurch verbreiterte sich der Fußweg entlang der Godshorner Straße. Mithilfe von Carola Diestelmeier und Ansgar Wiegmann vom Architekturbüro Raumplan wurden außerdem die Wegebeziehungen innerhalb des Gebäudes verbessert. Doch das war gar nicht so einfach, gestand Wiegmann und sprach in der Feierstunde von einem „nicht einfachen Baukörper“. Er meinte dabei die speziell im Erdgeschoss mit vier Metern sehr hohen Räume. Deshalb musste insbesondere dort viel Stahl und Beton verbaut werden.

Im Erdgeschoss des Nordtrakts befindet sich ein etwa 100 Quadratmeter großer Raum, den die Johanniter künftig als Jugendzentrum nutzen werden. Ein Trakt mit opulenten Glasflächen verbindet den Neubau mit den beiden anderen sanierten Gebäudeteilen. Alles in allem steht dem Langenhagener Nachwuchs nun mit dem 550 Quadratmeter großen Anbau mit drei Etagen insgesamt 1850 Quadratmeter zur Verfügung. Das Jugendzentrum ist während der Schulzeit täglich ab 15 Uhr geöffnet.

Pop-Art-Künstler Andora bringt eine Botschaft mit

Thorben Noß, Leiter der Abteilung für Kinder, Jugend, Schule, Kultur und Sport, hat im Haus der Jugend ebenfalls seinen Dienstsitz und ist nun Nachbar der Johanniter. Wie es sich bei einem Einzug gehört, brachte er auch ein Gastgeschenk mit. Und zwar von seinem Freund, dem Pop-Art-Künstler Andora. Dieser hatte sich für ein besonderes Bild mit entsprechender Symbolik und Botschaft entschieden: das Friedenszeichen. „Das ist das, was wir alle brauchen“, betonte Andora. Und diese Botschaft werde eher von Jugendlichen verstanden, als von der Politik, so seine Kritik.

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Von Sven Warnecke

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