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Nachrichten 71-Jähriger erschießt seine Ehefrau
Umland Langenhagen Nachrichten 71-Jähriger erschießt seine Ehefrau
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23:20 19.01.2009
Von Tobias Morchner
Nach dem Mord ermitteln Beamtam Tatort in der Keplerstraße in Langenhagen.
Nach dem Mord ermitteln Beamtam Tatort in der Keplerstraße in Langenhagen. Quelle: Frank Tunnat
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Der 71-jährigen Gustav N. soll in der gemeinsamen Wohnung in der Keplerstraße in Langenhagen seine Frau Hannelore (48) getötet haben. Der 27-jährige Sohn des Opfers hatte gegen 15.30 Uhr einen Knall in der Wohnung gehört. Sofort lief er ins Wohnzimmer und fand seine Mutter tot am Boden liegend. Gleichzeitig sah er, wie der 71-Jährige aus dem Haus rannte. Der mutmaßliche Täter stieg in sein Wohnmobil und flüchtete. Die Schusswaffe trug er bei sich. Eine groß angelegte Suchaktion der Polizei verlief erfolglos. Gegen halb sieben am Montagabend meldete sich Gustav N. dann allerdings in Begleitung seines Anwalts beim Kriminaldauerdienst. Derzeit wird er vernommen. Vermutlich verbleibt er anschließend in Untersuchungshaft.

Bislang sind die Hintergründe der Tat unklar. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus. Für die Beamten war der 71-Jährige kein Unbekannter. In letzter Zeit soll es in der Wohnung des Paares vermehrt zu Streitigkeiten gekommen sein. Außerdem soll Gustav N. bereits wegen häuslicher Gewalt gegenüber seiner Ehefrau auffällig geworden sein. Unklar ist, woher die Waffe stammt, mit der die Tat verübt worden ist. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an.

Im Freundes- und Bekanntenkreis des Ehepaares hatte sich die schreckliche Nachricht schnell herumgesprochen. Einige waren sofort zu dem Mehrfamilienhaus in dem Industriegebiet gefahren. „Sie waren beide so liebe Menschen. Aber wenn es Streit gab, haben sie sich nicht viel genommen“, sagte eine Freundin des Opfers, die erst vor ein paar Wochen mit der 48-jährigen Frau Urlaub in der Türkei gemacht hat. „Er hat ja kein Flugzeug betreten – aus Angst“, fügte sie hinzu.

Die Polizei sicherte bis in den frühen Abend Spuren in der Wohnung. Ein Mitarbeiter des Tierheims Langenhagen nahm gegen 17 Uhr den Hund des Flüchtigen in seine Obhut. Kurz darauf wurde der 27-jährige Sohn von Angehörigen abgeholt. „Seine Mutter hat sich immer um ihn gekümmert, weil er doch eine Behinderung hat“, sagte eine Freundin der Familie.

Gustav und Hannelore N. waren in Langenhagen bekannt. Im Dezember 2006 half das Ehepaar der Elisabethkirchengemeinde. Dort war in der Adventszeit ein kleiner Stoffengel mit einer Bommelmütze verloren gegangen. Er kommt traditionell in den Familienandachten während der Adventszeit zum Einsatz, um die Kinder zu unterhalten. Durch Zufall entdeckte Hannelore N. den kleinen Engel auf dem Rückweg vom Einkaufen auf der Niedersachsenstraße. Das Ehepaar hob die Figur auf und nahm sie mit nach Hause. Als sie wenig später aus der Zeitung erfuhren, dass der Engel vermisst wird, brachten sie ihn umgehend zur Pastorin zurück. Der Vorgang war der örtlichen Presse einen kurzen Artikel wert.