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Nachrichten Anfluglärm beschäftigt Kommission
Umland Langenhagen Nachrichten Anfluglärm beschäftigt Kommission
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11:32 18.03.2010
Von Rebekka Neander
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Derlei Beschwerden erreichen den Flughafen immer wieder: Piloten steuerten bei sogenannten Sichtanflügen ihre Maschinen rücksichtslos über Wohngebiete. Anwohner entdecken, dass „plötzlich“ Flugzeuge viel niedriger über ihr Haus fliegen als sonst. Um diesen Phänomenen auf den Grund zu gehen, hat die Fluglärmkommission in ihrer jüngsten Sitzung ihr Mitglied Rudolf Budig, Flugkapitän der Tuifly, um Aufklärung gebeten.

Budig umriss den Variationsspielraum eines Piloten als äußerst eng. Zunächst obliege es der Flugsicherung im Tower, welche Anflugverfahren einzuleiten seien. Abweichungen vom Standardverfahren könnten danach durch das Wetter bedingt sein. Auch Ausweichmanöver, bedingt durch andere Flugzeuge wie Militärmaschinen aus Wunstorf, könnten Anlass für derlei Flugverhalten sein. Budig lud die Kommissionsmitglieder ins Cockpit ein, um sich selbst ein Bild von den Abläufen bei Start- und Landemanövern zu verschaffen.

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Thema der Sitzung war zudem die bevorstehende Veröffentlichung der neuen Schallschutzzonen im seit Jahresbeginn geltenden neuen Fluglärmgesetz und deren Umsetzung. Da derzeit formal mehrere Ministerien und Behörden für die Bestandteile des Gesetzes verantwortlich zeichnen, wünscht sich die Kommission eine neue zentrale Anlaufstelle auf Landesebene. Auch Stefanie Vehling, Umfeldbeauftragte des Flughafens, plädiert für eine Art Clearingstelle für den Fall, dass es bei künftigen Antragsverfahren von Anwohnern es zu Kontroversen zwischen der Stadt und dem Flughafen kommen sollte. Bislang stellten Anwohner Anträge auf Schallschutzeinbauten direkt beim Flughafen. Künftig ist dafür die Untere Baubehörde, also die Stadt, zuständig.

Wann mit der Veröffentlichung zu rechnen ist, ist weiterhin offen. Wie Vehling jetzt erläuterte, fehlt es momentan nicht nur an den Schallschutzzonen, die das Umweltministerium derzeit erarbeitet, sondern auch an den Durchführungsverordnungen für die Stadt. Für diese zeichnet das Sozialministerium in Hannover verantwortlich.