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Umland Langenhagen Nachrichten Bahlsen will Stellen trotz Umbau erhalten
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22:03 23.10.2012
Von Antje Bismark
Eine Bahlsen-Mitarbeiterin schweißt mit einer speziellen Folie Kekspackungen für den Export ein.
Eine Bahlsen-Mitarbeiterin schweißt mit einer speziellen Folie Kekspackungen für den Export ein. Quelle: Frank Oheim
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Bereits vor einigen Monaten hatte die Unternehmensleitung bekannt gegeben, dass die Produktion der Lebkuchen in diesem Jahr ausläuft. „Wir sehen keine Möglichkeit, das Geschäft profitabel zu gestalten“, sagt Bahlsen-Sprecherin Kristine Adams. Der Grund: „Die Kunden sind immer weniger bereit, Geld für Qualität auszugeben.“ Obwohl das Saisongeschäft rund um die Lebkuchen wegfällt, sieht Peter Hantke, Leiter des Langenhagener Bahlsen Logistikzentrums (BLZ), keinen der 150 Jobs an der Gaußstraße in Gefahr, wie er bei einem Besuch des SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte betont.

„Wir fangen die frei werdenden Kapazitäten mit anderen Aufgabenfeldern auf“, sagt er. Das Geschäft rund um Lebkuchen & Co. mache ohnehin nur fünf Prozent der Gesamtproduktion aus. „Deshalb wirft uns das nicht aus der Bahn“, fügt er hinzu. Aufgeben werde das Unternehmen jedoch zwei externe Lager, die Bahlsen für das Saison- und Aktionsgeschäft angemietet hatte. An seinem Standort, den das Unternehmen seit 52 Jahren betreibt, übernähmen die Mitarbeiter zunehmend die Konfektionierung bestimmter Produkte. Dazu gehörten beispielsweise kleine Gebinde von drei eingeschweißten Kekspackungen, das Zusammenstellen sogenannter Displays für Supermärkte, auf denen werbewirksam neue Produkte dargestellt werden, und der Büroservice. „Auf Wunsch liefern wir Kekse, Milch, Zucker, Filtertüten, Kaffee - inklusive neuer Kaffeemaschinen“, sagt Hantke.

Im Service sieht er einen großen Pluspunkt des Logistikzentrums, das sich bei einer Ausschreibung im Konzern auch gegen externe Bewerber durchgesetzt hat. „Der Fokus lag auf Qualität und Preis, in beidem waren wir unschlagbar“, sagt der Logistikchef - trotz der Tariflöhne, die Bahlsen zahle. Bei Brunottes Besuch warb er jetzt für mehr Beachtung der Logistikbranche: „Wir investieren viel in die EDV, ohne moderne Datenverarbeitung funktioniert in der Logistik nichts mehr“, sagt er. Deshalb will Bahlsen künftig auch selbst ausbilden: Möglicherweise schon zum nächsten August sucht das Unternehmen Nachwuchs bei Handelsfachpackern und Lagerlogistikern.

Ansonsten aber, so betont Hantke, sei er wunschlos glücklich. „Die Anbindung an die Autobahn ist hervorragend, und die Mitarbeiter, die wir hier finden, sind es auch.“

26.10.2012
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