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Nachrichten Feuerwehr rückt zu Großeinsatz aus
Umland Langenhagen Nachrichten Feuerwehr rückt zu Großeinsatz aus
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22:19 29.06.2017
Von Sven Warnecke
Aktuell sind die Feuerwehren Langenhagens im Dauereinsatz. Quelle: Feuerwehr (Christian Hasse)
Langenhagen

Nach Auskunft von Langenhagens Feuerwehrsprecher Christian Hasse wurden die Ehrenamtlichen aus Schulenburg nach einer Stunde Starkregen um 15.45 Uhr zuerst an die Desbrocksriede gerufen. Dort drückten die Wassermassen die Gullydeckel aus der Straße. Zudem standen eine Versand- und Produktionshalle unter Wasser. Nur wenige Minuten später rückten die Kräfte aus Godshorn an die Berliner Allee aus. Dort waren eine Garage samt Keller sowie der benachbarte Kiosk überschwemmt worden. Und dann folgten die weiteren Alarmierungen quasi im Minutentakt.

Hasse berichtet, dass die unwetterartigen Regenfälle ausschließlich die westlichen Ortsteile getroffen hatten. Denn Schäden wurden vornehmlich aus Schulenburg und Godshorn gemeldet. "In vielen Straßen sprudelte das Wasser zu diesem Zeitpunkt aus der Kanalisation, sodass Straßenzüge komplett überschwemmt waren", schildert der Feuerwehrsprecher die Situation. Stadtbrandmeister Arne Boy entschied daraufhin, einen Alarm für die gesamte Stadtfeuerwehr Langenhagen auszulösen. 

Gegen 17.30 Uhr waren dann sämtliche Ortsfeuerwehren mit 120 Leuten und 30 Fahrzeugen im Einsatz. Die Einsatzleitstelle wurde in der Langenhagener Feuerwache an der Konrad-Adenauer-Straße eingerichtet, um unter Leitung des Stadtbrandmeisters die 31 gemeldeten Einsatzstellen nach und nach abarbeiten zu können. Die Kaltenweider Ortsfeuerwehr stellte in dieser Zeit die Brandwache für die gesamte Stadt.

Wie Hasse um 19.30 Uhr berichtet, sind "29 Einsatzstellen erfasst und in der Abarbeitung, sieben sind noch im Zulauf". Doch es blieben letztlich 31 von den Wassermassen betroffene Objekte, zum Teil große Gewerbekomplexe. "Die nunmehr 31 abgeleisteten Einsätze umfassten vom privaten Keller bis hin zu einer 300 Quadratmeter großen unter Wasser stehenden Halle das gesamte Spektrum."

Wohl besonders schlimm war die Situation in einer Event-Location an der Gleiwitzer Straße in Schulenburg. Dort stand der gesamte Saal knapp einen halben Meter unter Wasser, berichtet der Feuerwehrsprecher. Und in dem Festsaal seien bereits für die am Wochenende geplante Hochzeitsfeier für 600 Gäste die Tische eingedeckt. Mehrere Pumpen sollten die Wassermengen aus der Halle zu befördern. "Offen ist, ob die Hochzeit nun stattfinden kann", meint Hasse.

Zudem standen diverse Keller von Wohngebäuden teils einen Meter hoch unter Wasser. Auch die Gewerbegebiete hatte es stark getroffen. Lagerhallen sowie Bürokomplexe inklusive Keller wurden in Mitleidenschaft gezogen. "Eine große Herausforderung für die Einsatzkräfte stellten die großen Wassermassen dar, die innerhalb der kurzen Zeit nicht von der Kanalisation aufgenommen werden konnten und sich somit ihren Weg suchten", schilderte Hasse gegen 21 Uhr. Erst nach und nach habe sich die Situation beruhigt.

Die Feuerwehr hatte mittlerweile 20 Pumpen und sechs Wassersauger in Betrieb. Sechs Stunden lang kämpften die mittlerweile 120 Feuerwehrleute gegen die Fluten. Mehrere Tausend Kubikmeter Wasser wurden bewegt, berichtet Hasse zum Einsatzende gegen 22 Uhr. 

Zusätzlich zur Feuerwehr waren auch die Polizei, die Stadtwerke und die Untere Wasserbehörde im Einsatz. Die Berliner Allee war  während der Arbeiten komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dieser wurde umgeleitet.

Die Einsatzorte:

Godshorn: mehrfach Berliner Allee, Pappelstraße,

Engelbostel: Schulstraße

Schulenburg: mehrfach Fichtenstraße, mehrfach Gleiwitzer Straße, Eibenstraße, mehrfach Kiefernstraße, Ziegeleistraße, Buchenweg, Alte Landstraße, Desbrocksriede, Holunderstraße.

Weiterer Einsatz des Tages

Bereits am Donnerstagmorgen war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot um 9.39 Uhr wegen einer ausgelösten Brandmeldeanlage zur Paracelsus-Klinik an den Oertzeweg ausgerückt. Eingesetzt waren die Ortsfeuerwehren Langenhagen sowie Godshorn mit 20 Kräften und unter Leitung von Frauke Wegner. Nach Auskunft Hasses hatten bei Bauarbeiten eingesetzte Handwerker in dem Krankenhaus versehentlich den Brandmelder ausgelöst. Seinen Angaben zufolge mussten die Feuerwehrleute lediglich den Einsatzbereich kontrollieren und konnten dann wieder in die Gerätehäuser abrücken.

Fotostrecke Langenhagen: Feuerwehr rückt zu Großeinsatz aus

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