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Umland Langenhagen Nachrichten Ein Dorf feiert das letzte Mal Weihnachten
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10:39 24.12.2012
Von Rebekka Neander
Die verbliebenen Bewohner von Schulenburg-Nord feiern ihr letztes Weihnachtsfest im sterbenden Ort. Quelle: Rebekka Neander
Schulenburg-Nord

Wer Zynismus pflegt, kann sich freuen. Endlich ist freie Sicht. Endlich stehen keine Häuser mehr im Weg. Endlich kann die imposante Tanne an des Nord-Dorfes einziger Kreuzung zu ihren Ehren kommen. Denn nun kann der Baum ohne Probleme auch von Engelbostel aus gesehen werden. Die verbliebenen Bewohner Schulenburg-Nords müssen nicht mehr mühsam ihren eigens geschlagenen und anschließend geschmückten Tannenbaum am transportablen Mast festzurren und mit dem Radlader an die Kreuzung karren, damit ihn im Nachbardorf auch jemand sieht. Sie müssen es nicht, sie tun es aber trotzdem.

Denn wem Zynismus fernliegt, wird erkennen: Es ist das letzte Weihnachtsfest, das die meisten Bewohner des Dorfes zwischen den Landebahnen des Flughafens dort feiern werden. Wenn alle Pläne Wirklichkeit werden, wird das Dorf binnen Jahresfrist nahezu vereinsamt sein. Dem vom Flughafen gewünschten Gewerbegebiet steht dann buchstäblich kaum noch etwas im Wege.

Und deshalb hatte Dagmar Damaske am vierten Advent, dem Tag vor Heiligabend, wieder Familie und Bekannte zusammengetrommelt und in der Garage daneben schon mal den Tisch gedeckt. Und so sind es wieder rund ein Dutzend Nord-Dörfler, die bei Glühwein, Lebkuchen und Weihnachtsmusik ihren Christbaum schmücken, auf dass auch alle durchs Dorf brausenden Flugzeug-Spotter etwas Besinnliches auf ihrem Weg mitnehmen können. Auch den Heiligen Abend werden die meisten von ihnen gemeinsam verbringen. Sie tun dies schon seit einigen Jahren. Sie werden es auch in der bevorstehenden Silvesternacht so beibehalten.

Was im nächsten Jahr passiert, wissen sie nicht. Zwar haben Damaskes einem Verkauf zugestimmt, und auch ihr Nachbar Bernd Schuldt hat ein neues Domizil so gut wie sicher. Doch wann es genau wohin gehen wird, ist noch offen. Mit der fußläufigen Nachbarschaft ist es dann vorbei.

In Damaskes Garage ist von dieser Unsicherheit an diesem verregneten Vormittag jedoch nichts zu spüren. Nur ein Bekannter, Thomas Keiner, ist eigens aus Liverpool angereist: Er kann seine Verblüffung nicht verbergen. Da er nur in größeren Zeitabständen anreist, ist für ihn der Kontrast besonders groß: „Es ist inzwischen doch ganz schön viel verschwunden hier.“

Ein Dorf verschwindet: Das Ende des Dorfes auf dem Internetblog Schulenburg-Nord.HAZ.de.

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